Gespannt lauschen die Kinder der Geschichte über die drei Weisen aus dem Morgenland. FOTO: Johanna Thaben
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Gespannt lauschen die Kinder der Geschichte über die drei Weisen aus dem Morgenland.

Weihnachten

Einstimmen auf das Fest

Krippe am Alten Rathaus wird für Jung und Alt zum Ort der Begegnung

Wenige Tage vor Heiligabend ist die Krippe im Zelt am Alten Rathaus nahezu komplett. Gerade erst hat Martin Hannemann von der katholischen Kinderkirche die letzte Figurengruppe platziert. Es sind die Weisen aus dem Morgenland, die streng genommen erst nach Weihnachten die Szenerie rund um das Kind in der Krippe vervollständigen, wenn am 6. Januar das Fest der Heiligen Drei Könige gefeiert wird. Doch in Trebur dürfen sie sich schon vorher zu den Figuren von Maria und Josef, dem Engel und einem Hirten gesellen.

Mit der gemeinsamen Aktion vor dem Zelt am Alten Rathaus wollen die "evangelische Kirche mit Kindern" und die "katholische Kinderkirche" den Nachwuchs auf das Fest einstimmen. "Uns war es ein Anliegen, dass die Kinder das Weihnachtsfeeling miterleben können", schildert Maren Zeelen-von der Au vom ökumenischen Organisationsteam.

Der Stern zog vor ihnen her

Tatsächlich haben sich an diesem Abend zum vierten Mal in Folge rund 20 Kinder vor der Krippe eingefunden und warten gespannt auf die Geschichte über die drei Weisen aus dem Morgenland. Denn auf die Frage, welche Figuren neu hinzugekommen sind, wissen sie sofort die richtige Antwort. Aufmerksam hören sie der Erzählung zu und erfahren, wie die Heiligen Drei Könige einem ungewöhnlichen Stern gefolgt sind, den sie am Himmel entdeckt haben, und der sie zu Maria und dem neugeborenen Jesus in der Krippe geführt hat.

Dass die Jesus-Figur erst am 24. Dezember in die Krippe gelegt wird, sei den Jungen und Mädchen klar. Doch sie vermissen noch eine weitere Figur. "Die Kinder haben lamentiert, dass der Ochse fehlt", berichtet Sonia Beemelmann vom Organisationsteam. Doch dafür gebe es einen relativ banalen Grund. "Wir hatten nicht mehr genug Holz", gesteht sie. Denn nachdem sie im vergangenen Jahr die "schräge Idee" hatte, dass die Kinder Krippenfiguren basteln könnten, um trotz der ganzen Corona-bedingten Einschränkungen den Advent erleben zu können, mussten ein alter Schrank und ein Lattenrost von ihr dran glauben.

Das Ergebnis sei so gut geworden, dass Beemelmann nach weiteren Verwendungsmöglichkeiten für die Krippe suchte. Fündig wurde sie bei der Gemeinde und der "evangelischen Kirche mit Kindern". Dank der Gemeinde sei das Arrangement neben dem Alten Rathaus im Dunkeln sogar beleuchtet. Das Zelt stehe die ganze Zeit offen, so dass die Krippe von jedermann betrachtet werden kann. "Ich habe schon viele Leute gesehen, die davor gestanden haben. Jetzt kam sogar jemand vorbei und hat einen Teddy für das Jesuskind in die Krippe gelegt", berichtet sie.

Ersatz für Weihnachtsmärkte

Die kleinen Andachten, bei denen in einer Schale neben der Krippe ein wärmendes Feuer lodert, sprechen aber nicht nur die Kinder an. "Dadurch, dass alles ausgefallen ist, ist das ein tolles Angebot", findet Christine Bersch, die mit ihrer Tochter ans Alte Rathaus gekommen ist. Angst, dass sie sich mit Corona anstecken könnte, hat sie nicht: "Weil wir die anderen Kinder und Eltern kennen, haben wir ein gutes Gefühl dabei." So seien die Treffen an der Krippe eine Art Ersatz für die ausgefallenen Weihnachtsmärkte, zumal es für die Erwachsenen nicht weit entfernt an einem Stand des Restaurants Zum Erker Glühwein zu kaufen gibt. Für die Kinder gibt es unterdessen zu den Geschichten passende Bastelangebote wie zum Beispiel kleine Engel aus Pfeifenputzer. Malin und Sophie nehmen die Bastel-Tüten aber lieber mit nach Hause und lesen sich stattdessen gegenseitig noch einmal die Weihnachtsgeschichte vor, die rings um die Krippe auf laminierten Seiten nachzulesen ist. Die ganze Aktion habe zwar in der Situation rund um Corona ihren Ursprung, doch alle Beteiligten können sich vorstellen, dass es in Zukunft in der einen oder anderen Form eine Fortsetzung geben wird. Doch vorher wird am 24. Dezember bei einer kleinen Andacht um 15 Uhr das Jesuskind in die Krippe gelegt, damit für die Kinder auch richtig Weihnachten werden kann. Johanna Thaben

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