Die Mir Trewwerer haben das Balser-Kunstwerk in den vergangenen Monaten auf Vordermann gebracht. Fotos: Ralph Keim
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Die Mir Trewwerer haben das Balser-Kunstwerk in den vergangenen Monaten auf Vordermann gebracht. Fotos: Ralph Keim

Trebur

Der Balser hütet wieder die Gänse

Es war ein Kraftakt, aber nach gut einer Stunde war es geschafft: Rund 15 Aktive der Mir Trewwerer haben gestern den Balser zurück zu seinem angestammten Platz am Schwarzbach zurückgebracht und dort über dem Wasser platziert, wo er nicht mehr wegzudenken ist.

Zur Erinnerung: Das 2015 geschaffene, holzscherenschnittartige Kunstwerk musste repariert werden, da es - jahrelang der Unbill von Wind und Wetter ungeschützt ausgesetzt - dringend eine Aufmöbelung notwendig hatte.

Der Balser, ein Hund und drei Gänse - in sattem Schwarz kommt das eigentümliche Ensemble jetzt wieder daher. Und einen neuen Holzbalken, auf dem Mensch und Tiere balancieren, haben die Trewwerer dem Treburer Original ebenfalls spendiert. Der alte Balken war nämlich vor mehr als einem Jahr durchgebrochen.

100 Kilogramm schwer

Vom Hof des Treburer Heimatmuseums, wo das Kunstwerk aufgearbeitet wurde, wurde der Balser zunächst die Hauptstraße entlang zum Schwarzbach gekarrt. Dort auf Höhe der Fischergasse angekommen, fing die eigentliche Arbeit erst richtig an. Immerhin rund 13 Meter misst der Balken, auf dem der Balser und sein Gefolge leichtfüßig balancieren. Das immerhin mehr als 100 Kilogramm schwere Kunstwerk musste mit vereinten Kräften über den Schwarzbach gehievt und schließlich sicher fixiert werden. Das hatte was vom Kerberbaumaufstellen, was es in diesem Jahr wegen der Absagen der Kerbeveranstaltungen ja nicht gegeben hat.

Vorausschauend hatten einige der Mir Trewwerer ihre Gummistiefel mitgebracht. So gab es keine nassen Füße, wenngleich der Schwarzbach zurzeit gerade einmal zwei Handbreit Wasser führt. Das stramme Lüftchen, das gestern wehte, tat sein übriges.

Nur mit Unterstützung

Stemmen konnten wir das ganze Vorhaben nur dank der Unterstützung einiger örtlicher Betriebe", freuts sich Norbert Becker von den Mir Trewwerern, dass der Schwarzbach endlich wieder sein markantes Kunstwerk hat, das die Gruppe vor fünf Jahren für "Kunst am Schwarzbach" hat anfertigen und installieren lassen. Gewidmet ist der überdimensionale Holzscherenschnitt dem Treburer Gänsehirten Balthasar "Balser" Schmenger, an den die älteren Bürger der Großgemeinde durchaus noch lebhafte Erinnerungen haben, darunter auch Norbert Becker. Das 1969 verstorbene Treburer Original war in den 1930er, 40er und 50er Jahren nahezu täglich zusammen mit seinem Hund Nelli durch den Schwarzbach gewatet. Ebenfalls dabei: die vielen Gänse, die sich die Treburer damals in Scharen hielten, und die der Balser täglich zu ihrer Weide brachte.

Am gestrigen Mittwoch waren es allenfalls einige Kälber, die anstelle der Gänse auf der anderen Schwarzbachseite grasten und die sich das Treiben am Bach eher gleichmütig anschauten. Und eine einsame Ente suchte lieber schleunigst das Weite, als sie die seltsame Gesellschaft auf das Gewässer zukommen sah. Von Ralph Keim

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