Trebur Open Air

Die heiße Party hat begonnen - Besucher suchen Abkühlung

Drei Tage Rockmusik vom Feinsten: Die 26. Auflage des Trebur-Open-Air-Festivals läuft.

„Richtung Norden, noch einmal mit Dir, ein letztes mal die Küste sehen“, singt Sven Bensmann. Genau genommen brüllt er eher. Auf der Stirn des Sängers der Indiepunk-Band Hi Spencer glänzt der Schweiß. Dabei ist es früher Abend, doch die Hitze drückt noch immer. Dementprechend reißen die Gitarren das Publikum am ersten Tag des diesjährigen Trebur-Open-Air-Festivals zwar mit, allerdings hätten vor der Bühne noch ein paar Zuschauer mehr Platz gehabt.

Die meisten Festivalbesucher tummeln sich derweil im Wasser des angrenzenden Freibads, um sich bei der Hitze die nötige Abkühlung zu verschaffen. Manche liegen in Badebekleidung auf ihren Handtüchern vor der Freibad-Bühne, wo ein junger Mann mit einer Akustik-Gitarre einige Songs zum Besten gibt. Schwimmmeisterin Elke Sparkuhl hat ein Auge auf die Badegäste. Sie denkt, die Hitze ist Schuld daran, dass es viele nicht auf dem Campingplatz aushalten.

Einige hitzeresistente Besucher befinden sich jedoch auch dort. Unter den Pavillons sitzen sie mit ihren Camping-Stühlen zusammen, ein kühles Getränk in der Hand und hören Musik aus den mitgebrachten Boxen. Marvin Schüttler aus Darmstadt ist gerade auf dem Weg zu seinem Auto – Bier-Nachschub holen. Er hat sich in Punkto Kleidung dem Wetter angepasst und trägt einen luftigen, gemusterten Morgenmantel.

Er ist schon zum siebten Mal beim Trebur Open-Air und findet die Atmosphäre auf dem Campingplatz am besten. „Ich kenne hier schon so viele Menschen, das ist wie ein großes Familientreffen“, sagt er. Das finden auch Sebastian Schmidt und Markus Drott aus Groß-Gerau. Sie können zwar nur einen Tag dabei sein, weil beide am Wochenende arbeiten müssen, das Festival ist für sie aber gleichzeitig ein Aufwärmprogramm für das Wacken Open Air in der kommenden Woche.

Florian Jöst und Marius Milnik sind als Helfer auf dem Festival dabei. Gerade gehen sie eine Runde um das Camping-Gelände, um zu schauen, ob es allen gut geht. Jöst arbeitet seit zwölf Jahren freiwillig auf dem Festival, Milnik seit sechs Jahren. „Wir haben hier immer total viel Spaß. Wir machen das aus Leidenschaft. Unser Lohn ist es, glückliche Besucher zu sehen“, sagt Jöst.

Nicht nur Besucher aus dem näheren Umfeld kommen nach Trebur, sondern Festival-Begeisterte aus ganz Deutschland: Unter einem Pavillon mit viel bunter Dekoration bereitet sich gerade eine größere Gruppe darauf vor, bald auf das Festival-Gelände zu gehen. „Wir warten noch, bis es etwas kühler ist“, sagt Sascha aus Münster. Mit dabei Freunde die von überall herkommen. „Von Berlin bis Stuttgart – hier ist fast die ganze Republik vertreten“, sagt er.

Gemeinsam wollen sie noch bis einschließlich Sonntag eine große und im wahrsten Sinne des Wortes heiße Party feiern.

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