Tino Aversano (Vordergrund) "behandelt" eines der vielen Löcher des Riedwegs.
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Tino Aversano (Vordergrund) "behandelt" eines der vielen Löcher des Riedwegs.

Infrastruktur

Erst Kleber, dann Kaltasphalt

Freie Wähler stopfen kleine Löcher und Spurrinnen im Riedweg

Trebur -Das Loch ausfräsen und auskratzen und mit Druckluft reinigen. Dann kommt die Füllung. Die muss noch verdichtet werden, und dann ist alles fertig. Was nach einer Zahnbehandlung klingt, spielte sich am Samstagmittag auf dem Riedweg ab.

Denn da gibt es auf der gesamten Strecke zum Teil tiefe und großflächige Löcher, jede Menge Schlaglöcher und langgezogene Spurrinnen. Daher soll der Riedweg auch grundlegend saniert werden, was aber so schnell nicht der Fall sein wird. Die Freien Wähler der Großgemeinde haben sich daher etwas einfallen lassen: Sie stopften einfach die Löcher selbst, wenigstens die kleinen. Und das waren nicht gerade wenige.

Der ungewöhnlichen Aktion vorausgegangen war eine mehrwöchige Spendenaktion. Unter anderem standen in Treburer Geschäften Sparschweinchen, die gefüttert werden konnten. Auch über eine Online-Spenden-Plattform konnte gespendet werden. Sogar einen leckeren "Riedweg-Weck" gab es. Über eine "Riedweg-Vignette", die an den Sammelstellen auslagen, konnte jeder Spender auch per Aufkleber sein Engagement zeigen. 2100 Euro kamen auf diese Weise zusammen. Davon konnten die Freien Wähler das notwendige Material kaufen: Kleber und ein aus Bitumen und Kies bestehender Kaltasphalt.

Gefahr für Radfahrer

Damit rückten die Freien Wähler beispielsweise den Spurrinnen zuleibe. "Die sind nämlich besonders für Radfahrer gefährlich", erläuterte Daniela Vöglin, erste Vorsitzende der Freien Wähler in Trebur. Denn der Kaltasphalt, mit dem die Löcher zugespachtelt wurden, stößt bei großflächigen Schlaglöchern an seine Grenzen. "Er würde nicht lange halten und das Loch wäre schnell wieder da."

Selbstverständlich hatten sich die Freiwilligen vorher professionellen Rat eingeholt. Beispielsweise darüber, dass kühle Temperaturen - und die sind in der zweiten Septemberhälfte nun einmal keine Seltenheit - ebenfalls kontraproduktiv sein können. "Wir wollen die Aktion fortsetzen, allerdings erst im nächsten Jahr", erläuterte Daniela Vöglin weiter.

Bei ihrer Aktion erlebten die Freien Wähler auch, warum der Riedweg im Laufe der Jahrzehnte eine regelrechte Schlaglochpiste geworden ist. Zahlreiche Autos mit Ausflüglern passieren besonders am Wochenende und bei schönem Wetter den Weg, ebenso die schweren Maschinen der Landwirte. Und so mancher Autofahrer staunte am Samstagmittag nicht schlecht, als er sah, welch illustre Truppe die Löcher stopfte. Zwei bis drei Jahre sollten die Provisorien halten.

Bereits vor einigen Monaten haben Freie Wähler und GLT in der Gemeindevertretung das Heft in die Hand genommen und in einem gemeinsamen Antrag die grundlegende Sanierung des Riedwegs gefordert, beginnend mit der Planung und dem Beantragen von Fördergeldern.

Ralph Keim

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