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Provisorisch: IKS-Schulleiter Rainer Guss, Projektleiterin Verena Nickel und Baustadtrat Nils Kraft (v.l.) besichtigen die Pavillons, welche die ärgste Raumnot lindern sollen.

Raumnot

Zwei Klassenzimmer zur Miete

Zwei neue Klassenräume sind im Immanuel-Kant-Gymnasium ab dem kommenden Montag nutzbar. Aufgrund der hohen Anmeldezahlen wurde eine Erweiterung notwendig. Diese ist zunächst auf fünf Jahre ausgerichtet.

Zwei neunte Klassen werden zunächst in den Genuss kommen, die in Modulbauweise errichteten Räume am Immanuel-Kant-Gymnasium nutzen zu können. „Dieser Pavillon ersetzt einen älteren Container, den wir in den vergangenen sechs Jahren genutzt haben. Er konnte am gleichen Ort aufgestellt werden“, erklärte Schulleiter Rainer Guss bei der Besichtigung dieses kurzfristig umgesetzten Bauprojekts.

Erst kurz vor den Sommerferien war klar gewesen, dass das Immanuel-Kant-Gymnasium mit den vorhandenen Räumen im kommenden Schuljahr nicht auskommen wird. Die Rückumstellung auf G 9 sowie die vermehrte Nachfrage nach Ganztagsbetreuung machten mehr Klassen an der Schule geben notwendig. 1027 Schüler werden vom kommenden Schuljahr an diese Schule besuchen, 182 davon werden neu aufgenommen. „Wir haben sogar 70 Anfragen abweisen müssen. Vor zwei Jahren waren es insgesamt nur 96 Anfragen bei uns, nun aber über 250“, so Guss weiter.

270 000 Euro sollen die zwei zusätzlichen Klassenzimmer in den kommenden fünf Jahren kosten. „Wir konnten leider die Module nur mieten, gerne hätten wir sie gekauft. Aber da die Nachfrage derzeit auch aufgrund der Unterbringung von Flüchtlingen sehr hoch ist, lassen sich die Hersteller dieser Module ihr Geschäft derzeit vergolden“, erklärte Baustadtrat Nils Kraft (SPD). Ohnehin sei die Umsetzung dieses Projekts schwierig gewesen, denn aufgrund der langen Lieferzeiten der Hersteller gab es am Ende nur noch einen Anbieter, der eine etwas besser ausgestattete Variante in dieser kurzen Zeit liefern und aufstellen konnte. „Aber nur so konnten wir die Nutzung zum Schulbeginn am kommenden Montag gewährleisten, bei anderen Anbietern wäre es eher der 1. Dezember geworden“, so Kraft.

„Ich bin froh, dass wir alles zeitlich so umsetzen konnten“, sagte auch Schulleiter Rainer Guss, der gleichzeitig noch weitere Veränderungen an der IKS für dieses Jahr ankündigte. So wird es ab dem Herbst ein neues Farbleitsystem an der Schule geben, welches die bisherigen altmodisch klingenden Gebäudebezeichnungen ersetzen soll.

Die neuen Klassenräume sind ein Teil der Veränderung, durch den die Schule vor allem eines gewinnt: Zeit. „Ich habe auch schon mit Oberbürgermeister Patrick Burghardt gesprochen. Wir brauchen am besten bis 2019 ein neues, festes Gebäude, um den gestiegenen Schülerzahlen Rechnung zu tragen.“

Dass Rüsselsheim ein junge Stadt mit überdurchschnittlicher Geburtenrate und dem Zuzug junger Familien ist, bestätigte auch Baustadtrat Nils Kraft, der diese Entwicklung wie Guss kommen sieht.

Die neuen, etwa 70 Quadratmeter großen Klassenzimmer sind gut ausgestattet. Ein hochmodernes Whiteboard der neusten Generation mit integriertem Beamer wird voraussichtlich in den Herbstferien installiert, bis dahin müssen altmodische Kreidetafeln ihren Dienst tun. Gebaut ist der Pavillon auf den Fundamenten des alten Containers, energetisch ist er mit einer Wärmerückgewinnungsanlage ausgerüstet und erfüllt den Passivhausstandard. Eine Akustikdecke soll Straßenlärm fernhalten. Eine Garderobe, ein WC und eine behindertengerechte Toilette sind im neuen Pavillon ebenso enthalten. Die Einrichtung der Klassenzimmer erfolgt aus einer Mischung von Neuanschaffung und dem Reservebestand der Schule.

„Auch die Außenanlagen werden noch gemacht, in welcher Form ist allerdings unklar“, sagte Verena Nickel, welche die Projektleitung dieses Bauvorhabens bei der Stadt Rüsselsheim innehatte. Sicher ist nur, dass ein Weg zum Eingang des neuen Gebäudes bis zum Schulbeginn am Montag fertiggestellt werden soll. schü

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