So sah es bei der Rallye Dakar 2018 aus. Diesmal wird aufgrund von Corona alles etwas anders sein.
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So sah es bei der Rallye Dakar 2018 aus. Diesmal wird aufgrund von Corona alles etwas anders sein.

Motorsport

Dieses Mal wird es noch härter

Das Team X-raid aus Astheim will bei der Rallye Dakar seinen Titel verteidigen. Die Vorbereitungen dafür sind abgeschlossen.

Trebur -Corona hält die gesamte Welt in Atem. Auch im Profisport sind die Herausforderungen hoch. Auf Zuschauer wird schon lange verzichtet, doch selbst Autorennen gestalten sich durch die Corona-Beschränkungen äußerst schwierig. Im Januar startet dennoch die Rallye Dakar, die härteste Rallye der Welt in der Wüstenhitze von Saudi-Arabien.

Während die Corona-Lage dort im Griff scheint und die Zahlen extrem niedrig sind, waren die Vorbereitungen in Deutschland keineswegs einfach, bestätigt das Motorsport-Team X-raid aus Astheim. Zahlreiche Rennen wurden bereits Anfang des Jahres abgesagt. Fahren konnte X-raid bisher nur die Rallye Andalucia, die Baja Poland und aktuell ein weiteres Rennen in Saudi-Arabien. Normalerweise ist der Kalender das ganze Jahr über voll mit Rennen quer über den Globus. Auch die Testmöglichkeiten für die Rennwagen waren eingeschränkt.

Weitere Elemente optimiert

Dennoch ging die Entwicklung an den Fahrzeugen bei X-raid stetig weiter. Die Ingenieure haben die zahlreichen Bauteile genau analysiert und weiter verbessert, um etwa das Gesamtgewicht zu reduzieren. Zudem wurden die Aufhängungsgeometrie und weitere Elemente optimiert, was auch zu einem leichten Facelift der Rennwagen geführt hat. All dies stets unter Corona-Bedingungen: Arbeiten mit Mundschutz und Abstand am Fahrzeug, regelmäßiges Händewaschen und strenge Zugangsbedingungen für Fremdfirmen. Weiterhin wurden die Meetings online durchgeführt, Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt und in der Werkstatt in Schichten gearbeitet, um zu verhindern, dass im Falle einer Infektion das gesamte Team in Quarantäne muss. Dies blieb dem Unternehmen jedoch erspart. Vor der Rallye Dakar wurden zudem die ohnehin schon strengen internen Hygienevorschriften noch einmal verschärft. Das Team aus Mechanikern, Ingenieuren, Rennfahrern und Management hat seine Kontakte stark eingeschränkt und war auch über Weihnachten sehr sorgsam. Vor dem Flug nach Saudi-Arabien soll sich jeder gegen Grippe impfen lassen, hinzu kommt ein PCR-Test, zwei Tage vor dem Flug, der natürlich negativ ausfallen muss.

Namhafte Fahrer

Im arabischen Emirat angekommen, muss jeder Dakar-Teilnehmer 48 Stunden in Selbstisolation gehen, bevor ein weiterer Corona-Test folgt. Die Regeln während der Rallye sind ebenfalls streng: keine Treffen mit anderen Teams, keine Hotel- oder Restaurantbesuche und keine Interaktionen mit Personen außerhalb des Teams. Eine Rallye, die ohnehin schon hart ist, wird somit noch härter - zumindest für das Personal. Übrigens gehört zum Dakar-Tross der Organisatoren auch ein mobiles Testlabor, das eigens wegen Corona mit den Teams durch die Wüste reist.

X-raid-Pressesprecherin Stefanie Szlapka versichert, dass das Team froh ist, wenn es in der Wüste angekommen ist, denn passende Flugverbindungen sind immer schwieriger zu bekommen. Ein Teil ist wegen der aktuellen Baja indes bereits in Saudi-Arabien. Die gesamten restlichen Fahrzeuge und die Ausrüstung für die Rallye gingen in Marseille aufs Schiff und von dort in Richtung Jeddah, wo alles Ende Dezember ankommen soll.

X-raid zeigt sich trotz der schwierigen Rahmenbedingungen optimistisch. Mit insgesamt sechs Fahrzeugen und Top-Fahrern wie Stephane Peterhansel oder Titelverteidiger Carlos Sainz sind die Astheimer wieder gut aufgestellt. Neu im Team ist auch Matthias Ekström, der unter Motorsportfreunden alles andere als unbekannt ist und sein Dakar-Debüt gibt. Zusätzlich startet noch ein neuer Prototyp, der in Astheim aus einer Zusammenarbeit mit Yamaha entwickelt wurde.

"Unsere Fahrzeuge und Fahrer sind schnell, und wir wollen natürlich wieder um den Sieg mitfahren und den Titel verteidigen", sagte Teamchef Sven Quandt. Auf das nächste Jahr blickt er noch aus einem anderen Grund gespannt: Er hat kürzlich mit seinen beiden Söhnen die Q Motorsport GmbH gegründet, die in einer neuen Partnerschaft mit Audi in Astheim erstmals einen Prototypen für die Rallye Dakar 2022 entwickeln will. Dennis Möbus

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