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Parkbank statt Gemeindesessel: Kay Metzroth will doch nicht mehr ?alles anders machen?.

Wahl

Bürgermeisterkandidat Kay Metzroth: Rückzug per Facebook verkündet

Er wollte vieles anders machen, doch dazu wird es nicht kommen: Kay Metzroth, der als unabhängiger Kandidat bei der Bürgermeisterwahl antreten wollte, wirft die Brocken hin. Auf Facebook kommentiert er seinen Rückzug.

„Aufgrund einer Vielzahl von Gesprächen mit Bürgern, etc. sehe ich meinerseits keinen Grund überhaupt zu kandidieren“, begründet er dort seinen überraschenden Entschluss. Der unabhängige Bewerber Kay Metzroth wird nun doch nicht für das Amt des Bürgermeisters bei der Wahl Ende Januar kandidieren. Das verkündete Metzroth kürzlich auf seiner Facebook-Seite.

„Die Gemeindevertreter brauchen eher einen Kindergärtner als einen Bürgermeister. Hier in der Gemeinde wird gegeneinander geschossen wo es nur geht, Vereine, Ortsteile, Fraktionen und so weiter“, heißt es da. „Intoleranz, Egoismus, mangelnde Weitsicht“ herrschten vor, so der Vorwurf von Metzroth.

Bürgermeister Carsten Sittmann (CDU), der bei der Wahl nicht mehr antritt, bestätigte auf Nachfrage dieser Zeitung, dass er über den Rückzug informiert sei. Metzroth hätte als unabhängiger Kandidat

62 Unterschriften

von wahlberechtigten Bürgern als Unterstützer seiner Kandidatur vorweisen müssen.

„62 deshalb, weil es doppelt so viele Unterschriften sein müssen wie es Gemeindevertreter gibt, sofern der Kandidat für eine Partei oder Gruppierung antritt, die nicht in der Gemeindevertretung präsent ist“, erläuterte Sittmann.

Kay Metzroth sieht allerdings keinen Grund mehr für eine Kandidatur, schreibt er auf Facebook. „Ich stelle fest: Die meisten Trebur glauben in einer Glaskuppel zu leben und die Thematiken, die auf uns zukommen werden, laufen wohl an Trebur vorbei. Egal auf welchen Erdteil ich gewesen bin, in Sachen Ignoranz und Volksverblödung sind wir Weltspitze. Nicht alle, aber doch der mit Abstand größte Teil.“ Der ehemalige Kandidat bekommt dafür auf seiner Facebook-Seite nicht nur Zustimmung. Seine Aussagen stoßen auch auf Kritik, wie in den Antworten zu lesen ist.

Vor wenigen Wochen klang es noch ganz anders, als Metzroth über seine Kandidatur schrieb: „Ich mach’ alles etwas anders“ Trebur solle sich zum Vorbild in Sachen Nachhaltigkeit und Transparenz verändern. Politisch ungebunden, ehrlich und bürgernah wollte sich der 37-Jährige, der sich besonders für den Tierschutz stark macht, auch als Bürgermeisterkandidat präsentieren. Und er kündigte an, die Hälfte seines Bürgermeistergehalts für den guten Zweck spenden zu wollen.

Dazu wird es jetzt nicht kommen, zumal man ihm bei der Wahl allenfalls ein paar Prozentpunkte hätte zutrauen können.

Drei Kandidaten konkurrieren jetzt um das Amt: Jochen Engel für die Freien Wähler, Oliver Görlich (SPD) und Constantin Mussel (CDU). Gewählt wird am 27. Januar. Bürgermeister Sittmann macht darauf aufmerksam, dass unabhängige Bewerber ihre Kandidatur aber immer noch anmelden können – aber nur mit mindestens 62 Unterstützerunterschriften.

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