Philipp Lazic (links) und Dejan Grgic-Groß haben das Unternehmen Scapo gegründet, das die Infrastruktur für E-Autos unterstützt. Sie setzen vor allem auf regionale Vernetzung und Beratung. FOTOS: Stella Lorenz
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Philipp Lazic (links) und Dejan Grgic-Groß haben das Unternehmen Scapo gegründet, das die Infrastruktur für E-Autos unterstützt. Sie setzen vor allem auf regionale Vernetzung und Beratung.

Wirtschaft

Die Zukunft steht unter Strom

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Das Astheimer Unternehmen Scapo entwickelt individuelle Ladelösungen für E-Autos

Als Philipp Lazic und Dejan Grgic-Groß vor vier Jahren die Scapo GmbH gründeten, sahen beide "etwas Potenzial" im E-Mobilitätsmarkt - dass sich die Branche so stark entwickeln würde, hatte aber keiner gedacht. Mittlerweile ist die Firma keine Unbekannte mehr auf dem deutschen Markt für Zählerfernauslesung auf Campingplätzen und E-Mobilitätslösungen.

Neben Produkten zum Thema Energiemanagement und Zählerfernauslesung, fertigt das Unternehmen Wallboxen und Ladestationen für Privatpersonen, gewerbliche und kommunale Anbieter an - fast vollständig made in Germany. "So gut wie alle Bestandteile für unsere Produkte kommen aus Deutschland und ansonsten aus Europa", sagt Grgic-Groß.

Knapp 15 Produktserien der E-Mobilitätssparte mit einer Leistungsbandbreite zwischen 3,7 und 50 Kilowatt zum Laden für E-Autos bietet das Treburer Unternehmen an. Als regionaler Hersteller sei eine der großen Stärken die enge Kooperation mit lokalen und bundesweiten Partnern. "Wir helfen den Partner-Elektrotechnikbetrieben bei der Beratung", so Lazic. Ebenso wichtig ist mindestens aber auch die direkte Kundenberatung, betont er. "Der Bedarf daran ist groß." Vor allem aber ist er auch vielfältig, denn je nach örtlichen Gegebenheiten und Kundenwünschen soll zusätzlich ein Lastmanagement oder auch eine Photovoltaikanlage angebunden werden.

Großer Beratungsbedarf

Bei privaten E-Autofahrern gehe es zum Beispiel oft um Fördermöglichkeiten. "Viele wissen: Die Kreditbank KfW fördert die Installation von Wallboxen. Wichtig ist dabei, dass die Mindestinvestitionssumme 900 Euro pro Ladepunkt beträgt. Das bezieht sich auf den Kaufpreis der Box plus die Installation", erläutert Lazic. Weiterhin muss der Strom, an den die Box angeschlossen wird, Ökostrom sein oder per Photovoltaik-Anlage gewonnen werden. Und: "Der Antrag muss zuerst bei der KfW eingehen und bewilligt werden. Danach können die Box gekauft und der Elektriker beauftragt werden", so Grgic-Groß weiter.

Bei großen Kunden wie Wohnungsbaugesellschaften oder Energieversorgern wie die Süwag spielt wiederum beispielsweise das Lastmanagement - also die erfolgreiche Installation und Nutzung von vielen Ladepunkten gleichzeitig unter Berücksichtigung der verfügbaren Leistung - eine Rolle. Auch, was die Förderung aus öffentlicher Hand für Gewerbe und Kommunen angeht, müssen die Unternehmer stets auf dem neuesten Stand sein, um gut beraten zu können. "Uns ist es wichtig, dass wir uns individuell Zeit nehmen", betonen Grgic-Groß und Lazic.

Bewegung in der Branche

Mittlerweile zählen auch Kommunen wie Trebur oder kommunale Einrichtungen wie die Stadtwerke Rüsselsheim zu den Kunden. Auch Campingplätze, Jachthäfen oder Hotels haben vermehrt Bedarf an Ladelösungen für E-Fahrzeuge, aber auch Zählerfernauslesungen und Energiemanagement sind Themen, die bedient werden. Gerade in den vergangenen Monaten sei deutlich geworden: "Die Corona-Krise haben einige Betriebe genutzt, um umzubauen - und Ladestationen zu installieren", berichtet Grgic-Groß. Diese Modernisierungsmaßnahmen sieht er als wegweisend an, er erkennt viel Bewegung in der Branche.

Die Verteilung und das Management von Energie - nicht nur in der Elektromobilität - wird zukünftig wichtiger denn je. Lazic erinnert sich an eine Zeit, in der noch viel Skepsis E-Autos gegenüber herrschte: "Man war nicht sicher, ob das funktioniert - aber es funktioniert super!" Mit ihren Produkten will das Duo mit seinem fünfköpfigen Kernteam zum Umdenken anregen. "In den kommenden Jahren wird sich noch viel wandeln", prognostiziert Grgic-Groß. Stella Lorenz

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