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Von der Drehleiter aus versuchen die Feuerwehrleute, die Flammen in der Dachkonstruktion zu löschen. Sie drohen auf eine benachbarte Lagerhalle überzugreifen. Für eine Person in der Einliegerwohnung kam jede Hilfe zu spät. FotoS: 5 Vision Media

Es wird ermittelt

Brand bei Groß-Gerau: Eine Person stirbt in den Flammen – Die Ursache für das Feuer ist bislang ungeklärt

  • Dorothea Ittmann
    vonDorothea Ittmann
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Ein Spaziergänger entdeckt das Feuer in der Gemeinde Trebur bei Groß-Gerau und alarmiert sofort die Feuerwehr. Doch die starke Hitzeentwicklung erschwert die Rettung.

Die Trauer in der Großgemeinde Trebur ist groß. Am Samstag ist eine Person bei einem Hausbrand im Beckerweg in Geinsheim ums Leben gekommen. Ein Anwohner, der dort mit seinem Hund am Samstagmorgen gegen 6 Uhr spazieren ging, sah das Feuer und rief die Rettungsleitstelle Groß-Gerau an.

"Anfangs dachten wir, dass eine Gartenhütte brennt", berichtete Gemeindebrandinspektor Klaus Sonneck. Während der Anfahrt zum Gerätehaus erfuhren die Feuerwehrleute, dass es sich um eine Wohnung handelte und ein Menschenleben in Gefahr war. Sofort wurden alle Einsatzkräfte der Gemeinde Trebur und die Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Groß-Gerau alarmiert. Technisches Hilfswerk (THW), Rettungsdienst und Polizei waren auf dem Weg.

Brand bei Groß-Gerau: Flammen drohen überzugreifen

Beim Eintreffen der Feuerwehr stand der Anbau einer Schreinerei, in dem sich eine Einliegerwohnung befand, in Flammen. "Das Feuer drohte auf eine angrenzende Lagerhalle und ein weiteres Gebäude überzugreifen", berichtete die Feuerwehr Trebur. Durch das schnelle Eingreifen konnte dies jedoch verhindert werden.

Anwohner teilten den Einsatzkräften mit, dass sich noch eine Person im Gebäude befinde. "Für sie kam leider jede Hilfe zu spät", so die Feuerwehr. Die ersten beiden Trupps begannen zwar sofort mit der Menschenrettung sowie den ersten Löschversuchen. Wegen der enormen Hitze sei es jedoch sehr schwierig gewesen, in das Gebäude zu gelangen, sagte der Gemeindebrandinspektor. Die Einsatzkräfte bargen schließlich den Leichnam. Ob es sich dabei um die Bewohnerin handelt, sei noch unklar, teilen die Staatsanwaltschaft Darmstadt und das Polizeipräsidium Südhessen gestern mit. "Angaben zur Todesursache können erst nach weiteren Untersuchungen gemacht werden", heißt es in der Polizeimeldung. Die Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei haben die Ermittlungen übernommen. Die Brandursache sei Gegenstand weiterer Ermittlungen.

Brand bei Groß-Gerau: Das THW unterstützte die Ortswehr bei dem Einsatz

Am Brandort kümmerte sich die Notfallseelsorge um die Angehörigen, während mehrere Trupps mit Atemschutzgeräten versuchten, ein weiteres Ausbreiten der Flammen zu verhindern. Dabei kam die Feuerwehr Ginsheim-Gustavsburg mit sogenannten Löschlanzen zur Hilfe.

Die Lanzen können durch die Wände geschlagen werden, um im Inneren zu löschen. Das THW unterstützte die Ortswehr dabei, das Feuer in der Dachkonstruktion einzudämmen. Dabei trat Löschwasser in das benachbarte Wohnhaus ein, berichtete die Wehr. Mit Nass-Saugern und einer Tauchpumpe entfernten die Einsatzkräfte das Wasser. Einen Lichtschacht schützten die Feuerwehrleute mit einem Damm aus Sandsäcken.

Für die Dauer des Einsatzes und der Nachlöscharbeiten wurde eine Rundfunkwarnmeldung für die Bewohner von Geinsheim ausgesprochen, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Bis etwa 14 Uhr dauerte der Einsatz, so Sonneck. Am Nachmittag kontrollierte die Wehr nochmals die Einsatzstelle nach Glutnestern.

Brand bei Groß-Gerau: 70 Einsatzkräfte waren beteiligt

Der Anbau ist komplett ausgebrannt. Zu Höhe und Umfang des Sachschadens könne die Polizei noch keine Angaben machen. Eingesetzt waren 70 Einsatzkräfte der Feuerwehren Trebur und Groß-Gerau, der DRK Ortsverein und Rettungsdienst sowie vier Fahrzeuge des THW Groß-Gerau.

Das Feuer ist zwar gelöscht, aber die Trauer um einen geliebten Menschen bleibt. "In Gedanken sind wir bei den Hinterbliebenen und wünschen diesen viel Kraft", schrieb die Feuerwehr Geinsheim in ihrem Einsatzbericht. Besonders in der Not hielten die Menschen zusammen, versorgten die Einsatzkräfte mit Brötchen, Gebäck, Wurst, Getränken und Kaffee, wofür sich die Feuerwehrleute bei Spendern und Nachbarn bedanken. (dit/red)

Bei einem anderen Brand in der Lagerhalle einer Möbelfirma in Groß-Gerau entstand ein Millionenschaden. Ermittler haben einen Verdacht, was das Feuer ausgelöst haben könnte.

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