Jan Wolke und Tobias Wittmann (links) stehen vor einer Auswahl an Angel-Spulen in ihrem Treburer Laden. FOTO: Grösch
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Jan Wolke und Tobias Wittmann (links) stehen vor einer Auswahl an Angel-Spulen in ihrem Treburer Laden.

Gewerbe und Handel

Neues Angel-Geschäft in Trebur: Drei Freunde wagen den Schritt in die Selbstständigkeit

  • Anna Grösch
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Drei Freunde eröffnen in Trebur im Kreis Groß-Gerau ihr eigenes Angel-Fachgeschäft. Der neue Job ist für sie eine Herzensangelegenheit.

Trebur - Richtig wohl hat sich Tobias Wittmann in den Angel-Läden, in denen er das Equipment für sein Hobby einkauft, nie gefühlt. Lieblos in alten Gebäuden ehemaliger Supermarkt-Ketten, dunkel, nicht selten staubig oder sogar dreckig. "Das geht doch besser", dachte Wittmann sich. Der passionierte Angler hat am 17. Juli gemeinsam mit zwei Freunden das Angelfachgeschäft "Gekeschert" in Trebur eröffnet.

Zu dritt führen Wittmann, Timo Schönweitz und Jan Wolke nun also seit knapp zwei Wochen ihren eigenen Laden in der Rüsselsheimer Straße. Ein kleiner Traum, der in Erfüllung geht. Noch ist Wittmann der einzig fest angestellte Mitarbeiter. Die beiden anderen arbeiten nebenbei noch in ihren bisherigen Jobs.

Rund 15.000 Artikel bieten die drei im "Gekeschert" an, im Lager sind noch knapp 160.000 Produkte. Das klingt erst einmal wie eine riesige Zahl. "Aber Angel-Zubehör ist sehr kleinteilig", berichtet Wittmann. "Alles gibt es in zig verschiedenen Varianten und Größen."

Neuer Angel-Shop in Trebur (Kreis Groß-Gerau): Ein Job der Spaß macht

Neben Angelruten, Spulen und Ködern bietet "Gekeschert" auch etwas Campingbedarf oder anderes Zubehör an. "Wir wollen, dass man bei uns alles bekommt, was man für den Angelausflug braucht."

Wittmann leitete vorher mehrere Business-Center, auch daher kommt es, dass ihm besonders wichtig ist, dass die Kunden sich wohlfühlen. "Wir nehmen uns Zeit, und jeder Kunde bekommt einen Kaffee, wenn er möchte. Wir beraten, stellen etwas vor und hoffen, dann helfen zu können." Deswegen habe man den Laden auch nicht so voll gepackt, wie es in anderen Angelgeschäften der Fall sei. Einige Regale, große Fensterfronten, ein neuer Boden. Miteigentümer Jan Wolke, der bei einer Elektronikfirma arbeitet, habe sich mit seinen handwerklichen Fähigkeiten eingebracht.

Die drei Männer aus Trebur gehen beim Thema Angelsport auf. „Ich könnte den ganzen Tag darüber reden“, sagt Wittmann lachend. Es war ihm eine Herzensangelegenheit, einen Job zu machen, der ihm Spaß macht. Deshalb tat er sich im vergangenen Jahr mit seinem Kumpel Jan zusammen, die beiden gründeten zuerst einen Online-Shop für Angelbedarf. Schließlich war immer noch Corona-Zeit, wie es weitergeht, wusste niemand. „Aber wir hätten nicht erwartet, dass es so gut läuft“, sagt Wittman. Vor allem, weil sie am Anfang logischerweise nicht so viele Produkte lagern konnten, wie die Konkurrenz, die seit langem auf dem Markt ist.

Trebur (Kreis Groß-Gerau): Drei Freunde eröffnen Angel-Shop nach einem Jahr Planung

Doch ihr kleiner Onlinehandel erfreute sich wachsender Beliebtheit. Und schließlich wagten die drei den Schritt: Die Selbstständigkeit mit einem echten, betretbaren Laden im Ortskern von Trebur.

Dafür habe man sich auf Marktlücken konzentriert und Werbung in den sozialen Netzwerken gemacht. Dass jetzt das erste "Gekeschert"-Geschäft in Trebur zu finden ist, spricht für den Erfolg. Aber dabei solle es nicht bleiben, wenn man in die weitere Zukunft blickt. "Natürlich schauen wir jetzt erst einmal, dass wir nach einem Jahr nicht gleich wieder schließen müssen", sagt Wittmann. Ein Jahr haben sie sich gegeben, um zu schauen, ob sich der Weg in die Selbstständigkeit weiterhin lohnt.

Aber auf lange Sicht hätte Wittmann gerne mehr Läden - vielleicht zwei oder drei - mit größerer Lager- und Verkaufsfläche. Um den angelbegeisterten Kunden noch mehr bieten zu können, "vom Zwölfjährigen bis zum Alteingesessenen Angler". (Anna Grösch)

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