Ein Trebur Open Air wie in den vergangenen Jahren wird es wegen der Pandemie nicht geben können. Doch noch halten die Veranstalter am Festival in diesem Sommer fest. Archivfoto: sven Westbrock
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Ein Trebur Open Air wie in den vergangenen Jahren wird es wegen der Pandemie nicht geben können. Doch noch halten die Veranstalter am Festival in diesem Sommer fest. Archivfoto: sven Westbrock

Kultur

Alternative Konzepte für das Trebur-Open-Air

  • vonDr. Daniela Hamann
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Veranstalter bleiben optimistisch - Das Festival-Programm steht

Trebur -Im vergangenen Jahr wurde das weit über die Region hinweg beliebte und bekannte Trebur Open Air (TOA) aufgrund der Pandemie abgesagt. Nachdem sich die Infektionszahlen im Sommer auf einem niedrigen Niveau eingependelt hatten, organisierte das TOA-Team als Teil des Treburer Kultursommers eine Corona-konforme Alternativ-Veranstaltung, an der an beiden Tagen jeweils 250 Besucher teilnahmen. Doch wie sieht es mit dem TOA in diesem Jahr aus? Wird es stattfinden und wenn ja, in welcher Form?

Stefan Kasseckert vom Kulturbüro der Gemeinde ist seit langem an der Organisation und Gestaltung des TOA beteiligt. Er sagt: "Wir haben unser Programm, das wir für das TOA 2020 geplant hatten, nur auf dieses Jahr verschoben. Alle Bands haben sich dazu bereit erklärt. Unser Line-up steht also. Was wir jedoch gar nicht wissen, ist, ob und wie das TOA in diesem Jahr stattfinden kann." Tatsächlich habe das Orga-Team bereits verschiedene Konzepte entwickelt, mit denen das TOA - abhängig von der Infektionslage - stattfinden könnte. Denkbar sei es zum Beispiel, die Zuschauer in zwei Gruppen aufzuteilen, die keinen Kontakt miteinander haben.

Kasseckert betont jedoch: "Wenn wir zu dem TOA nicht mindestens 3000 Besucher zulassen können, lohnt es sich für uns wirtschaftlich nicht." Zu den verschiedenen Konzept-Ideen gehöre auch, die Zuschauer jeden Tag testen zu lassen.

Stefan Kasseckert berichtet, dass er in ständigem Kontakt und Austausch mit anderen Veranstaltern und dem Forum Veranstaltungswirtschaft stehe. Das Forum Veranstaltungswirtschaft habe eine Schrift mit dem Titel "Manifest Restart" erstellt und veröffentlicht, mit der es der Bundesregierung und der Ministerpräsidentenkonferenz Lösungen vorstelle, wie trotz der Pandemie Begegnungen in Form von Kultur- und Konzertveranstaltungen stattfinden können.

Mehr Sicherheit durch Ausfallhilfen

"Wir wünschen uns dringend eine Perspektive und eine klare Ansage von Bund und Ländern", sagt Kasseckert deutlich. Denn aktuell sei es so, dass immer wieder neu abgewartet werden müsse. Ein weiteres wichtiges Thema seien die Ausfallhilfen, sagt Stefan Kasseckert ernst. "Ausfallhilfen durch Bund und Länder können bei der Planung von Veranstaltungen Sicherheit bieten. Doch dazu gibt es bisher auch noch keine Zusagen."

Erst in der vergangenen Woche hätte der Veranstalter CTS Eventim bereits Publikumsmagneten wie Rock am Ring, Deichbrand oder das Southside abgesagt. Doch Stefan Kasseckert bleibt optimistisch: "In Berlin läuft zurzeit eine Test-Studie für Konzertbesuche." Auch im Nachbarland Niederlande sei in der vergangenen Woche mit 1000 Probanden untersucht worden, wie hoch die Ansteckungsgefahr bei verschiedenen Hygienekonzepten bei einem Konzertbesuch sei. Der Versuch in den Niederlanden soll im kommenden Monat wiederholt werden. Das TOA-Team hoffe, dass das Festival in diesem Jahr stattfinden kann. Auch an Konzepten für das Camping werde derzeit getüftelt. Letztlich hänge jedoch alles von den Entscheidungen der Politik ab, von der Impfkampagne und davon, wie sich das Infektionsgeschehen im Sommer darstellt. Auf absehbare Zeit bleibe also die Ungewissheit bestehen, sagt Kasseckert nachdenklich.

Daniela Hamann

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