Bürgermeister Jochen Engel ist guter Hoffnung, dass die Planung und damit die Kostenermittlung zur Sanierung der Gewölbebrücke bald erfolgt.
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Bürgermeister Jochen Engel ist guter Hoffnung, dass die Planung und damit die Kostenermittlung zur Sanierung der Gewölbebrücke bald erfolgt.

Denkmalschutz

Gewölbebrücke soll saniert werden

Die Sandstein-Konstruktion aus der Mitte des 18. Jahrhunderts trägt offiziell nur 1,5 Tonnen. Die Gemeinde rechnet für die Instandhaltung mit Kosten von 150 000 bis 300 000 Euro.

Trebur -Unzählige Traktoren, Autos, Fahrradfahrer und Fußgänger überqueren jährlich die Gewölbebrücke des Riedwegs. Aus Richtung der Treburer Bebauung kommend ist es die erste von einigen Brücken, die nicht nur den Schwarzbach, sondern überwiegend zur Entwässerung der Äcker, Felder und Wiesen dienende Gräben und Kanäle überqueren.

Doch zur Gewölbebrücke macht sich wohl kaum jemand Gedanken, obwohl diese mehr als 250 Jahre alt ist, also de facto aus der Endzeit des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation stammt. Gebaut wurde die Sandstein-Konstruktion etwa in der Mitte des 18. Jahrhunderts, als allenfalls Pferdefuhrwerke sie passierten.

Die für Denkmalschützer hoch interessante Konstruktion kann man nur genauer in Augenschein nehmen, wenn man die Böschung hinabsteigt. Und das auch nur im Winter und im Frühjahr, wenn das dort wuchernde Gestrüpp noch keine Blätter trägt und den Blick freigibt - auf Sandstein, der unübersehbar ins Bröseln gekommen ist.

Ortstermin mit den Behörden

Die sichtlich dringende Sanierung der Gewölbebrücke soll jetzt endlich angegangen werden. "Vor einigen Tagen gab es hier vor Ort einen Termin mit allen daran beteiligten Behörden", erläutert Bürgermeister Jochen Engel (Freie Wähler). Denn nicht nur der Denkmalschutz hat angesichts der historisch nicht unbedeutenden Konstruktion ein Wörtchen mitzureden, sondern auch der Naturschutz. "Eine Möglichkeit wäre nämlich gewesen, über einen sogenannten Bypass die Brücke zu umfahren", erklärt der Bürgermeister.

Mit geschätzten 500 000 Euro wäre diese Lösung nicht nur erheblich teurer. Die Richtung Rhein links gelegene Umfahrung würde zudem durch ein Vogelschutzgebiet führen. Mit rund 130 000 Euro wäre dagegen der Abriss mit anschließendem Neubau die preiswerteste Lösung, was freilich die Denkmalschützer keinesfalls befürworten. "Dazwischen liegt der Erhalt der Gewölbekonstruktion mit einer grundhaften Sanierung, einschließlich einer Ertüchtigung", so der Bürgermeister weiter. Und darauf wird es wohl hinauslaufen.

Für höhere Lasten ertüchtigen

Eine erste grobe Kostenschätzung weist 150 000 bis 300 000 Euro aus. Die bald kommende konkrete Planung sollte den Kostenrahmen noch konkretisieren. Mit der grundlegenden Sanierung soll die Gewölbebrücke auch für höhere Lasten ertüchtigt werden. Eigentlich ist die Brücke derzeit lediglich bis maximal 1,5 Tonnen ausgelegt. Nicht wenige Mittelklassewagen und erst recht die beliebten SUV-Fahrzeuge überschreiten diese Grenze, ganz zu schweigen von den Traktoren mit ihren Anhängern.

Die Höchstlast betrifft auch die beiden nächsten Brücken beziehungsweise Durchlässe, die ebenfalls saniert werden sollen. "Mit dem gesamten Themenkomplex wird sich die Riedweg-Kommission bei ihrer nächsten Sitzung beschäftigen", kündigte Engel bei der Gelegenheit an. Ziel sei, erst einmal die Interessen sämtlicher Beteiligter und Betroffener zu sammeln.

Weiteres steht auf der Agenda: In der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung passierte ein gemeinsamer Antrag von Freien Wählern und GLT das Gremium. Gefordert ist jetzt die grundlegende Sanierung des Riedwegs, beginnend mit der Planung und Beantragung von Fördergeld. Da die Gemeinde auf die Zuschüsse warten muss, werden wohl die Brücken noch vor dem Riedweg saniert.

Ralph Keim

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