Kanzlei Klaus + Partner Steuer

Mit Spezialisierung zum Erfolg

Bundesweit gibt es rund 94 000 Steuerberater. Um sich vom Markt abzusetzen, muss sich der einzelne Berater mit seiner Kanzlei schon etwas Besonderes einfallen lassen. Dann gibt es vielleicht sogar eine Auszeichnung. Die Neu-Isenburger Kanzlei Klaus + Partner Steuer und Recht lag bei einem Test der Zeitschrift Focus Money erneut unter den bundesweiten Top 50 der mittelgroßen Kanzleien. FNP-Reporterin Kim Herschmann hat mit dem Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Diplom-Finanzwirt Frank Klaus über seine Arbeit und seine Kanzlei gesprochen.

Herr Klaus, Ihre Kanzlei wurde von Focus Money ausgezeichnet. Was macht sie so besonders?

FRANK KLAUS: Wir sind eine interdisziplinäre Kanzlei. Das bedeutet, dass bei uns sowohl Steuerberater als auch Rechtsanwälte arbeiten. Wenn bei einem Mandanten Verträge zu prüfen oder aufzusetzen sind, dann macht das nicht nur der Rechtsanwalt, auch der Steuerberater hat ein Auge darauf. Wir bringen dadurch eine wesentlich rundere Leistung, als es bei einer Kanzlei mit nur Anwälten oder Steuerberatern der Fall wäre. Von dieser Art gibt es in Deutschland nicht viele Kanzleien. Im Steuerberatermarkt sind überwiegend Einzelsteuerberater mit drei bis vier Mitarbeitern tätig. Bei uns arbeiten vier Steuerberater und zwei Rechtsanwälte plus Assistenten und administrative Mitarbeiter. So können wir, auch aufgrund unserer Spezialisierungen, Probleme besser erkennen und lösen. Mehr als 50 Prozent unserer Mitarbeiter haben einen akademischen Hintergrund.

Wie wirkt sich das auf Ihre tägliche Arbeit aus?

KLAUS: Wir bieten unseren Mandanten nicht nur eine vergangenheitsbezogene betriebswirtschaftliche Auswertung, sondern auch eine „Quasi-Planung“. Wir unterstützen damit die Unternehmen, die zu uns kommen. Wir nehmen nicht nur die aktuellen Daten, sondern schauen auch auf die Daten der vergangenen Jahre. Dann klären wir, welche Ziele der Unternehmer verfolgt und mit welchen Veränderungen er für das kommende Jahr rechnet. In der Buchhaltung für Mai oder Juni sehen wird dann bereits, ob diese Voraussagen eintreffen, oder ob unser Mandant gegensteuern muss. Wir rechnen auch aus, wie wohl die Steuerlast zum Jahresende aussieht. So etwas gibt es nicht oft. Zudem bieten wir unseren Mandanten ein externes Controlling mit einer Mittelfrist-Planung, die vierteljährlich oder monatlich besprochen wird, um unternehmerische Entscheidungen abzusichern.

Wir legen sehr viel Wert auf Service. Wir nehmen uns Zeit für unsere Mandanten. Auch wenn es bei uns gerade noch so hektisch ist – der Mandant merkt es nicht. Wir haben meistens unheimlichen Druck. Damit habe ich nicht gerechnet, als ich mich selbstständig gemacht habe. Ich dachte immer, Steuerberater sei ein ganz ruhiger Job [lacht]. Wir schicken unsere administrativen Mitarbeiter mehrfach pro Jahr in Cafés und Restaurantbetriebe, um sich dort den Service anzusehen. Das führt dazu, dass es bei uns neben mehreren Sorten Tee und Kaffee auch Süßigkeiten während Besprechungen gibt.

Welchen Service bieten Sie noch an?

KLAUS: Wir stellen unsere Bilanz-Präsentationen als Grafiken vor, nicht als reines Zahlenwerk. So muss sich der Unternehmer bei der Nachbesprechung nicht die Blöße geben, zuzugeben, dass er sich an einzelne Zahlen oder Vorgänge nicht mehr erinnern kann. Er sieht sie klar als Balken definiert vor sich. Zudem haben wir uns noch spezialisiert. Bei uns arbeiten zwei Fachberater. Einer für das Stiftungswesen, was sehr selten ist, und einer für Unternehmensnachfolge. Außerdem sind wir Mitglied in dem internationalen Netzwerk „Intercontinental Grouping of Accountants and Lawyers“ und sind damit in der Lage, unsere Mandanten grenzüberschreitend zu betreuen.

Seit wann gibt es Ihre Kanzlei?

KLAUS: Ich bin seit 1991 selbstständig. Zunächst befand sich unsere Kanzlei in einem kleinen Hinterhof, aber das Büro wurde sehr schnell zu klein. Nach wechselnden Standorten haben wir seit 1999 unseren Sitz in der Hugenottenallee 171a. Zudem haben wir einen Ableger in Frankfurt, wo wir ein großes Mandat betreuen, aber auch Konferenzen halten und Mandanten beraten, die außerhalb von Neu-Isenburg wohnen. Wir hatten bereits 2005 bei dem ersten Steuerberater–Ranking von Focus-Money erfolgreich teilgenommen, damals jedoch noch in der Kategorie große Kanzleien. Nach Änderung der Größenkriterien und einer internen Umorganisation treten wir gegen andere Kanzleien mit bis zu 25 Mitarbeitern an.

Was mussten Sie tun, um sich für diese Auszeichnung von Focus Money zu bewerben?

KLAUS: Wir mussten einen Fragebogen ausfüllen, und der hatte es in sich. Dort mussten wir unter anderem beantworten, wie sich die Kanzlei in den vergangenen Jahren entwickelt hat, wie unsere Personalführung abläuft, ob es Zielvereinbarungen gibt und nach welchen Prozessen wir arbeiten. Da wir die sogenannte ISO-Zertifizierung (2001:2008) haben, lässt sich das einfach nachweisen. Dann gab es einen Teil zur wirtschaftlichen Entwicklung der Kanzlei und zur Mitarbeiterstruktur. Richtig knifflig war dann der letzte Teil mit den Fachfragen. Da mussten wir richtig tief auch in Materien einsteigen, mit denen wir uns nicht täglich beschäftigen, etwa mit dem Geldwäsche-Gesetz. Da saßen drei unserer Steuerberater einen Nachmittag lang dran – und hinterher haben wir noch diskutiert, wie die richtigen Lösungen lauten müssen. Für alle Fragen gab es dann Punkte, ebenso wie für unsere Fachberater.

Neben Ihrer täglichen Arbeit engagieren Sie sich sozial. Was machen Sie genau, und was hat Sie dazu bewogen?

KLAUS: Wir unterstützen die Bürgerstiftung Jugend und Beruf, den Verein Mobile Jugendarbeit und Streetwork in Neu-Isenburg sowie den Verein MainLichtblick in Frankfurt. Zudem sind wir Sponsoren der Gründertage Hessen, die in diesem Jahr in Neu-Isenburg ausgerichtet werden. Wir sind ein erfolgreiches Unternehmen und wollen unserem Umfeld etwas davon zurückgeben. Wir halten auch kostenlos Vorträge an Schulen. Der jüngste war an Schulabgänger gerichtet. Wir haben ihnen vorgerechnet, wie gut sie ihre Altersvorsorge aufstellen können, wenn sie schon heute anfangen, 50 Euro im Monat einzuzahlen. Auf 40 Jahre gerechnet gibt das ein gutes Polster für die Rente.

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