Politik

Die Gemeindevertretung fordert Modernisierung aller Spielplätze in Trebur

Spielplätze sind ein sensibles Thema, bei dem man schnell mit heftigem Gegenwind rechnen muss. Das bekam die CDU in den zurückliegenden Wochen und in der jüngsten Gemeindevertretung zu spüren.

Der erste Anlauf: Ein Teil eines Spielplatzes in Geinsheim soll verkauft werden, um das Areal mit Wohnhäusern zu bebauen. Der zweite Anlauf: Alle Spielplätze in Geinsheim sollen erhalten bleiben. Mit diesen entsprechenden und gegensätzlichen Anträgen hat die CDU zuletzt für reichlich Gesprächsstoff gesorgt. Auch in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung musste die Union für ihre Kehrtwende erhebliche Kritik einstecken.

Zahlreiche Gespräche mit den Bürgern hätten gezeigt, dass den Geinsheimern ihre Spielplätze wichtig seien, begründet die CDU ihre Kehrtwende, mit der sie sich jetzt dafür einsetzt, dass die Spielplätze im Ortsteil Geinsheim „bedarfsgerecht saniert beziehungsweise modernisiert werden“.

Dabei sollen die Ideen der Eltern aufgegriffen werden, die beispielsweise auf Spenden und Sponsoren setzen. „Sollte dies wider Erwarten nicht gelingen, wäre ein Spielflächen-Teilverkauf (außer Jahnstraße) 2019 erneut zu thematisieren“, heißt es im jüngsten Antrag der CDU zu diesem emotional behafteten Thema weiter.

Doch das ging besonders der GLT, der SPD und den Freien Wählern nicht weit genug. Sie setzten sich für den Erhalt und die Modernisierung aller Spielplätze in allen Ortsteilen ein und schließlich auch durch. Dabei musste sich die CDU zum Teil heftige Kritik gefallen lassen. Man habe klammheimlich den Verkauf durchsetzen wollen, da man zunächst verschwiegen habe, dass es sich um einen Spielplatz handele. „Was für ein Glück, dass die Bürger auf die Barrikaden gegangen sind, sonst wäre das vermutlich einfach so durch gegangen“, resümiert Andreas Mars (GLT).

Der Auftrag der Gemeindevertretung an Gemeindevorstand und Verwaltung heißt jetzt: Zunächst die Gefahrenquellen ermitteln und kurzfristig beseitigen. In den kommenden beiden Jahren sollen die Spielplätze umgestaltet und aufgewertet werden.

Als Vorbild soll das in Griesheim bereits umgesetzte Konzept der „Bespielbaren Stadt“ dienen. „Das Konzept hat viele Preise und bei jeder Umsetzung Fördermittel und Sponsoren erhalten“, argumentiert SPD-Fraktionsvorsitzender Willi Rühl.

SPD-Bürgermeisterkandidat Oliver Görlich hatte vor einigen Tagen bereits den Kopf des Konzepts der „Bespielbaren Stadt“, Professor Bernhard Meyer, für einen Infoabend gewinnen können – wir haben berichtet.

Der Professor im Ruhestand soll ebenfalls mit ins Boot genommen werden, ebenso die Kinder, die Eltern und Großeltern und auch interessierte Bürger der Gemeinde. .

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