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Gleich geht es los: Der Tag der offenen Tür beim Städteservice begeistert die Kinder - besonders die Fahrten mit den Wagen der Müllabfuhr.

Städteservice

Wenn Kinderträume wahr werden: Einmal mit der Müllabfuhr fahren

Einmal in einem Wagen der Müllabfuhr mitfahren - der Tag der offenen Tür beim Städteservice Raunheim / Rüsselsheim machte Kinderträume wahr. Doch auch die Erwachsenen bekamen jede Menge interessante Einblicke.

Rüsselsheim - Mama macht noch ein Foto, dann geht es los. Nur wenige Minuten dauert die Fahrt, doch die werden zu einem kleinen Abenteuer. Denn nicht nur Feuerwehrautos üben auf Kinder eine magische Anziehungskraft aus. Auch die großen Wagen der Müllabfuhr lassen die Herzen höher schlagen.

Zumindest war das so am Samstag, als der Städteservice Raunheim Rüsselsheim (STS) zum Tag der offenen Tür einlud. Am Eingangsbereich bildete sich ständig eine lange Schlange. Denn hier fuhren die Wagen ab. Und auf dem Beifahrersitz durften die Kinder Platz nehmen. Da war Geduld gefordert, zu der so mancher Vater seinen Sprössling nur zu bewegen vermochte, in dem er ein verlockendes Eis in Aussicht stellte. "Eigentlich hatten wir dazu nur zwei Fahrzeuge vorgesehen. Doch wegen des Andrangs haben wir ein weiteres geordert", freute sich Marcel Seitz, beim STS Abteilungsleiter Entsorgungslogistik, über die Resonanz. Den interessierten Eltern gaben die Fahrer gerne Auskunft: Mit jährlich gut 1500 Betriebsstunden sind die Wagen der Müllabfuhr im Einsatz. Besetzt sind sie bei den Touren mit drei STS-Mitarbeitern, von denen zwei als Fahrer ausgebildet sind. "Die beiden Fahrer wechseln sich während einer Tour ab. Schließlich kann man keinem zumuten, acht Stunden am Steuer zu sitzen", äußerte sich Seitz weiter.

Markante Besen

Nur wenige Meter weiter kurvte Dieter Stolle über den STS-Betriebshof. Er steuerte eine mit zwei markant kreisrunden Besen ausgestattete Kehrmaschine und nahm beim Tag der offenen Tür ebenfalls junge Passagiere auf. Und auch die standen Schlange. "Ich mache das bereits seit 28 Jahren", erzählte Stolle zwischen zwei Fahrten. Wie viel an Unrat er dabei schon an den Straßenrändern, Bürgersteigen und Plätzen der Opelstadt "eingekehrt" hat, wer weiß das schon.

Eine der STS-Hallen war beim Tag der offenen Tür wieder ein El Dorado für Schnäppchenjäger. Kaum wurden am Morgen die Tore geöffnet, strömten die Käufer auch schon herein. Ob Haushaltsgegenstände oder Spielzeug, ob Ölgemälde oder Kleidung - hier wechselte das den Besitzer, was die Rüsselsheimer ansonsten über den Wertstoffhof weggeworfen hätten. "Der Flohmarkt ist neben den Fahrten das Zugpferd beim Tag der offenen Tür", sagte STS-Vorstand Jens Will.

Der Erlös des Flohmarkts geht in diesem Jahr an den Rüsselsheimer Kinderschutzbund. "Der Erlös fließt jedes mal zugunsten einer sozialen Einrichtung in Rüsselsheim oder Raunheim", erläuterte Will, der sich auch darüber freute, dass sich zahlreiche Vereine und Institutionen am Tag der offenen Tür beteiligten - sei es mit der Kuchentheke, dem Getränkestand oder Infoständen.

Fahrer gesucht

Mit den Fahrten im Müllfahrzeug oder in der Kehrmaschine machte der STS also Kinderträume wahr. Doch beim Kindheitstraum muss es nicht unbedingt bleiben. "Wir suchen eigentlich immer Fahrer", machte Abteilungsleiter Seitz gerne Werbung in eigener Sache. Und wer kann schon einen 250 000 Euro teuren fahrbaren Untersatz als Arbeitsplatz vorweisen? Doch da hat Seitz es noch nicht erlebt, dass die Interessenten Schlange stehen.

VON RALPH KEIM

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