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Biologielehrer Benjamin Seelisch stellt den 3-D Drucker vor.

Tag der offenen Tür

Die Zukunft des Unterrichts hat schon begonnen

Rund 1000 Eltern und Kinder tummelten sich am Samstag beim Tag der offenen Tür im Neuen Gymnasium. Neben den Angeboten aus Naturwissenschaften und Sprachen, stieß bei den Besuchern auch das digitale Unterrichtskonzept auf großes Interesse.

Biologie-Lehrer Benjamin Seelisch schaltet den 3-D Drucker an. Sofort beginnt das Gerät damit, langsam eine Plastikfigur auszudrucken. Nach und nach werden Details erkennbar. Das Ergebnis ist am Ende des Druckvorgangs der Flügel eines Vogels.

„Wir integrieren den 3-D Drucker bereits in den Unterricht des Biologie Leistungskurses. Mit Hilfe einer Software lernen die Schüler das Programmieren und Designen eines Objekts, wie den Flügel.

Gleichzeitig analysieren sie so biologische Modelle genauer und detaillierter“, erklärten der Lehrer. Außerdem werde ein derartiges Wissen mittlerweile in verschiedenen Studiengängen der Naturwissenschaften vorausgesetzt. Zukünftig planten die Fachlehrer, den 3-D Drucker auch für Verhaltensexperimente und andere Projekte im Unterricht zu verwenden, so Seelisch.

Am Samstagvormittag öffnet das Neue Gymnasium seine Türen für Grundschüler und ihre Eltern, die aktuell nach einer weiterführenden Schule für ihre Sprösslinge suchen. Etwa 1000 Besucher kommen an diesem Tag in die Schule. Dabei präsentiert das Gymnasium sein komplettes Unterrichts- und AG-Angebot. Viele Kinder und Eltern sind vor allem von dem Medienkonzept der Schule fasziniert.

Der Raum im ersten Obergeschoss, in dem der 3-D Drucker steht, hat viele Besucher. Neben dem 3-D Drucker informiert Benjamin Seelisch auch über den Einsatz von Tablets im Unterricht. „Jeder Schüler bekommt in der Oberstufe ein Tablet ausgehändigt. Mit den Tablets werden die Schüler angehalten, unsere schuleigene Lernplattform zu nutzen“, berichtet Seelisch. In der Mittelstufe kämen die Tablets zwar auch, doch immer nur projektbezogen, zum Einsatz. „Dann nehmen die Lehrer einen Tabletkoffer mit in den Unterricht und teilen die Tablets nach Bedarf aus.

Klausuren mit der Hand

Auch wenn der Unterricht vor allem in der Oberstufe stark digitalisiert werde, schrieben die Schüler nach wie vor Klausuren mit der Hand. „Das ist rechtlich auch nicht anders möglich“, erklärt der Lehrer. Das Lernkonzept sei eine Mischung aus Tablets, Heften und Büchern.

Bereits ab der 5. Jahrgangsstufe erhielten die Kinder einen vorgeschriebenen Informatikkurs. Zudem würden sie in die Handhabung der digitalen Tafeln, die sich in jedem Klassenraum befinden, eingeführt. „Medienkompetenz ist ein zentraler Fokus unserer Schule. Das ist auch ein Grund, weshalb viele Eltern ihre Kinder bei uns anmelden“, stellt Benjamin Seelisch fest.

Digitale Kommunikation

In einem anderen Raum der Schule berichtet René Reinhold vor interessierten Kindern und Eltern über die Lernplattform „it’s learning“ und das digitale Kommunikationssystem, das von Schülern und Eltern eingesehen werden kann. Ähnlich wir der Gebrauch der Tablets, werde die Lernplattform erst in der Oberstufe wirklich wichtig, so Reinhold. Trotzdem diene die Plattform schon vorher als Kommunikationsmedium zwischen Schule und Eltern.

„Mit unserem digitalen Konzept sind wir am Puls der Zeit. Das kann man auch in den aktuellen Bildungsdebatten sehen“, ist sich René Reinhold sicher. Trotzdem stellt der Lehrer auf Nachfrage eines Vaters fest, dass die Schule empfehle, Kindern vor dem 14. Lebensjahr kein Smartphone zu schenken. Das sei davor nicht nötig.

Pro Jahr erhalte die Schule etwa 300 Bewerbungen. „Wir können dann aber nur 180 Schüler neu in unseren Jahrgang 5 aufnehmen“, bemerkt Reinhold und fährt fort: Noch immer sei die Nachfrage an der Schule höher als das Platzangebot. „Auch wenn es für die abgelehnten Schüler nicht so schön ist, zeigt das große Interesse doch auch, dass wir hier etwas richtig machen.“

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