Die Besucher sollen in 15 Pavillons die Geheimnisse des Weltalls erklärt bekommen. Grafik: Manfred Liedtke
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Die Besucher sollen in 15 Pavillons die Geheimnisse des Weltalls erklärt bekommen. Grafik: Manfred Liedtke

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Astropark soll in diesem Jahr eröffnen

  • Dorothea Ittmann
    vonDorothea Ittmann
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Eine Zeit lang war das Bauprojekt ins Stocken geraten. Jetzt soll es weiter vorangehen. Der Astronomiepark wird im Frühjahr in den politischen Gremien Thema sein.

Trebur -In die Sterne schauen mussten die Amateur-Astronomen in Trebur wohl nicht, um die Folgen der Corona-Pandemie abzuschätzen. Im Laufe des vergangenen Jahres war klar: Die Bauarbeiten für den Astropark zwischen dem Treburer Freibad und der Mittelpunktschule sollen 2021 endlich beginnen.

Der Grundstückstausch der Gemeinde Trebur mit dem Kreis Groß-Gerau konnte im November 2020 aufgrund der verschärften Corona-Verordnungen nicht vollzogen werden, teilt Manfred Liedtke von der Astronomie-Stiftung. Ende Januar sind laut Bürgermeister Jochen Engel (Freie Wähler) in einem Treffen mit dem Vorsitzenden und Stiftungsgeber Michael Adrian noch Details zu besprechen. Über das Projekt werde der Fachausschuss voraussichtlich im Februar oder März beraten. "Wir sind da sehr ungeduldig", sagt Liedtke. Schließlich sei die Idee für den Park vor vielen Jahren geboren worden.

Über den Grundstückstausch ließ der Kreis allerdings erst im September 2019 im Kreistag abstimmen. Getauscht wird ein fast 5000 Quadratmeter großes Grundstück östlich der Mittelpunktschule gegen den etwa 2500 Quadratmeter großen Kerweplatz als Schulerweiterungsfläche. Der Astropark soll über den Parkplatz des Fritz-Becker-Bads erschlossen werden. Auf einem Teil des Grundstücks sollen Parkplätze sowohl für die Besucher des Parks als auch des Freibads angelegt werden.

Ausschreibungen laufen bereits

Die Hobby-Astronomen stehen schon in den Startlöchern. In den vergangenen Monaten habe man nicht Däumchen gedreht, sondern einiges in die Wege geleitet. Die Ausschreibungen für die Bauarbeiten liefen bereits, erste Dienstleister seien gefunden und Vorverträge abgeschlossen. "Wir müssen nur noch den Bauantrag einreichen", so Liedtke. Dann gehe alles ganz schnell. Wenn es nach ihm gehe, würden im März/April die ersten Bauarbeiten auf dem Gelände beginnen, die 15 fensterlosen Pavillons im Juni/Juli entstehen. Ganz so schnell wird es nach Einschätzung der Bürgermeisters wohl nicht gehen. Die politischen Mühlen mahlen bekanntlich langsamer.

"Aus dem Grundstückstausch ergeben sich eine Reihe von Lasten beziehungsweise Verpflichtungen für die Gemeinde, die wir zunächst mit einem Pachtvertrag an die Michael-Adrian-Stiftung weitergeben müssen", erinnert Jochen Engel. "Dazu waren bislang recht umfangreiche Beratungen erforderlich, um für alle Punkte eine gute Lösung zu finden. Sobald alles geklärt ist, werden sowohl der Grundstückstausch als auch der Pachtvertrag in unseren Gremien beraten. Der Entwurf des Pachtvertrages liegt inzwischen vor."

Der Bürgermeister hofft, dass die Gemeindevertretung das Projekt noch vor der Kommunalwahl auf die Zielgerade bringt, "denn das wäre sicherlich eine spannende Bildungseinrichtung in der Gemeinde Trebur".

Projektionen auf 70 Quadratmetern

Spannend ist Manfred Liedtkes Vision allerdings: In den vier Meter hohen Gebäuden informieren sich die interessierten Besucher auf je 70 Quadratmetern über verschiedene Themen rund um unsere Galaxie: Wie funktioniert unser Sonnensystem? Was ist die Milchstraße? Wie haben Menschen den Mond erforscht? Was passiert bei der Sommer- und Wintersonnenwende oder der Tagundnachtgleiche?

Die ersten Visualisierungen könnten in etwa sechs Wochen vorliegen, sagt Liedtke, der an der Hochschule Mainz am Institut für Mediengestaltung arbeitet. "Corona hat uns gezeigt, dass wir mit Projektionen gar nicht verkehrt liegen." Ohne Kontaktflächen sei eine Infektion mit dem Virus schwieriger. Brillen für die geplanten Virtual-Reality-Angebote seien in der aktuellen Corona-Lage allerdings nicht möglich.

Mit dem Astropark soll Trebur zum "Hotspot für Astronomie"-Fans werden. Im Michael-Adrian-Observatorium steht eines der größten Teleskope in Deutschland. Liedtkes Vision geht noch einen Schritt weiter: Gäste aus Toronto besuchen den Astropark in Trebur - virtuell. Das Internet macht es möglich. An der Hochschule in Mainz arbeite Manfred Liedtke bereits an einem solchen Projekt. Der Astronomiepark könnte einer der ersten sein, der davon profitiert. Doch Visionen hin oder her, erst einmal müssen die Pavillons gebaut werden und das soll zumindest in diesem Jahr noch passieren. Die Stiftung rechnet mit einer Investitionssumme von einer Million Euro. Der Park soll mit Erträgen einer Zustiftung finanziert werden. Dorothea Ittmann

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