Mit schwerem Gerät platzieren die Mir Trewwerer den Sprudelstein auf der Grünanlage an der TV-Halle.
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Mit schwerem Gerät platzieren die Mir Trewwerer den Sprudelstein auf der Grünanlage an der TV-Halle.

Ehrenamt

Ein dicker Brocken ist geschafft

Mir Trewwerer stellen Sprudelstein und Baumelbank auf der Grünanlage gegenüber der TV-Turnhalle auf

Die Umgestaltung der Grünanlage gegenüber der TV-Turnhalle befindet sich auf der Zielgeraden. Rund fünf Jahre nach der ersten Idee und 5000 Arbeitsstunden später haben die Mir Trewwerer ihr Herzensprojekt so gut wie abgeschlossen. Nach seiner langen Anreise aus China steht nun auch der Sprudelstein aus Granit an seinem vorgesehenen Platz.

Mit 1,5 Tonnen ein wahres Schwergewicht. Das konnten die Senioren der Mir Trewwerer selbstredend nicht aus eigener Körperkraft stemmen. Stattdessen nahmen sie die Hilfe von Matthias und Thorsten Hahn in Anspruch, welche die Mir Trewwerer mit ihrem schweren Gerät vom Baustoffhandel König unterstützten. Präzise manövrierten sie den Koloss mit ihrem Bagger in die Mitte der dafür vorgesehenen Rinne aus Natursteinpflaster. Aber nicht nur mit ihrer technischen Ausrüstung helfen die Brüder bei den Arbeiten an der Grünanlage. Der Sprudelstein selbst ist eine Spende von ihnen, wie Norbert Becker von den Mir Trewwerern berichtet.

Wasserpumpe ist defekt

Noch sprudelt aber kein Wasser aus der Mitte des Granitblocks, den eine große weiße Plastikplane abdeckt. "Die Pumpe hat Macken und läuft noch nicht", bedauert Becker. Er kann sich noch zu gut an die Anfänge erinnern, als er versuchte, mit einem einfachen Presslufthammer das alte Brunnenbecken zu entfernen. "Der ist auf der Betonoberfläche rumgehüpft, aber sonst ist nichts passiert." Damals wie heute waren es die Brüder Hahn, die mit ihrer Ausrüstung aushalfen. "Sonst wären wir wahrscheinlich immer noch damit beschäftigt", vermutet Becker und lacht. Insgesamt zehn Kubikmeter Beton wurden auf diese Art und Weise abgetragen.

Die Arbeiten an der Grünanlage sind in den vergangenen Wochen gut vorangekommen. Vor allem, nachdem die Mir Trewwerer alle durchgeimpft sind und nicht mehr nur in kleinen Zweiergruppen arbeiten. Immer mittwochs und donnerstags treffen sie sich auf dem Gelände, um das Projekt voranzubringen. So wurde kürzlich auch die Baumelbank aufgestellt, auf der man sitzend zukünftig das Wasserspiel des Sprudelsteins beobachten kann. Im Vergleich zu einer normalen Bank, deren Sitzfläche sich auf einer Höhe von 40 Zentimetern befindet, ist die Baumelbank etwa doppelt so hoch.

Resi Bradatsch, die Schwiegermutter von Norbert Becker, darf als erste Platznehmen - gewissermaßen ein Geschenk zu ihrem 90. Geburtstag. "So ein schönes Holz", schwärmt sie, während sie entspannt und verträumt ihre Beine hin und her schwingt. So soll es sein, denn auf der Bank könne man nicht nur die Beine, sondern auch die Seele baumeln lassen.

Fertigstellung im Oktober

Noch rund 200 Arbeitsstunden, dann ist die Grünanlage fertig, schätzt Becker. Bis dahin müssen die Wege fertiggestellt, die letzte Bank aufgestellt und Schilder angebracht werden. Vor allem die Wege haben die Mir Trewwerer im Zeitplan nach hinten geworfen. Dort musste der bisherige Belag gegen Bessunger Kies ausgetauscht werden. Der verhindere, dass beispielsweise Rollatoren oder Kinderwagen einsinken und steckenbleiben.

Auch mit der Blühwiese sind die Mir Trewwerer noch nicht zufrieden. "Die sieht toll aus und wächst wie blöd, aber die Vielfalt fehlt", sagt Becker. Klatschmohn und Kornblumen hatten dort die Anlage im Frühsommer in ein Blütenmeer verwandelt. "Wir wollen aber eine stabile Blühwiese mit Wiesenkräutern", erläutert Alfred Kunert, der Regie führt über die Bepflanzung. Aus diesem Grund habe man den Mohn noch vor der Samenreife abgemäht, damit er nicht überhand nimmt.

Die Fertigstellung wollen die Mir Trewwerer mit allen Helfern und Sponsoren im Oktober feiern. "Sollte Corona kommen, dann im Frühjahr", schränkt Becker ein. Danach werde die Anlage an die Gemeinde übergeben. Die Pflege übernimmt dann der Bauhof. Zunächst noch gemeinsam mit den Mir Trewwerern, die sich dann aber nach und nach zurückziehen wollen. Dass sich die Gruppe dann langweilen wird, darüber macht sich Norbert Becker keine Sorgen. "So große Projekte werden wir dann nicht mehr machen, es sei denn, es kommen jüngere Mitglieder nach." Stattdessen warten eine Reihe Instandsetzungsarbeiten auf sie. "Dem Balser ist beim letzten Sturm eine Gans abhanden gekommen", nennt Becker ein Beispiel. Ebenso könne er sich vorstellen, Kunst in die Grünanlage zu bringen. "Wenn wir hier noch eine Skulptur hätten, das wäre ein Traum", sagt er und wird dann doch nicht müde, über weitere Projekte nachzudenken. Johanna Thaben

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