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Mit den Lastern kam auch der Dreck auf Geinsheims Durchgangsstraße. Dieses Problem wurde bereits gelöst. Archivfoto: Ralph Keim

Verkehr

2022 ist Schluss mit der Verfüllung

Bürgermeister Jochen Engel hat gute Nachrichten: Der Kiebertsee wird nur noch bis Ende Dezember 2021 verfüllt. Die Bewohner in Geinsheim können aufatmen.

Trebur -Mit einem umstrittenen Thema soll 2022 Schluss sein: Die Verfüllung des Kiebertsees soll offiziell mit dem 31. Dezember 2021 beendet werden. Das bekamen die Fraktionen während der Ausschussrunde am Mittwoch mitgeteilt.

Es war ein gigantisches Vorhaben: Auf eine Dauer von rund 20 Jahren sollte der Kiebertsee mit rund 1,5 Millionen Kubikmetern Material auf 13 Hektar verfüllt werden. Die damit betraute Firma Dyckerhoff Kieswerk Trebur GmbH, die die Grube für Kiesabbau nutzt, würde dafür der Kommune Trebur jährlich 5000 bis 10 000 Euro an sogenanntem Verfüllungszins zahlen. 2016 ging es mit der umstrittenen Verfüllung los, inzwischen ist aus der Luft eine beachtliche "Landzunge" zu sehen.

Zur Erinnerung: Die Teilverfüllung des Sees hatte Trebur zur Auflage gemacht, damit Dyckerhoff im Bereich der Kiesgrube weitere knapp acht Hektar auskiesen darf. Das Verfüllen, beispielsweise mit Material von Baustellen, lässt sich Dyckerhoff selbstverständlich bezahlen.

Hohe rechtliche Hürden

Doch die täglich zwischen 50 und 100 Lasterfahrten, die die Verfüllung nach sich zog, machten von Anfang an besonders den Anwohnern in Geinsheim zu schaffen. Der bald von Teilen der Politik gewollte und besonders von der Bevölkerung geforderte Ausstieg aus der Verfüllung hatte allerdings hohe Hürden zu meistern. Die sogenannten Gestattungsverträge, die seit 1976 alles regeln, hätte die Kommune zwar außergerichtlich kündigen oder über die Änderung des Planfeststellungsbescheids auflösen können. Doch diese Verfahren hätten wahrscheinlich einen langen Rechtsstreit und hohe Kosten nach sich gezogen.

Bürgermeister Jochen Engel (Freie Wähler) war daher von Anfang an eine einvernehmliche Lösung mit Dyckerhoff wichtig. Und nach zahlreichen Terminen zwischen Juni 2019 und November 2020 nun das Ergebnis: Beide Seiten haben sich geeinigt und wollen diese Einigung per Vertrag zu Papier bringen. Die wichtigste Botschaft: Die Verfüllung endet offiziell am 31. Dezember 2021. Damit laufen allerdings auch die Zinszahlungen aus.

Doch wie wird es mit dem Kiebertsee weitergehen? Auf der Wasserfläche könnte beispielsweise eine großflächige Photovoltaikanlage installiert werden, lautet eine Möglichkeit. Eine nicht gerade kleine, bereits bewachsene Abraumhalde könnte zusammen mit einem von Dyckerhoff gebauten Aussichtspunkt, einer befestigten Uferlinie und einem Rundweg eine durchaus ansehnliche Landschaft bilden, die mit Blick auf den See zum Spazierengehen einlädt. Mit rund zehn Jahren ist dies allerdings eine mittelfristige Perspektive.

Schlamm und Dreck auf den Straßen

Noch rollen also die Laster, bislang mit auf den Straßen deutlich sichtbaren Hinterlassenschaften in Form von Schlamm und Dreck. Gegenüber dieser Zeitung bestätigte Bürgermeister Engel, dass besonders bei feuchtem Herbstwetter die Ortsdurchfahrt von Geinsheim verschmutzt war, verursacht von den Kieslastern. Das habe berechtigterweise zu Beschwerden einiger Anwohner geführt. "Solche Verschmutzungen muss selbstverständlich der Verursacher beseitigen", bekräftigt Engel. Das Ordnungsamt habe umgehend Kontakt zu Dyckerhoff aufgenommen.

Anfangs sei allerdings lediglich das Reinigungsintervall der Kehrmaschine erhöht worden, was aber eher zu verschmierten Straßen geführt habe. In einem "sehr konstruktiven" Telefonat mit dem Geschäftsführer von Dyckerhoff, Matthias Derstroff, sei ihm sofort zugesagt worden, dass das Unternehmen eine Reifenwaschanlage für die Laster anmieten werde. Bis zur Inbetriebnahme soll eine größere Kehrmaschine, die den Schmutz auch absauge, für Sauberkeit sorgen.

"Damit wurde mit allen Beteiligten zügig eine gute Lösung gefunden", zeigt sich der Rathauschef zufrieden, der die Situation aber im Blick behalten und die Wirkung der Reifenwaschanlage beobachten wolle. Auch die CDU hat die Verschmutzung moniert. Nach Kenntnis der Fraktion soll die Reifenwaschanlage zu Beginn der zweiten Novemberhälfte in Betrieb genommen werden. Das Problem, dass viele Laster zu schnell fahren und die Bürgersteige beschädigen, sei dadurch aber noch nicht gelöst, fordert die CDU auch dazu zügiges Handeln. Ralph Keim

Hinter Stacheldraht und Gitterzäunen: Seit 2016 wird der Kiebertsee verfüllt. Doch damit ist offiziell am 31. Dezember 2021 Schluss. Archivfoto: Ralph Keim

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