In seiner Freizeit beschäftigt sich Markus Zwittmeier leidenschaftlich gern mit der Königspfalz. Für eine geplante Ausstellung dazu im Museum der Großgemeinde arbeitet der IT Techniker gerade an einer 3D-Animation. Foto: Daniela Hamann
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In seiner Freizeit beschäftigt sich Markus Zwittmeier leidenschaftlich gern mit der Königspfalz. Für eine geplante Ausstellung dazu im Museum der Großgemeinde arbeitet der IT Techniker gerade an einer 3D-Animation. Foto: Daniela Hamann

Museum

Geschichte in 3 D erleben

  • vonDr. Daniela Hamann
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Im Heimatmuseum Trebur wird bald eine neue Ausstellung über die Königspfalz zu sehen sein. Hobbyhistoriker und IT-Techniker Markus Zwittmeier rekonstruiert dafür Animationen.

Trebur -Langsam formt sich in dem Video auf der Facebookseite "Tribur.de" ein 3 D-Modell. Immer wieder werden Zeichnungen mit realen Fotografien eingeblendet. Dazwischen sind teilweise Jahrhunderte alte Dokumente zu sehen, die über das 3 D-Modell gelegt werden, um so eine möglichst realistische Rekonstruktion der ursprünglichen Architektur der Laurentiuskirche zu schaffen. Dabei belässt es das Video nicht nur bei den Außenmauern. Auch das Innere der Kirche wird möglichst detailgetreu rekonstruiert. Der in Geinsheim geborene und aufgewachsene Markus Zwittmeier ist dabei der schlaue und vor allem der Königspfalz verfallene Kopf hinter dem Video.

"Es ist nicht das erste Mal, dass ich ein derartiges Video anfertige", sagt Zwittmeier. "Es gab vor zehn Jahren bereits schon einmal eine Ausstellung zur Königspfalz im Museum von Trebur. Diese Ausstellung habe ich damals kuratiert und auch einige Exponate beigesteuert. In diesem Zusammenhang kam mir dann auch die Idee, ein 3 D-Video zu erstellen."

Software selbst programmiert

Das Video der damaligen Ausstellung existiere nun jedoch nicht mehr. "Im Vergleich zu heute hat es mir nicht mehr gefallen, es war einfach nicht richtig. Also habe ich vor einiger Zeit, als feststand, dass es zur Königspfalz nun eine Dauerausstellung im Museum geben soll, noch einmal ganz von vorne begonnen." Ein ähnliches Video habe er zudem auch schon für ein Projekt in Ingelheim umgesetzt.

Dass Markus Zwittmeier als IT-Techniker im Außendienst tätig ist, hilft ihm bei der Erstellung der 3 D-Animation natürlich sehr. "Ich nutze für die Animation eine spezielle Software, die ich jedoch programmieren muss, damit der Computer dann die einzelnen Bilder korrekt berechnet", erklärt Zwittmeier, der selbst auch großer Mittelalter-Fan ist. "Der Computer braucht dafür sehr lange. Aus diesem Grund starte ich das Programm meistens kurz bevor ich auf die Arbeit gehe. Dann rechnet der Computer während ich unterwegs bin alles aus."

Die Video-Animation soll Teil der vom hessischen Museumsverband gemeinsam mit der Gesellschaft Heimat und Geschichte Trebur geplanten Ausstellung werden. Der Vorsitzende der Gesellschaft, Wolfgang Kraft, informiert, dass aktuell noch kein Termin für die Eröffnung der Ausstellung feststehe. Das Museum hat noch bis Ende September geschlossen. Hinter den Kulissen stünden die Verantwortlichen jedoch in regem Kontakt und bereiteten die Ausstellung vor, so Kraft.

Kleine Vorschau auf das Endprodukt

Das Video, das Markus Zwittmeier auf seine Facebookseite hochgeladen hat, ist nur eine Vorschau auf das Endprodukt. Viele Teile der Animation sind teilweise farblich unterlegt, teilweise in schwarz-weiß gehalten.

Das ist bewusst so gemacht, wie Zwittmeier, der seit einem Jahr in Nidda lebt, berichtet. "So entsteht ein noch besser Tiefeneindruck. Zudem kann man auf diese Weise deutlich machen, wann ein Originaldokument verwendet wurde oder wann es sich um eine Computerberechnung handelt."

Ab etwa 875 n. C. beginnt die Animation und schreitet bis zur Entwicklung der Saalkirche fort. Dabei hat Zwittmeier auch Parallelen zu anderen Häusern in der Umgebung der Kirche im Blick behalten. "Trebur ist voll mit Geschichte, die auch heute noch präsent ist. Das fasziniert mich einfach", stellt der Mittelalter-Fan fest.

Einzig eine Frage muss Markus Zwittmeier dann mit Nein beantworten: "Die 3 D-Animation kann man leider nicht mit einem 3 D-Drucker ausdrucken. Das kann die Software nicht." Daniela Hamann

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