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Aufgepasst! Nur noch bis zum kommenden Dienstag, 5. März, können Eltern ihre Kinder an weiterführenden Schulen anmelden.

Bildung

Frist für Schulwahl in Rüsselsheim läuft ab

Stressige Tage erleben gerade viele Rüsselsheimer Familien mit Schulkindern. Viertklässler stehen vor dem Übergang von der Grundschule auf die weiterführende Schule. Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema.

Rüsselsheim - Der Ernst des Lebens beginnt für hessische Kinder erst so richtig, wenn sie nach vier Jahren Grundschule auf die weiterführende Schule wechseln. Haupt-, Realschule, Gesamtschule oder Gymnasium? Das ist die große Frage.

Die Wahl des Bildungsgangs nach der Grundschule ist grundsätzlich Sache der Eltern, die bei dieser Entscheidung vor allem von den Lehrern der Grundschulen unterstützt werden sollen, teilt das Kultusministerium auf seiner Internetseite mit.

Dem Ministerium zufolge sprechen die Klassenkonferenzen in der Grundschule für jedes Kind eine Empfehlung für den weiteren Bildungsgang aus, der für die Bedürfnisse und die Fähigkeiten des Kindes am besten geeignet erscheine. Diese werde den Eltern in einem Beratungsgespräch mitgeteilt.

Im Interesse des Kindes sei es empfehlenswert, das Beratungsangebot der Grundschule anzunehmen und die Aussagen der Klassenkonferenz zu Lernverhalten, Arbeitshaltung und Leistungsstand des Kindes bei der Wahlentscheidung zu prüfen und zu berücksichtigen. Diese Wahl sollte vor allem nach pädagogischen Gesichtspunkten getroffen werden.

Die beim Beratungsgespräch ausgesprochene Empfehlung sei jedoch nicht bindend. Die Eltern hätten die Möglichkeit, eigenständig über den Bildungsgang ihres Kindes zu entscheiden.

Die Eltern sollen im gewählten Bildungsgang die gewünschte Schule benennen und für den Fall, dass die Aufnahmekapazität dieser Schule eine Aufnahme der Schülerin oder des Schülers nicht erlaubt, ersatzweise wenigstens eine weitere Schule angeben.

Bis zum kommenden Dienstag, 5. März, haben Eltern Zeit, die Antragsformulare auszufüllen und bei der Grundschule ihres Kindes abzugeben.

Ziel ist es laut Kultusministerium, dass jedes Kind in einen Bildungsgang aufgenommen wird, der es ihm ermöglicht, seinen individuellen Fähigkeiten entsprechend bestmöglich zu lernen und seine Begabungen zu entfalten.

Hier nun eine Übersicht und Checkliste mit Antworten auf die wichtigsten Fragen, die Eltern gerade beschäftigen.

  Nach welchen Kriterien sollten Eltern die richtige Schule für ihr Kind aussuchen?

Auf die Lehrer zu hören, scheint nicht die schlechteste Idee zu sein. „Lehrkräfte haben in der Regel die schulische Entwicklung der Kinder vier Jahre lang beobachtet und begleitet“, sagt Birgit Knauf-Goedeking, stellvertretende Leitern des Staatlichen Schulamts für den Kreis Groß-Gerau und den Main-Taunus-Kreis. „Darüber hinaus ist es natürlich auch wichtig, dass Kinder sich auf eine neue Schule freuen und gerne dorthin gehen möchten.“ Die Wahl der geeigneten weiterführenden Schule für die Viertklässlerinnen und Viertklässler solle allerdings vor allem nach pädagogischen Gesichtspunkten getroffen werden, betont auch die Expertin.

  Welchen Schulen weist das Schulamt Kinder zu, die keinen Platz an der Wunschschule bekommen?

In den vergangenen Jahren haben Knauf-Goedeking zufolge nahezu alle Eltern in Rüsselsheim einen Platz für ihr Kind an einer der benannten Wunschschulen erhalten. „Darüber hinaus kann ich diese Frage nicht grundsätzlich beantworten, da jeder Fall unterschiedlich ist“, räumt sie ein.

  Haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Platz für ihr Kind an einer bestimmten Schule?

Nein, Eltern haben aber ein Recht auf einen bestimmten Bildungsgang für ihr Kind, stellt die stellvertretende Schulamtsleiterin klar.

  Kann man mit taktischem Wahlverhalten zur Wunschschule kommen?

Taktisches Wahlverhalten beobachten Schulen bereits seit Jahren. Taktiker unter den Eltern wählen als Erstwunsch gerade nicht ein besonders beliebtes, sondern ein weniger gefragtes Gymnasium, um überhaupt einen Platz an einer selbst gewählten Schule zu erhalten, statt einen vom Schulamt zugewiesen zu bekommen.

  Kann man mit Spenden und Zuwendungen etwas erreichen?

Ganz schlechte Idee. Das Kind einen handgeschriebenen Brief an den Schulleiter der Wunschschule schreiben zu lassen, um diesen zu erweichen, ist ebenso daneben wie die Idee, dem Förderverein eine großzügige Spende zu machen. Solche Methoden führen nicht zum Ziel.

  Wie können Eltern etwaigen Stress mit der Schulwahl für sich und ihr Kind so gering wie möglich halten?

Indem sie einen kühlen Kopf bewahren und sich klarmachen: Die Wahl der weiterführenden Schule ist keine Entscheidung fürs Leben. Nicht einmal die Entscheidung für die weiterführende Schule ist es. Das Bildungssystem mag bisweilen unübersichtlich sein, aber es ist mit Sicherheit eines: flexibel. Zum Abitur führt mehr als ein Weg, zum Beispiel im Anschluss an die Realschule und sogar für Erwachsene über den sogenannten zweiten Bildungsweg.

  Wie geht es nach dem 5. März weiter?

Über die endgültige Vergabe der Schulplätze entscheidet die Konferenz zur Verteilung der Schulplätze unter Leitung des Staatlichen Schulamts in Rücksprache mit den Schulleitungen der weiterführenden Schulen. Es sei nochmals betont, dass kein Anspruch auf eine bestimmte Schule besteht, sondern nur auf den Besuch des gewünschten Bildungsgangs.

  Wann werden die Zusagen und Absagen an die Eltern verschickt?

„Das hängt von verschiedenen Faktoren ab“, gibt die stellvertretende Schulamtsleiterin Knauf-Goedeking zu bedenken. Voraussichtlich würden Eltern Mitte bis Ende Mai benachrichtigt werden.

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