Peter Kunert arbeitet seit kurzem als Landschaftsüberwacher bei der Gemeinde. Dabei sieht er sich vor allem in der Position eines Vermittlers.
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Peter Kunert arbeitet seit kurzem als Landschaftsüberwacher bei der Gemeinde. Dabei sieht er sich vor allem in der Position eines Vermittlers.

Personalie

Er sorgt für Ordnung auf dem Feld

Peter Kunert ist neuer Landschaftsüberwacher

Trebur -Peter Kunert kennt die Treburer Gemarkung aus dem Effeff. Das muss er auch für seinen neuen Job. Seit Mitte Mai ist er bei der Gemeinde als Landschaftsüberwacher eingestellt. Aus Erfahrung weiß er, dass das ein mühseliges Geschäft ist. "Aber ich hoffe mit ganzem Herzen, dass es Früchte trägt", gibt sich Kunert zuversichtlich.

Bis 2015 arbeiteten bei der Gemeinde vier Landschaftsüberwacher, die jedoch aus Gründen der Haushaltskonsolidierung eingespart wurden, wie Bürgermeister Jochen Engel (Freie Wähler) berichtet. Seither habe man den Außenbereich sich selbst überlassen. In jüngster Vergangenheit hätten sich jedoch die Beschwerden von Landwirten gehäuft, dass die Feldwege komplett zugeparkt seien. Da sich die Hilfspolizei aber nicht alleine um die 50 Quadratkilometer umfassende Gemarkung kümmern könne, habe die Gemeinde einen runden Tisch einberufen. Vertreter aus der Verwaltung, dem Naturschutz und Landwirte setzten sich zusammen und vereinbarten eine erneute Ausschreibung der Stelle.

Als neuer Landschaftsüberwacher tritt Peter Kunert gewissermaßen in die Fußstapfen seines Vaters Gerhard Kunert. Mit dem war er schon als Kind in der Umgebung unterwegs und entwickelte ein Gespür für Natur- und Umweltschutz. Als sein Vater dazu jedoch nicht mehr in der Lage war, sei das ganze allmählich eingeschlafen. "Ich habe das sehr bedauert", erinnert sich Kunert. Denn danach seien Dinge gelaufen, über die könne man nur den Kopf schütteln.

Vielfältige Aufgaben

In seiner neuen Funktion als Landschaftsüberwacher ist Peter Kunert zu unterschiedlichen Tag- und Nachtzeiten im Außenbereich der vier Ortsteile unterwegs. Seine Aufgaben sind vielfältig. So werde er in Zukunft die illegale Benutzung der Feldwege an das Ordnungsamt der Gemeinde melden und besonders auch auf illegales Parken im Rheinvorland achten. Ebenso gehöre es zu seinen Aufgaben, den Zustand der Feld- und Wirtschaftswege auf Schäden und Verschmutzungen zu überprüfen. Er selbst sieht sich vor allem in einer vermittelnden Position. "Ich gehe immer vom Guten aus und bin der Meinung, dass Sachen passieren, weil es die Leute nicht besser wissen." Doch wenn man ihnen erkläre, warum man etwas nicht darf, dann setzte früher oder später ein Lerneffekt ein, hofft er.

Die ersten Touren durch die Gemarkung hat Peter Kunert bereits gedreht. Dabei habe er sehr viel Müll gefunden, aber nicht nur das: "Ich habe außerdem zwei junge Hasen gefunden, die stark zerkaut waren." Ob das Hunde waren, könne er nicht genau sagen. Füchse oder Wölfe seien es anhand der Hinterlassenschaften aber nicht gewesen, ist er sich sicher. "Das sind Sachen die treffen einen schon hart." Abgesehen davon hätten sich die meisten Angesprochenen einsichtig gezeigt, zieht Kunert eine erste Bilanz. Dafür ist er auch dankbar, denn "Knöllchen schreiben gehört dazu, ist aber nicht mein Metier", gesteht er.

Acht Stunden in der Woche

Eine Familie, die sich am Rheinufer nicht unweit der Unglücksstelle aufhielt, an der im vergangenem Jahr eine Mutter und ihr fünf Jahre alter Sohn ertrunken waren, ist ihm besonders in Erinnerung geblieben. "Ich bin mir sicher, dass sie bei der nächsten Gelegenheit dort baden gegangen wären", ist Kunert überzeugt. Doch so habe er sie auf die Gefahren hinweisen können. Rund acht Stunden in der Woche ist Kunert, der im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung bei der Gemeinde angestellt ist, in der Gemarkung unterwegs und sieht nach dem Rechten. Doch reicht das aus, um so ein großes Gebiet abzudecken? "Ich bewege mich dort auch im Privaten und melde Müll, wenn ich ihn sehe", antwortet Kunert. Alles, was über die Arbeitszeit hinausgeht, sei Natur- und Umweltschutz. Hauptberuflich ist Kunert bei der Opel Automobile GmbH beschäftigt. Es sei gerade der Gegensatz von brachialer Industriekultur und Natur, der ihn reizt. Als Belastung empfindet er die zusätzliche Tätigkeit als Landschaftsüberwacher nicht, eher im Gegenteil: "Seit ich das mache, bin ich auch im ersten Beruf entspannter", sagt er. Und sollte es ihm doch mal zu viel werden, konzentriere er sich auf seinen Hauptberuf. Doch zunächst läuft sein Vertrag für zwei Jahre. Und für diese Zeit hofft Kunert auf ein positives Ergebnis seiner Arbeit.

Johanna Thaben

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