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Auszeichnung für „hervorragende Arbeit“

Rüsselsheimer Kunstverein ist Kulturpreisträger 2018

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Der Kunstverein ist mit dem diesjährigen Kulturpreis der Stadt ausgezeichnet worden. Der Verein wurde damit für sein 25-jähriges Engagement in Rüsselsheim geehrt.

Rüsselsheim. Glück – das habe der Kunstverein gleich zwei Mal gehabt, erklärt Bürgermeister Dennis Grieser (Grüne), als er den diesjährigen Kulturpreisträger bekannt gibt. Zum einen dürfe er nämlich Jubiläum feiern, seit 25 Jahren besteht er bereits. Zum anderen sei die Haushaltssperre 2017 an ihm vorübergegangen – in ungeraden Jahren wird der Kulturpreis traditionell nicht vergeben. 2018 laufe alles ganz regulär.

Alleinstellungsmerkmal 

Aber natürlich ist Glück nicht der Grund, aus dem der Kunstverein sich über 2500 Euro Fördergeld aus der Stadtkasse freuen darf. „Die Mitglieder machen eine hervorragende Arbeit“, betont Grieser, der gemeinsam mit einer Jury aus Stadtverordneten, ehemaligen Preisträgern und Förderstipendiaten am 23. Oktober den Preisträger bestimmt hatte.

Die vom Verein etablierte Kunstreihe „Illustratio“, die bereits zum siebten Mal stattfindet, sei ein absolutes Alleinstellungsmerkmal. „Wer sich mit Illustration beschäftigt, kommt um Rüsselsheim nicht herum“, sagt er. „Darauf kann man stolz sein.“

Der Vereinsvorsitzende Karl-Heinz Becker, der gemeinsam mit Bengt Foßhag und Martina Altschäfer aus dem künstlerischen Beirat bei der Bekanntgabe anwesend ist, ist glücklich. „Das ist eine großartige Sache“, sagt er. „Dadurch spüren wir, dass man uns in der Stadt wahrnimmt.“

Dass durch den Verein künstlerische Impulse von außerhalb – sei es durch die international geprägte „Illustratio“ oder andere Veranstaltungen – in die Stadt kommen, hält Martina Altschäfer für besonders wichtig. „Wir bieten zeitgenössischen Künstlern, die von ihrer Kunst leben, eine Plattform“, sagt sie. Auch, dass sich in Rüsselsheim dadurch eine Diskussionskultur entwickelt hat, schätzt sie sehr. „Das hätte ich mir als jugendliche Künstlerin gewünscht.“

Die Entwicklung des Vereins, die nicht zuletzt durch das Engagement des Illustrators Foßhag vorangetrieben wurde, habe bei der Gründung 1993 keiner erahnen können, findet Karl-Heinz Becker. Das Preisgeld werde „eins zu eins in Kunst reinvestiert – bis auf den letzten Cent!“, erklärt er. Neben regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen, wie der „Illustratio“ und der jährlichen freien Ausstellung, gebe es einige Ideen, die dadurch verstärkt in Angriff genommen werden könnten.

Kooperation angestrebt 

Darunter falle, mehr Lesungen zu realisieren, aber auch die Umsetzung einer Filmreihe, die sich mit bildender Kunst auseinandersetzt. „Wir sind bereits im Gespräch mit möglichen Kooperationspartnern“, verrät Becker. Auch eine stärker sichtbare Präsenz der Werke von Studierenden, mit denen der Verein zusammenarbeitet, sei denkbar, so Bengt Foßhag.

Klar sei in jedem Fall, sagt Becker mit fester Stimme, dass die Arbeit des Kunstvereins ohne die Unterstützung des Kulturdezernats mit Kultur123 und dem Museum sowie Sponsoren nicht möglich sei. „Wir sind dankbar“, schließt er.

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