Bei "Fisch Diegeler" in Trebur gibt es frische Austern aus Frankreich. Foto: Christian Scherer
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Bei "Fisch Diegeler" in Trebur gibt es frische Austern aus Frankreich.

Genuss

Austausch mit Frankreich: Speisen wie Gott in Trebur

  • Anna Grösch
    VonAnna Grösch
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Der Austausch Treburs mit der Partnerstadt in Frankreich ist in diesem Jahr anders - dafür aber lecker.

Seit 39 Jahren sind Trebur und Verneuil d'Avre et d'Iton verschwistert. Die Stadt in der Region Haute Normandie ist rund sechseinhalb Autostunden von Südhessen entfernt - gefühlt momentan aber noch viel weiter. Schuld ist die Corona-Pandemie, die Ausgangssperren, Abstandsregeln und Reisebeschränkungen mit sich bringt.

Aus diesem Grund ist auch der gegenseitige Besuch in Frankreich beziehungsweise Deutschland in diesem Jahr nicht möglich. "Traditionell würden wir die Gäste aus der Partnerstadt am Himmelfahrtswochenende vom 13. bis 16. Mai in Trebur begrüßen", schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung.

Trebur: Kulinarische Aktion von Gastronomen

Aber die Freunde aus Frankreich sollen hierzulande nicht vergessen werden. "Das Verschwisterungskomitee und die Gemeinde möchten trotzdem nicht auf ein wenig französisches Flair in Trebur verzichten", heißt es weiter. Wie genau das aussehen, oder eher schmecken soll, zeigt nun eine erste kulinarische Aktion von Gastronomen gemeinsam mit der Gemeinde. Vom 13. bis 15. Mai gibt es beispielsweise am Verkaufsstand von "Fisch Diegeler" hinter der Turnhalle des Turnvereins französisch inspirierte Fischspezialitäten. Auch das Restaurant "Zum Erker" hat am Samstag, 15. Mai, ein französisches Gericht auf der Speisekarte. Frühstücksliebhaber können beim "Café zu mir" eine Frühstücksbox mit einem Eclair erhalten. Das passende Getränk aus der Partnerregion finden Interessierte im Getränkemarkt "Die DorschtLöscher".

"Kulinarik bietet sich dafür an, daran zu erinnern, dass wir mit Frankreich verschwistert sind", sagt Stefan Römer, der im Kulturbüro der Gemeinde unter anderem für den partnerschaftlichen Austausch zuständig ist. "Das haben wir im Komitee erarbeitet und abgesprochen, was wir machen können." Es gab durchaus noch mehr Ideen, die sich aber als schwierig herausstellten. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie in Frankreich seien teilweise noch strenger als hier. In der Partnergemeinde konnte man zeitweise nicht einmal Essen zum Mitnehmen abholen, erklärt Römer weiter.

Welche Gerichte die einzelnen Gastronomen anbieten, werden wir teilweise noch entschieden. Das Team von "Fisch Diegeler" hat aber auf Facebook schon veröffentlicht, dass es am Stand frische französische Austern und ein hausgemachtes Makrelenrillette nach Originalrezept aus Frankreich geben wird.

Trebur: Literatur aus dem Nachbarland

Wer neben Futter für den Magen auch welches für den Kopf braucht, der kann der Bücherei einen Besuch abstatten. Die legt den Fokus in den kommenden Tagen auf französische Literatur, auch ein Flyer über Verneuil d'Avre et d'Iton liegt aus. Den hat die französische Gemeinde selbst gemacht - in deutscher Sprache. Trebur hat ebenfalls touristisches Material gen Frankreich versandt.

"Wir verstärken außerdem den Austausch auf Facebook, damit wir uns gegenseitig nicht vergessen", sagt Stefan Römer. Ein paar Erinnerungen an die Verschwisterung gibt es schon im Ort zu sehen. Wer die Augen offen hält, kann in ein paar Tagen im Blumenbeet an der Ecke Astheimer Straße/Rüsselsheimer Straße ein buntes Farbenspiel aus Blüten in den französischen Nationalfarben entdecken. Diese wurden dort vor einigen Tagen gesetzt - jetzt müssen sie nur noch blühen. Auch in Frankreich soll es ein Beet in den Farben der deutschen Flagge geben. Römer freut sich, dass sich die Treburer Gastronomen und Buchläden bereiterklärt haben, teilzunehmen. Bei Dekoration und Fragen kann die Gemeinde aushelfen.

Viele schöne Erfahrungen haben die Treburer schließlich schon in Frankreich sammeln können, sei es beim Familien- oder Schüleraustausch oder auf kultureller Ebene. Römer erinnert daran, wie vor ein paar Jahren eine französische Band auf dem Trebur Open Air gespielt hatte, oder die ganze Handballmannschaft auf einen Austausch gefahren ist. Es sei der Gemeinde wichtig, dass man nicht immer nur dieselben Teilnehmerkreise mit einbezieht, sondern alle Treburer abholt, die Interesse an dem kulturellen Austausch haben.

Anna Grösch

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