+
Um Alternativen für Plastik geht es am Stand von Erdkundelehrerin Linnea Speck, Julie und Jonas sind interessierte Kinder.

Neue Schulform

Kinder an der Hauptmann-Schule sollen länger im Klassenverband bleiben

Vor ein paar Jahren stand die Gerhart-Hauptmann-Schule noch kurz vor der Schließung. Jetzt soll sie sogar zu einer Integrierten Gesamtschule erweitert werden. Die neue Schulform wird von den Eltern positiv aufgenommen.

Schulleiterin Sabine Dorweiler-Wegert informiert beim Informationstag umfangreich über die neue Schulform. Die Gerhart-Hauptmann-Schule steht vor einer neuen Ära. Und man kam beim Informationstag der Haupt- und Realschule mit Förderstufe einfach nicht daran vorbei. Denn ab kommendem Schuljahr wird sie sukzessive in eine Integrierte Gesamtschule umgewandelt.

Auf einem großen Bildschirm im Foyer durften die Eltern und Schüler schon von der neuen Schulform lesen. Und auch auf den ausgelegten Flyer stand bereits „Integrierte Gesamtschule – ab Schuljahr 2018/19 – für die 5. Klassen“.

„Die neue Fünfte ist die Erste“, kündigte denn auch Schulleiterin Sabine Dorweiler-Wegert an. Sie nutzte die Gelegenheit, die Gerhart-Hauptmann-Schule mit ihrer neuen Schulform vorzustellen. Um nicht zu vergessen, dass die Schule vor ein paar Jahren noch kurz vor der Schließung stand. Aber mit dem Einsatz des Stadtteils und eines Bürgerbegehrens hätte die Schule erhalten bleiben können.

Als Dank für den Einsatz

Auch als Dank für den Einsatz solle sie jetzt eine Stadtteilschule werden, in der alle Kinder gemeinsam lernen können, wie sie es in der Grundschule gemeinsam kennengelernt hätten. Die Schulleiterin hofft, mehr Kinder aus dem Stadtteil gewinnen zu können.

„Wir können alle Bildungsgänge anbieten“, warb sie. Nach wie vor sind das der Hauptschulabschluss und der Realschulabschluss, hinzu kommt der gymnasiale Bildungsgang. Die Entscheidung über den Schulabschluss bleibe anders als bei der bisherigen Schulform bis zur neunten Klasse offen. Zuvor war nach der sechsten Klasse die Einteilung in Haupt- und Realschule. Je nach Leistungsvermögen werden die Schüler ab der achten Jahrgangsstufe in den Hauptfächern Deutsch, Mathe und Englisch in Kurse eingeteilt, dem differenzierenden Kurssystem. Ob zwei oder drei Kurse eingerichtet werden, sei noch offen.

In der fünften, sechsten und siebten Jahrgangsstufe lernen die Kinder gemeinsam, ab der sechsten Klasse jedoch auf unterschiedlichem Niveau und sie schreiben unterschiedlich schwere Arbeiten.

Viele sind angetan

Was sagten die Eltern zur der Umwandlung in eine Integrierte Gesamtschule? Jesus Sanmiguel besuchte selbst eine Integrierte Gesamtschule. Er fand es gut, dass die Schüler mit ihren geplanten Schulabschlüssen erst einmal in der Gemeinschaft lernen. Für die meisten Kinder sei der Übergang von der vierten Klasse an ein Gymnasium vielleicht zu hart.

Sabine und Bernhard Dörhöfer waren ebenfalls davon angetan, dass die Schüler länger im Klassenverband verbleiben, als es bei der Haupt- und Realschule möglich sei. Und selbst wenn das Kurssystem beginne, werde ein Teil der Fächer weiterhin im Klassenverband unterrichtet.

Carina Camino stand der Integrierten Schulform ebenfalls grundsätzlich positiv gegenüber. Sie erkannte darin eine Chance für schwächere Kinder, noch mal einen Aufwind zu bekommen.

Auch Schulelternbeiratsvorsitzender Roland Labenstein war begeistert, wenn seine Kinder auch nicht mehr davon profitieren. Haupt- und Realschule werde von einigen Eltern durchaus stigmatisiert betrachtet. Diese Schulform sei nicht mehr modern. Informationen über den Unterricht gab es auch: Spannend war es besonders bei den naturwissenschaftlichen Fächern und den vorgeführten Experimenten.

von RÜDIGER KOSLOWSKI

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare