Die Wirtschaftsmediatorinnen Katrin Weißenborn (links) und Karin Wiesenthal begleiten den Prozess, der in einem Leitbild für Trebur mündet. Rechts im Bild Reinhard Exner vom CDU-Gemeindevorstand
+
Die Wirtschaftsmediatorinnen Katrin Weißenborn (links) und Karin Wiesenthal begleiten den Prozess, der in einem Leitbild für Trebur mündet. Rechts im Bild Reinhard Exner vom CDU-Gemeindevorstand

Teilhabe

Der Bürger gibt die Ziele vor

Auftaktveranstaltung zum neuen Leitbild für die Großgemeinde

Trebur -Die Großgemeinde Trebur besteht aus der gleichnamigen Kerngemeinde und den weiteren Ortsteilen Geinsheim (mit Kornsand), Astheim und Hessenaue. Die Ortsteile verteilen sich auf etwa 50 Quadratkilometer. Und dieses Konstrukt - ein Ergebnis der Gebietsreform in Hessen, die am 1. Januar 1977 wirksam wurde - soll nun unter einen Hut gebracht, unter einem Dach vereint werden - und zwar über ein Leitbild für die Großgemeinde.

Und es sind die Bürger, die sich bei diesem Prozess mit einbringen sollen. Den Auftakt dazu machte am Samstag eine mehrstündige Veranstaltung im Astheimer Bürgerhaus. 20 Männer und Frauen waren gekommen, um sich für das neue Leitbild ihrer Heimatkommune zu engagieren. Moderiert wurde die Auftaktveranstaltung von den Wirtschaftsmediatorinnen Katrin Weißenborn und Karin Wiesenthal, die den gesamten Prozess in den kommenden Monaten begleiten werden.

Reicher Erfahrungsschatz

Bereits bei der Vorstellungsrunde kam Interessantes zutage: Zwischen 20 und 420 Jahre sind die Teilnehmer beziehungsweise ihre Vorfahren in Trebur verwurzelt. "Das ist ein gutes Beispiel dafür, auf was es bei dem Prozess hin zu einem Leitbild ankommt, dass er nämlich von Treburer Bürgern für Treburer Bürger gestaltet wird", erläuterte Reinhard Exner, der für die CDU Trebur im Gemeindevorstand sitzt.

Wäre die Auftaktveranstaltung zu zwei Dritteln von kommunalen Politikern besucht gewesen, wäre dies der falsche Ansatz, bekräftigte Exner. Es soll während des ganzen Prozesses klar sein, dass es der Bürger ist, der an dem Prozess mitarbeite. Allerdings sei es irgendwann Aufgabe der Politik, bei bestimmten Anträgen das Leitbild vor Augen zu haben. Oder eben darauf zu verzichten, Projekte zu genehmigen oder zu befürworten, die sich gegen das Leitbild beziehungsweise gegen den breiten Willen der Bürger richten.

Und der Bürgerwille artikulierte sich bereits bei der Auftaktveranstaltung, als jeder seine Wünsche aufschreiben konnte, die dann an eine Pinnwand geheftet wurden. Konkrete Wünsche waren beispielsweise, dass Vorgärten möglichst naturnah gestaltet werden sollten, dass historische Ortskerne erhalten bleiben sollen und dass Vereinsangebote zumindest erhalten bleiben sollen. Eher allgemein gehalten waren Aussagen wie "Trebur als Vorbild", "weltoffenes Trebur" oder auch "Vision für die Zukunft".

Vielfalt trotz Einheit

Eine Herausforderung sei wohl, so eine Erkenntnis aus dem Auftakttreff, dass sich ganz Trebur auch in Zukunft als eine Gemeinde fühlen soll, wenngleich jeder Ortsteil seinen eigenen Charakter behalten soll. Aus dieser Vielfalt, die Trebur zu bieten habe, kann und soll jederzeit geschöpft werden.

Und so soll es mit dem Prozess zum Treburer Leitbild weitergehen: Bis Ende dieses Jahres treffen sich die am Samstag ebenfalls formierten Arbeitsgruppen insgesamt drei Mal, um Workshops vorzubereiten, die im ersten Quartal 2022 über die Bühne gehen sollen. Die Ergebnisse sollen dann wieder bei einem ganztägigen Treffen der Arbeitsgruppen sortiert werden. Ein sogenannter Lenkungskreis soll im Hintergrund die Fäden zusammenhalten und den Kontakt zur Verwaltung pflegen.

Dann kommt die "Rüttelplatte" zum Einsatz. An einem Tag im Mai sollen die Mitglieder der Arbeitsgruppen zusammen mit interessierten Bürgern das Aussieben, was zu einem Entwurf für das Leitbild führen soll. Ende des ersten Halbjahres 2022 soll schließlich das Leitbild 1.0 stehen. Das "1.0" soll verdeutlichen, dass es im Laufe der kommenden Jahre regelmäßig Updates geben wird.

Wer sich ebenfalls beim Erstellen des Leitbilds einbringen möchte, kann sich bei der Verwaltung unter kulturbuero@trebur.de oder (0 61 47) 208-16 oder -35 melden.

Ralph Keim

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare