Bürgermeister Jochen Engel an der Kita "Kleine Welt" in Geinsheim. Für den Neubau soll noch in diesem Herbst die EU-weite Ausschreibung starten. Foto: Ralph Keim
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Bürgermeister Jochen Engel an der Kita "Kleine Welt" in Geinsheim. Für den Neubau soll noch in diesem Herbst die EU-weite Ausschreibung starten. Foto: Ralph Keim

Betreuung

Bürokratische Hürden zu meistern

In Geinsheim ist für die Kita "Kleine Welt" ein Neubau mit Platz für 100 Kinder geplant. Doch da das Projekt EU-weit ausgeschrieben werden soll, zieht sich die Umsetzung in die Länge.

Geinsheim -Vor mehr als einem Jahr, Bürgermeister Jochen Engel (Freie Wähler) war erst frisch im Amt, beschäftigte sich die Gemeindevertretung mit dem geplanten Neubau der Geinsheimer Kita "Kleine Welt". Seitdem hat sich anscheinend nichts getan. Doch das stimmt nicht. Allerdings muss die Verwaltung derzeit hohe bürokratische Hürden überwinden, was sich jedoch im Hintergrund abspielt.

Rund ein halbes Jahrhundert alt ist die bestehende Kita "Kleine Welt". Geplant ist ein Neubau für vier Gruppen mit maximal 100 Kindern auf 620 Quadratmetern Nutzfläche, zuzüglich 1900 Quadratmeter Freifläche. Mit dem Gebäude sollen auch neue Wohnungen geschaffen werden: Nach aktuellem Stand 15 Einheiten, zuzüglich der notwendigen Parkplätze, die in einer Tiefgarage vorgehalten werden sollen. Die Zufahrt soll über die dort vorbeiführende Landesstraße 3094 erfolgen. Dann müssten auch wirksame Maßnahmen getroffen werden, um den Auto- und besonders den Schwerlastverkehr abzubremsen.

Geschätzte Kosten: mehrere Millionen Euro. Dabei soll der Weg gegangen werden, wie es bereits mit der Kita Tannenweg geklappt hat: Ein externer Investor soll das Projekt verwirklichen und sein Geld in erster Linie mit den Wohnungen machen, so die Vorstellung der Kommune, die die neue Kita mieten beziehungsweise pachten würde. Aus diesem Grund muss im Haushalt kein Geld eingestellt werden. Das alles steht bereits seit gut einem Jahr fest.

Kein ähnlicher Fall im Landkreis

Da das Projekt EU-weit ausgeschrieben werden soll, zieht es sich jedoch in die Länge. "Notwendig ist ein sogenanntes Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb", erläutert Bürgermeister Engel. "Die Vorbereitungen dazu laufen bereits schon länger, sind aber sehr komplex." Hinzu komme, dass es im Landkreis Groß-Gerau kein Beispiel gebe, an dem man sich orientieren könne.

Der Rathauschef erwartet, dass die Vorbereitungen bis Ende September abgeschlossen sein werden. Dann werde man in die tatsächliche Ausschreibung gehen. Über eine ebenfalls nicht unkomplizierte Punktewertung werde dann derjenige ermittelt, der den Zuschlag bekommt. "Mir wäre auch lieber, wenn wir schon weiter wären", räumt Bürgermeister Engel ein. Mit der EU-weiten Ausschreibung von vornherein will die Verwaltung dem Fall vorbeugen, dass das Projekt bei einer ersten deutschlandweiten Ausschreibung der Kosten wegen dann doch noch EU-weit ausgeschrieben werden muss.

Attraktive Vermarktung

Doch was passiert, wenn sich kein Interessent meldet? Davon geht der Bürgermeister nicht aus. "Die Vermarktung der Wohnungen sollte attraktiv genug sei, um Interessenten zu finden", ist Engel überzeugt.

Wird die bestehende Kindertagesstätte "Kleine Welt" für den Neubau schließlich in der Schulstraße 7 abgerissen, müssen die Kinder während der Bauzeit anderswo untergebracht werden. Dafür will die Verwaltung auf einem Areal am nahe gelegenen Friedhof Container aufstellen lassen. Ralph Keim

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