Rainer Kursawe, Bereitschaftsleiter des DRK-Ortsverbands Trebur, erläutert den Gerätewagen. FOTO: Ralph Keim
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Rainer Kursawe, Bereitschaftsleiter des DRK-Ortsverbands Trebur, erläutert den Gerätewagen.

Einsatzkräfte

Damit werden Menschen gerettet

Der DRK-Kreisverband präsentiert sich und seine Ausstattung

Als sich der DRK-Kreisverband am Wochenende auf der Kerbewiese im Treburer Ortsteil Hessenaue präsentierte, zog besonders der imposante Gerätewagen große Aufmerksamkeit auf sich. In diesem Wagen befindet sich alles, was bei einem Schadensereignis mit zahlreichen Verletzten gebraucht wird.

"Ein solches Fahrzeug war selbstverständlich im Einsatz, als es 1990 in Rüsselsheim zu dem S-Bahn-Unglück mit Toten und Verletzten kam, aber auch vor einigen Jahren bei der tödlichen Auseinandersetzung in der Rüsselsheimer City", erläuterte Rainer Kursawe, Bereitschaftsleiter des DRK-Ortsverbands Trebur, bei dem der Gerätewagen stationiert ist.

Unter anderem mit Desinfektionsmitteln, Bein- und Armschienen, Desinfektionsmittel, aber auch mit Tragen, Wolldecken und einem großen Zelt samt Heizung ist das Fahrzeug unter anderem ausgestattet, das beispielsweise auch bei einer Massenkarambolage auf einer der Autobahnen des Landkreises zum Einsatz käme.

"Retten" statt "bergen"

Bei der Erläuterung des Fahrzeugs machte Rainer Kursawe auch auf so manche sprachliche Besonderheit aufmerksam. "Wir bergen die Menschen nicht, wir retten sie." Und das nicht mit einer Bahre, sondern mit einer Trage. Und wer bei einem Großeinsatz - Stichwort Massenkarambolage - von den Einsatzkräften mit "Grün" klassifiziert wird, ist nicht verletzt, braucht aber dennoch Betreuung und sei es nur mit einer Wolldecke, die die Folgen des Schocks minimiert.

Selbstverständlich war an beiden Tagen auch für das leibliche Wohl gesorgt. An der DRK-Feldküche gab es Bratwurst (aus dem Bratmodul) und Erbsensuppe (aus dem Kochmodul). Wer glaubt, dass diese Küche nur bei Veranstaltungen wie einem Tag der offenen Tür zum Einsatz kommt, der irrt. "Bei stundenlangen und tagelangen Großeinsätzen müssen die Beteiligten verpflegt werden", erläuterte Stephan Friedrich, Fachbeauftragter Verpflegung beim DRK-Kreisverband.

Eine logistische Herausforderung

Und dass das allein eine logistische Herausforderung werden kann, habe die Flutkatastrophe, gezeigt, die im Juli beispielsweise das Ahrtal heimgesucht hatte, wo auch hiesige DRK-Aktive im Einsatz waren, unter anderem als Verpflegungseinheit.

"Einen solchen Einsatz können übrigens nicht wir selbst entscheiden", erläuterte DRK-Kreisbereitschaftsleiter Peter Hahn. Der erste Kontakt sei über die Innenministerien gelaufen. Dann sei allerdings alles sehr schnell gegangen. "Seitens der Arbeitgeber unserer Aktiven gab es glücklicherweise keine Probleme." Der eine oder andere habe sogar auf die von der Politik zugesicherte Lohnfortzahlung verzichtet. Der Spaß kam an beiden Tagen auf der Kerbewiese nicht zu kurz: Das Jugendrotkreuz stellte ein Bubble-Ball-Feld zur Verfügung. Dabei mussten sich die Teilnehmer in überdimensionale, durchsichtige und mit Luft gefüllte Bälle einpacken lassen. Den Rest erledigten Physik und Schwerkraft. Von der anderen Rheinseite kamen Mitglieder der Oldtimerzunft Guntersblum, die mit alten Traktoren das DRK-Wochenende bereicherten. Ralph Keim

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