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Baudezernent Nils Kraft (links) legt beim Ortstermin an der Bushaltestelle seine Sicht der Dinge zum Umbau dar.

Politik

Rüsselsheim: Ungemach wegen Umbau von Haltestelle

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Eine Bushaltestelle soll barrierefrei werden. Der dafür nötige Umbau sorgt bei einem Geschäftsmann für Sorgenfalten. Jetzt gab es einen Ortstermin.

Rüsselsheim - Bis zum Jahr 2022 müssen die Bushaltestellen in der Stadt barrierefrei sein. Dementsprechend wird die Haltestelle Moselstraße ab August umgebaut. Genauer: Sie wird zurückgebaut. Denn Barrierefreiheit bedeutet in diesem Fall im Wesentlichen, dass die Haltebucht verschwindet, die Ladezone kürzer wird und die Bordsteinkante wegfällt.

Kurz anhalten

Den Geschäftsleuten dort, allen voran Schreibwarenhändler Peter Emig, ist das ein Dorn im Auge. Er fürchtet etwa Schwierigkeiten für Lieferanten. Zudem haben Kunden Haltebucht und Ladezone bislang genutzt, um kurz anzuhalten und einzukaufen. Stadtrat und Baudezernent Nils Kraft (SPD) betonte bei einem Ortstermin in der Sitzung des Bauausschusses am Donnerstag, dass dies stets verboten gewesen sei, der Stadt in der Vergangenheit lediglich die Mittel zur Kontrolle gefehlt hätten. Konkreter wollte Kraft nicht auf Emigs Fall eingehen, da dieser einen Anwalt eingeschaltet habe.

Emig warf Kraft beim Ortstermin eine mangelhafte Planung der Haltestelle vor, die ihm und den anderen Geschäftsleute in der Straße nach dem Motto "friss oder stirb" vorgelegt worden sei. Auf die Frage von Brigitte Rücker (Linke / Liste Solidarität), wie sein Vorschlag für den barrierefreien Umbau aussehen würde, antwortete Emig, dass er "kein Planer" sei.

Zu Beginn der eigentlichen Ausschusssitzung im Rathaus ergriff Emig abermals das Wort und appellierte an die Stadtverordneten, das Vorhaben nochmals zu überdenken. Schließlich wolle er wie sein Vater und dessen Vater vor ihm noch als Geschäftsinhaber in den Ruhestand gehen.

Rückendeckung bekommt Emig von der WsR-Fraktion. Diese hat für die kommende Sitzung der Stadtverordnetenversammlung einen Antrag vorbereitet, der unter anderem die Beibehaltung der Haltebucht und der beiden aktuell vorhandenen Ladezonen vorsieht. Ein Wegfall der Haltebucht führe dazu, dass Busse und Lieferanten auf der Fahrbahn halten müssten. Dies würde zu einer "massiven Beeinträchtigung" des Verkehrs in der Haßlocher Straße führen und dort zu mehr Lärmbelästigung und Luftverschmutzung beitragen.

Karl-Heinz Schneckenberger von der Linken / Liste Solidarität kündigte bereits an, dass seine Fraktion dem Antrag nicht zustimmen werde.

VON SVEN WESTBROCK

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