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Mögen die Arbeiten rund um den Apfel: Petra Edle von Lapp (rechts) und Sarmite Stepane.

Frucht

Der Deutschen liebstes Obst

In seinem Äpplergarten verwöhnt Landwirt Reinhard Lukas die Gäste mit allerlei Köstlichkeiten rund um den Apfel von den eigenen Plantagen. Zum Tag des Apfels haben wir ihn besucht.

Aktuell liegen die Apfelbäume von Obstbauer Reinhard Lukas im Winterschlaf. Doch in dem Betrieb wird trotzdem fleißig gewerkelt. „Wir packen Obsttüten für den Verkauf“, erzählen die Mitarbeiterinnen Petra Edle von Lapp und Sarmite Stepane. Geschäftig befüllen sie die durchsichtigen Tüten mit strahlend rotem Obst.

Der Apfel sei nach wie vor der Deutschen liebstes Obst, stellt Obstbauer Lukas fest. Um 800 nach Christus in unserem Land gekommen, seien heute deutschlandweit die Sorten Elster, Braeburn und Jonagold am beliebtesten. Genau diese Apfelsorten baue er auf seiner im Jahr 2000 gegründeten und mittlerweile 8,5 Hektar mit rund 22 000 Apfelbäume umfassenden Plantage an, so Lukas.

Natürlich gebe es auch exotischere Sorten, wie Collina, Wellont oder Mariella, die sein Betrieb neu im Angebot habe. Auf die Frage, was den Apfel denn grundsätzlich als Obst so besonders macht, erklärt Reinhard Lukas: „Der Apfel ist ganzjährig, regional verfügbar, denn er ist lange haltbar. Er hat gesunde Inhaltsstoffe, ist leicht verzehrbar und kann sehr vielseitig verwendet werden.“ Neben dem Apfelanbeu stelle er in seinem Betrieb zudem Apfelsaft, Apfelwein, Apfelbrei, Apfelchips, Salat, Apfel-Secco und Apfelkuchen her, berichtet Lukas.

Ob ein Apfel süßlich oder säuerlich schmecke, hänge von der Sorte ab. Generell können man jedoch sagen, je länger ein Apfel lagere, desto mehr Stärke baue er ab und Zucker auf.

Preise im Keller

Das zurückliegende Jahr 2018 wurde von vielen Landwirten als gutes Apfeljahr bezeichnet. Obstbauer Lukas sieht das etwas differenzierter: „In 2018 gab es zu viele rote Äpfel in Europa.“ Der Grund dafür liege in einem Wetterphänomen vom April 2017. „Gerade als die Bäume auf fast allen Plantagen in voller Blüte standen, gab es einen sogenannten Strahlungsfrost, der die Nachttemperaturen auf bis zu minus 10 Grad Celsius abfallen ließ. Dadurch ist mehr als die Hälfe der europäischen Ernte erfroren. Da die Preise für Äpfel aktuell auf dem Großmarkt in den Keller gerutscht sind, wurden einige der Plantagen nicht abgeerntet, weil es sich für die Obstbauern nicht gerechnet hat“, berichtet Lukas weiter.

In seinem Betrieb werden die jeweiligen Apfelsorten in den Monaten zwischen Juli und Oktober geerntet. Davor sei jedoch ein umfangreiches Pflegeprogramm nötig, um gute Qualität zu produzieren. Darunter falle bei der Blüte eine Frostschutzberegnung, um die Blüten vor dem Erfrieren zu schützen. Es werde zudem über dem Boden und über dem Blatt gedüngt, setzt der Obstbauer seine Aufzählung fort. Eine Schorf- und Mehltau-Behandlung werde durchgeführt, sowie eine Ausdünnung per Hand. „Das bedeutet, dass 50 Prozent der kleinen, etwa walnussgroßen Äpfel im Juni mit der Hand vom Baum abgebrochen werden. Das ist ziemlich aufwendig. Pro Hektar braucht man dafür gut 150 Arbeitsstunden in der Woche“, erklärt Lukas.

Ernte per Hand

Weiterhin würden die Bäume gegen Insekten und mit Mikronährstoffen behandelt, geschnitten und die Gassen zwischen den Stämmen auf Vordermann gebracht werden. Und natürlich müsste die Plantage je nach Bedarf regelmäßig bewässert werden. Schließlich würden die Äpfel alle einzeln und per Hand geerntet. Dabei fielen noch einmal 500 Arbeitsstunden pro Hektar und Woche an.

„Die Arbeit mit den Äpfeln hier auf der Plantage macht uns Spaß“ berichten Petra Edle von Lapp und Sarmite Stepane lachend. „Das Obst duftet gut und schmeckt. Und im hofeigenen Äpplergarten geht im Sommer mit Festen und Veranstaltungen die Post ab“, berichtet Edle von Lapp. Am Tag des Apfels haben sich die Mitarbeiter der Plantage eine besondere Aktion überlegt. „Ich werde nachmittags am Sandböhl-Platz in Groß-Gerau stehen und Äpfel verteilen“, berichtet von Lapp. Der Tag des Apfels müsse doch ausgiebig gefeiert werden.

von DANIELA HAMANN

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