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Traurige Gewissheit: Eine zum Zeitpunkt ihres Verschwindens 63 Jahre alte Frau wurde jetzt identifiziert. foto: dpa

Rüsselsheim

Grausiger Knochenfund bei Rüsselsheim: Untersuchung schafft Klarheit

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Rechtsmediziner konnten die im Rüsselsheimer Wald gefundenen Knochen jetzt zuordnen. 

  • Im Rüsselsheimer Wald hat im Januar ein Mann menschliche Knochen gefunden
  • Die Knochen stammen von einer Frau, die lange vermisst war
  • Um die Knochen kursierten 

Rüsselsheim - Einen erschreckenden Fund hatte Anfang Januar ein Mann im Rüsselsheimer Wald gemacht. Mit einem Metalldetektor war der Finder unterwegs, als er nach eigenen Aussagen auf menschliche Knochen zwischen „Kriegsschutt“ stieß, darunter auch ein Schädel.

Gut zwei Monate später steht fest: Die Knochen stammen von einer seit rund dreieinhalb Jahre lang vermissten Frau aus Rüsselsheim. Das hat ein DNA-Abgleich in der Gerichtsmedizin Frankfurt ergeben, wo die Knochen untersucht wurden, teilte gestern die Polizei Südhessen mit.

Knochenfund in Rüsselsheim aufgeklärt

Zum Zeitpunkt ihres Verschwindens war die Frau, bei der es sich um eine Deutsche handelte, 63 Jahre alt. Die Kriminalpolizei schließt nach derzeitigem Ermittlungsstand ein Fremdverschulden am Tod aus. Die Angehörigen der Toten habe man bereits vor einigen Tagen informiert. Damit haben auch sie jetzt endlich Gewissheit und können Abschied nehmen.

Die Beschreibung der Frau passt zu einer Vermisstenmeldung vom Juli 2016. Damals suchte die Polizei nach einer 63-jährigen Frau, die seit dem Vormittag am 1. Juli 2016, einem Freitag, gesucht wurde. Sie wurde demnach zuletzt am Samstag, 2. Juli 2016 von einer Zeugin im Stadtteil Bauschheim gesehen.

Knochenfund in Rüsselsheim: Frau seit 2016 vermisst

Die Frau benötige dringend medizinische Hilfe, hieß es damals in einem öffentlichen Fahndungsaufruf des Polizeipräsidiums Südhessen. Auch Details zu ihrem Aussehen und was sie zuletzt trug, wurden genannt. Wer Hinweise zum Aufenthaltsort der vermissten Frau geben könne, werde gebeten, sich mit der Kriminalpolizei in Rüsselsheim (Kommissariat 10) in Verbindung zu setzen, teilte man mit. Entscheidende Hinweise hat es aber letztlich in der Folge nicht gegeben.

Dennoch gaben die Beamten so schnell nicht auf und starteten eine groß angelegte Suchaktion, „um alles möglich zu machen, was nur geht, damit man die Frau findet“, wie es hieß.

Suche nach vermisster Frau aus Rüsselsheim war lange erfolglos

Dabei wurden in den folgenden Tagen nach der ersten Vermisstenmeldung ein Spürhund eingesetzt. Auch ein Hubschrauber und sogar eine Einheit der Polizei, die zu Fuß das Gelände entlang des Horlachgraben abgesucht hatte. Mit einem Schlauchboot wurde gleichzeitig das Ufer abgefahren. Auch das blieb jedoch aber ohne Erfolg.

Der Fund des Schädels und der Knochen Anfang Januar dieses Jahres in einem Waldstück bei Königstädten war hingegen ein Zufallsfund. Mit einem Detektor hatte ein Mann das Gebiet durchstöbert, so wie er es wohl auch öfter in der Vergangenheit immer wieder mal zum Hobby gemacht hatte.

Zuerst machte der Finder dann in sozialen Netzwerken seinen Fund öffentlich. Internetnutzer und der Mann selbst hatten erst wenig später dann die Polizei informiert.

Knochenfund in Rüsselsheim: Gerüchte auf Facebook

Auf Facebook kursieren zwischenzeitlich Gerüchte. So wurde spekuliert, dass es sich bei dem Schädel um die Überreste eines Kindes handeln solle. Auch wurden Vermutungen geäußert, wie lange die Leichenreste dort schon lagen. Für die Polizei waren das nur Gerüchte und keine verwertbaren Informationen.

Am 14. Januar führte der Mann die Beamten schließlich zu der Stelle, an der er den Schädel gefunden hatte. Die Kriminalpolizei hatte sofort die Ermittlungen aufgenommen. Die Beamten untersuchten zwar den Fundort. Allerdings konnte die Polizei auf die Schnelle keine weiteren Angaben zur Identität der Person machen.

Gerichtsmedizin bestätigte DNA der Knochen aus Rüsselsheim

Um anhand der Knochen zu beurteilen, wie lange der Todeszeitpunkt zurücklag, oder ob es sich um ein Kind oder einen Erwachsenen gehandelt hatte, wurden die Knochen der Gerichtsmedizin in Frankfurt übergeben, sagte damals ein Polizeisprecher,

DNA-Analysen an Knochen sind jedoch aufwendig, wenn keine weiteren Spuren vorhanden sind. Selbst wenn DNA in Knochen gefunden wird, können die Rechtsmediziner davon nicht ohne weiteres auf die Identität des oder der Toten schließen. Dafür wird immer eine Vergleichsprobe benötigt.

In Taunusstein sind ebenfalls menschliche Knochen gefunden worden.

Hier steht die Polizei noch vor einem Rätsel.

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