Zwei Jahre ist es mittlerweile her: Bieranstich mit Bürgermeister Jochen Engel (links) am Freitag auf dem Treburer Oktoberfest. Ob er in diesem Jahr wieder den Hammer schwingt, ist noch ungewiss. Archivfoto: Daniela Hamann
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Zwei Jahre ist es mittlerweile her: Bieranstich mit Bürgermeister Jochen Engel (links) am Freitag auf dem Treburer Oktoberfest. Ob er in diesem Jahr wieder den Hammer schwingt, ist noch ungewiss. Archivfoto: Daniela Hamann

Kultur

Bangen um das Oktoberfest

  • Dorothea Ittmann
    VonDorothea Ittmann
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TREBUR Pläne des Gewerbevereins liegen auf Eis - Entscheidung fällt im Mai

Das Gewerbe leidet unter den langanhaltenden Zwangsschließungen - besonders die Gastronomie, weiß Armin Borngesser, der Vorsitzende des Gewerbevereins Trebur (GVT). Und davon hat die Großgemeinde einige, vorne weg das Restaurant "Zum Erker", das "Café zu mir", das Bistro im Bürgerhaus und viele andere. Nach diversen Werbeaktionen, um das örtliche Gewerbe zu unterstützen - ganz nach dem Motto "Kauf in Trebur" - , ist so langsam die Luft raus.

Vor einem Jahr gab es noch Überraschungsboxen für die Bürger zu Ostern, in der Adventszeit schnürten Vereinsmitglieder fleißig Päckchen für die Kita-Kinder. Mancher Gewerbeverein hat auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie kleinere Gewinnspiele für die Ostertage organisiert. Diesesmal hat der GVT auf eine Osteraktion verzichtet. Der Gewerbeverein und seine rund 150 Mitglieder sind wie so viele Vereine in dieser Zeit ratlos.

Zwei beliebte Traditionsfeste stehen noch im Vereinskalender - das Volksfest "Spass uff de Gass" am 25. und 26. September sowie das Oktoberfest am 20. und 30. Oktober. ",Spass uff de Gass' ist sehr gefährdet", hat Borngesser nur wenig Hoffnung. Der organisatorische Aufwand stehe nicht im Verhältnis.

800 Menschen statt Tausende

Im vergangenen Jahr hatte der GVT das Straßenfest zwar mit Anmeldung und Einlasskontrollen veranstaltet. Lediglich zwölf Gewerbetreibende konnten sich auf dem eingezäunten Areal präsentieren. Etwa 800 Menschen besuchten die Ersatzveranstaltung "Trewwer macht uff". Eine traurige Zahl, bedenkt man, dass in den vergangenen Jahren Tausende Menschen aus der ganzen Region "uff de Gass" waren, um Live-Musik und die Darbietungen der Vereine in Trebur zu genießen.

Das Oktoberfest, das vier Wochen später hätte stattfinden sollen, wurde aufgrund der wieder steigenen Infektionszahlen verschoben. Damals konnte der GVT die gebuchten Bands auf 2021 vertrösten, so dass der Verein wenigstens keine Ausfallhonorare zahlen musste. Ob die Bands in diesem Jahr endlich beim Oktoberfest spielen dürfen, bleibt jedoch unklar. "Voraussetzung ist, dass bis Ende Mai wieder Veranstaltungen in Festzelten erlaubt sind", so Borngesser. Länger könne der Gewerbeverein mit der organisatorischen Vorarbeit für das Fest nicht warten. "Sonst wird es knapp mit dem Kartendruck und -verkauf", weiß der Vorsitzende. Ob "Spass uff de Gass" und das Oktoberfest 2021 auf der Agenda stehen bleiben oder abgesagt werden, entscheidet der geschäftsführende Vorstand.

Für die Anpassung der Mitgliederbeiträge ist das Votum in der Generalversammlung notwendig. "Es gibt die Überlegung, die Beiträge vielleicht um die Hälfte zu senken", so Borngesser. Derzeit zahlen die Mitglieder 120 Euro im Jahr. Die 60 Euro weniger im Jahr helfe den Gewerbetreibenden zwar nicht bei der Bewältigung der Krise, der GVT möchte aber auf diesem Wege ein Zeichen der Unterstützung und Anteilnahme setzen. Die dann geringeren Einnahmen für den Verein könne man sich leisten. Auch weil zurzeit kaum Ausgaben für Veranstaltungen getätigt werden, so der Vorsitzende.

Versammlung im Juni geplant

Schon die Terminfindung für eine Hauptversammlung gestaltet sich schwierig. Keiner weiß, ob im Sommer größere Treffen möglich sein werden. Armin Borngesser und seine Vereinskollegen peilen den Juni an. Sollten die Kontaktbeschränkungen dann immer noch so strikt sein, müsse der GVT wohl oder übel digital tagen, denn es stehen wichtige Vorstandswahlen an.

Eine positive Entwicklung kann der Vorsitzende trotz Corona-Krise vermelden. Die Gewerbevereine im Kreis Groß-Gerau sind näher zusammengerückt. Per Videokonferenz tauschten sie sich alle paar Wochen über Themen wie Verkaufsaktionen, Digitalisierung im Gewerbe und die Situation auf dem Ausbildungsmarkt aus. "Das ist eine gute Sache. Man rückt in der Krise enger zusammen", findet Borngesser. dit

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