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Schuhe sammeln, um Umzug zu retten

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Seit rund einem Monat läuft die Aktion „Shuuz“. Damit will der Astheimer Carneval Ausschuss (ACA) Geld für den nächsten Fastnachtsumzug sammeln.

Der Lagerraum in Petra’s Lädchen quillt seit einem Monat zum Ende jeder Woche mit Säcken voller Schuhe über. Auch an diesem Montagmorgen Ende April liegen sechs prall gefüllte Säcke mit Kinder- und Erwachsenenschuhen neben einem Regal mit Kleidung. „Zuhause bei uns in der Garage stehen noch einmal zehn Umzugskarton, die mein Mann noch wegschicken muss. Wir haben bereits mehr als 200 Kilogramm Schuhe gesammelt“, erzählt Tanja Hesse-Grünewald, Trainerin der Garde und Mitglied im Vorstand des ACA Astheim.

Sie hatte die Idee für die Schuhsammel-Aktion namens „Shuuz“. „Wir suchen nach Möglichkeiten, unseren Fastnachtsumzug, der immer traditionell am Sonntag vor dem Rosenmontag stattfindet, weiter finanzieren zu können“, erzählt Hesse-Grünewald. Die Kosten für Toiletten, Müllbeseitigung und Sicherheitsmaßnahmen stiegen immer mehr an.

Hohe Kosten

Das bestätigt auch Tina Bundschuh vom Vorstand des ACA. „Viele Menschen sehen die hohen Kosten nicht. Seit diesem Jahr mussten wir auch den Notarzt bezahlen und die Kapellen wollen ebenfalls immer mehr Geld. Wir legen jedes Jahr ein paar Tausend Euro drauf.“ Der Verkauf der Plakettchen reiche nicht aus, um die Kosten zu deckeln, da nicht alle Besucher ein Plakettchen erwerben. Gleichzeitig sei sich der Vorstand einig, dass es schade wäre, wenn es den Astheimer Fastnachtsumzug nicht mehr gebe. Er habe von „Shuuz“ gehört und sei begeistert gewesen. „Und das Beste dabei ist, obwohl wir so Geld einnehmen, dient ,Shuuz’ einem guten Zweck“, verrät Hesse-Grünewald.

„Shuuz“ ist ein Fundraising-Konzept. Dabei schicken Vereine, Einrichtungen und Institutionen ihre noch gut erhaltenen Schuhe kostenfrei an „Shuuz“. „Shuuz“ sendet das Schuhwerk zu 70 Prozent in afrikanische Länder weiter. Der Rest verteilt sich auf Moldawien, die Mongolei oder Kasachstan. Nur etwa zwei Prozent der Schuhe werden, laut Angabe der Organisation, in deutschen Secondhand-Läden wieder angeboten. Vereine oder Einrichtungen wie der ACA, die gesammelte Schuhe an „Shuuz“ geben, erhalten dafür eine Kilogramm-Pauschale.

„Wir haben uns genau erkundigt, ob es an der Sache einen Haken gibt, haben jedoch nichts gefunden“, sagt Hesse-Grünewald. „Es ist immer leichter, Mittel zu generieren, wenn die Menschen kein Geld, sondern etwas spenden können, das sie nicht mehr brauchen“, meint sie.

Der bisherige Erfolg der Aktion gibt ihr Recht. Das Schuh-Sammelprojekt sei zurzeit nicht zeitlich begrenzt, sagt Petra Hauf, Inhaberin von Petra’s Lädchen und Anlaufstelle für alle, die mit ihren alten Schuhen den Erhalt des Astheimer Fastnachtsumzugs unterstützen möchten. „Tanja Hesse-Grünewalds Mann holt die Säcke immer zuverlässig ab, da stelle ich meinen Laden gerne als Sammelstation zur Verfügung.“

Neben „Shuuz“ habe sich der ACA noch zwei andere Aktionen überlegt, mit denen die Kosten für den Fastnachtsumzug gestemmt werden sollen. „Im Herbst veranstalten wir am 27. Oktober eine Halloween-Party, deren Einnahmen dem Umzug zugehen. Zudem wollen wir am 13. Januar 2019 von 14.30 bis 16.30 Uhr, wahrscheinlich im Bürgerhaus – je nachdem wann wir es wieder betreten dürfen –, einen Kindersachenbasar veranstalten, dessen Erlös dann ebenfalls für den Umzug genutzt wird“, informiert Bundschuh und versichert: „Im nächsten Jahr findet der Umzug auf jeden Fall wieder statt. Danach müssen wir sehen, wie es weitergeht.“

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