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Zum Nichtstun verdammt? Den Opelanern in Rüsselsheim droht einem Bericht zufolge Kurzarbeit.

Zwangspause für Autobauer

Wegen schwacher Nachfrage soll bei Opel Kurzarbeit angeordnet werden

Nachdem vergangene Woche hunderte Angestellte von Opel vor dem Rüsselsheimer Werk gegen den Verkauf des Entwicklungszentrums demonstrierten, kommt der Autobauer auch kurz vor Weihnachten nicht zur Ruhe. Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht.

Die schlechte Nachricht zuerst: Mancher Opelaner könnte im kommenden Jahr unfreiwillig Zuhause bleiben: Denn einem Zeitungsbericht zufolge erwägt der Autobauer, Kurzarbeit in Rüsselsheim anzuordnen.

Wegen der schwachen Nachfrage bei den Modellen Insignia und Zafira habe die Peugeot-Tochter ihre Produktionspläne für das kommende Jahr um etwa 10 000 Einheiten nach unten geschraubt, berichtete das Handelsblatt unter Berufung auf Unternehmenskreise. Zudem gebe es Überlegungen, in Rüsselsheim vom Zwei- auf Einschichtbetrieb umzustellen. Das Rüsselsheimer Werk steuere auf massive Überkapazitäten zu. Der Personalüberhang in der Produktion summiere sich auf mehr als 600 Mitarbeiter. Ein Unternehmenssprecher bezeichnet dies allerdings als „reine Spekulation“ .

Empfehlung vom Verband

Und jetzt die gute Nachricht: Der Autobauer mit dem Verband der deutschen Opel-Händler (VDOH) auf neue Händlerverträge geeinigt. Dies haben die Vertreter des Verbands auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung bekanntgegeben. „Die Verhandlungspartner haben sich auf ein faires, partnerschaftliches Regelwerk geeinigt, das den Händlern ein profitables Geschäftsmodell ermöglicht“, sagt VDOH-Vorstandssprecher Peter Müller. Der Verband habe die Vertragsvorlagen detailliert geprüft und empfiehlt allen Opel-Partnern, die neuen Händlerverträge anzunehmen.

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In den neuen Verträgen ist festgeschrieben, dass nun alle Opel-Vertragshändler und autorisierten Opel-Vermittler künftig sowohl Personenwagen als auch leichte Nutzfahrzeuge verkaufen können.

Das Gleiche gilt für die kommenden Elektromodelle von Opel, allen voran der bereits im nächsten Jahr bestellbare Corsa-e sowie der Grandland X als erster Plug-in-Hybrid von Opel. Alle Betriebe sollen so das gesamte Portfolio der Marke anbieten können. Das mehrstufige Vertriebssystem bleibt erhalten.

Des Weiteren wurden Lösungen erarbeitet, um die zunehmende Digitalisierung im Autohandel effizienter in die bestehenden Strukturen der Autohäuser zu integrieren und die Vorgaben hinsichtlich Showroom-Größe und -Ausstattung gelockert. Die neuen Opel-Händlerverträge treten Anfang 2020 in Kraft.

sw/ok/red

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