Astrid Plahuta (links) und Monika Kraft sind von der Kikom-App überzeugt. Sie soll den Kita-Alltag erleichtern und die Eltern auf dem Laufenden halten. Vom 1. April an wird die Applikation in der Gemeinde eingesetzt. Foto: Dorothea Ittmann
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Astrid Plahuta (links) und Monika Kraft sind von der Kikom-App überzeugt. Sie soll den Kita-Alltag erleichtern und die Eltern auf dem Laufenden halten. Vom 1. April an wird die Applikation in der Gemeinde eingesetzt.

Trebur

Corona: Mit der Kita-App will man alle schneller erreichen

  • Dorothea Ittmann
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E-Mails waren einmal: Die Gemeinde Trebur will den Austausch zwischen Träger, Erziehern und Eltern verbessern - mit Push-Nachrichten auf dem Handy.

Schluss mit Zettelwirtschaft, vollen E-Mail-Postfächern und Telefonketten. Die Kita-Kommunikations-App, kurz Kikom-App, soll vom 1. April an den Informationsaustausch zwischen Erziehern und Eltern an den Kindertagesstätten in der Gemeinde Trebur erleichtern. Kita-Leiterin Monika Kraft hat die Kommunikation per App in der Geinsheimer Kita "Kleine Welt" schon ausprobiert und ist von den Möglichkeiten begeistert: "Es ist komfortabel, und man kann schnell eine Push-Nachricht mit dem Smartphone oder Tablet versenden."

Der Ausbruch der Corona-Pandemie hat neue Anforderungen an den Alltag in den Kindertagesstätten gestellt. Besteht zum Beispiel der Verdacht, dass ein Kind oder eine Erzieherin sich mit dem Virus infiziert hat oder positiv getestet wurde, müssen die Eltern sofort benachrichtigt und die Kindergartengruppe, falls nötig, geschlossen werden. Die Benachrichtigung per E-Mail dauert zu lange. Und auch die Postfächer in den Kita-Fluren haben ausgedient, weil die Eltern die Einrichtungen nicht mehr betreten dürfen, sondern ihr Kind schon an der Eingangstür abgeben.

Digitale Elterngeneration

"Wir haben gemerkt, dass es für die Eltern ein Bedürfnis ist, zeitnah informiert zu werden", sagt Astrid Plahuta, Fachbereichsleiterin für Soziales und Senioren bei der Gemeinde Trebur. Die heutige Elterngeneration stehe den digitalen Angeboten offen gegenüber, ist sie sich sicher, dass ein Großteil der Elternschaft die App benutzen wird. Schnell habe sich bei Eltern und Erziehern herumgesprochen, dass die Kita "Kleine Welt" eine App testet. Die Nachfrage sei groß gewesen, erinnert sich Plahuta.

Die Gemeinde habe sich schließlich für die Kikom-App der JufAm youngfamily GmbH entschieden. Für die Nutzung zahlt sie eine jährliche Grundgebühr pro Einrichtung sowie einen festen Betrag pro Kind. "Dafür sparen wir an Papier und Arbeitszeit", erläutert Astrid Plahuta die Vorteile. Auf die Eltern kämen keine weiteren Kosten zu, versichert sie. Auch wenn viele Eltern bereits zugesagt haben, die App nutzen zu wollen, sei dies keine Verpflichtung. Wer weiterhin per E-Mail oder postalisch informiert werden möchte, der brauche das nur der Kita-Leitung mitzuteilen.

Die Bedienung ist einfach: Die Eltern erhalten auf Nachfrage einen Aktivierungscode, mit dem sie auf das personalisierte Profil der Kita und der Kita-Gruppe ihres Kindes zugreifen können. "Über die App können die Eltern ihr Kind an- oder abmelden, werden über tagesaktuelle Ereignisse informiert und können den Speiseplan einsehen", zählt Monika Kraft die Funktionen auf. Besonders praktisch sei die Applikation bei Ausflügen, falls Bus oder Zug Verspätung haben und die Eltern schnell benachrichtigt werden müssen. Darüber hinaus können Mitbring- und Teilnahmelisten erstellt und per Klick bestätigt werden - auch Unterschriften der Eltern seien über die App möglich.

Datenschutz gesichert

Bei alledem dürfe der Datenschutz nicht vergessen werden, wirft Plahuta ein. Die Gemeinde habe die Kikom-App deshalb vom Datenschutzbeauftragten prüfen lassen. Alle Daten würden der Datenschutz-Grundverordnung entsprechend erfasst, verarbeitet und verschlüsselt übertragen, informiert die Fachbereichsleiterin.

Damit die Software in den Kitas benutzt werden kann, hat die Gemeinde in den vergangenen Wochen und Monaten Tablets für die Kindertagesstätten angeschafft und das Wlan erweitern lassen. Mittlerweile sei jede Kita-Gruppe mit einem Tablet-Computer ausgestattet und habe eine gute Internet-Verbindung, ist Astrid Plahuta über die zügige Umsetzung des Projekts erfreut. Dem Start am 1. April steht also nichts mehr im Wege. Vom 1. Mai an soll auch die Schulkindbetreuung mit der App arbeiten. Dorothea Ittmann

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