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Soll umstrukturiert werden: Die Kreisklinik Groß-Gerau. 

Groß-Gerau

„Letztes Ass“ bei maroder Kreisklinik Groß-Gerau

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Die CDU äußert den Verdacht der Insolvenzverschleppung durch SPD-Landrat Thomas Will. Der hat ein neues Konzept vorgelegt, bei dessen Umsetzung die traditionellen Krankenhaustrukturen aufgelöst würden.

Vor dem Hintergrund der seit Jahren weiter steigenden Millionen-Verschuldung der Kreisklinik Groß-Gerau und ihrer nun geplanten Umstrukturierung zum regionalen, intersektoralen Gesundheitszentrums hat die CDU-Kreistagsfraktion den Verdacht der Insolvenzverschleppung gegen Landrat Thomas Will (SPD) geäußert.

Mit Blick auf die zurückliegende Finanzsituation und die aktuelle Leistungsfähigkeit der Klinik sei „die Insolvenzverschleppung durch Landrat Thomas Will zu prüfen“, heißt es in einer Mitteilung von Fraktions-Chef Mario A. Bach und Kreisverbandsvorsitzendem Stefan Sauer. Allein diesen Punkt erreicht zu haben, sei gegenüber den Beschäftigten unverantwortbar. Die neue Klinikgeschäftsführerin Erika Raab habe „endlich Transparenz in die unhaltbaren finanziellen Vorgänge rund um die Klinik gebracht“. Nun könne man, wenn auch mit drei verlorenen Jahren Verzögerung, ungeschönt betrachten, wo man eigentlich stehe. „Dieser Aufgabe ist Landrat Thomas Will in den vergangenen Jahren nicht nachgekommen“, kritisiert die CDU-Spitze.

Es stelle sich die Frage, „ob nicht sogar ein vollständiges Organisationsversagen vorliegt“.

Der Landrat hatte am Montag das „Zukunftskonzept zur Kreisklinik“ in den Kreistag eingebracht. „Der Fortbestand in anderer Form ist das letzte Ass, das wir spielen können“, sagte Will.

Nach dem neuen Konzept geht der Trend von der stationären Behandlungen zur ambulanten, deren Kern das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) sein soll. Entsprechend sollen es künftig 100 stationäre Betten und 120 ambulante geben. Die klassische Struktur in Trennung nach Fachabteilungen soll aufgelöst und durch Pflegeintensitätsbereiche mit ärztlicher Betreuung ersetzt werden. Die Geburtenstation soll wegfallen. Eine Grundversorgung für Schwangere soll laut Will jedoch aufrecht erhalten bleiben. Auch die zentrale Notaufnahme werde weiterhin vorhanden sein. Zudem sei eine Kooperation mit dem GPR Klinikum Rüsselsheim geplant.

Die CDU schlägt vor, den Betrieb des MVZ am Standort der Kreisklinik dem GPR Rüsselsheim anzugliedern, ergänzt um Teilaspekte des vorgelegten Zukunftskonzeptes.

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