Anke Kugies will ihre Weinstube "Zimtkorken" erst bei einem Wert von unter 50 wieder öffnen.
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Anke Kugies will ihre Weinstube "Zimtkorken" erst bei einem Wert von unter 50 wieder öffnen.

Corona

Keine Euphorie bei Treburer Gastronomen

Trotz Lockerungen bleiben manche Lokale in Trebur weiter geschlossen.

Die Verlautbarung der Kreisverwaltung kam am Freitag, später Mittag, pünktlich zu Pfingsten: Die rigiden Corona-Regeln konnten endlich deutlich gelockert werden. Unter anderem endete die Ausgangssperre und die Außengastronomie darf öffnen. Und der nächste Feiertag - Fronleichnam am 3. Juni - und damit wieder ein verlängertes Wochenende ist ja auch schon in Sicht.

Endlich dürfen Bier, Wein, Schoppe und Kaffee wird serviert werden. Endlich wieder draußen sitzen! Endlich wieder Freunde treffen können. So auch in Trebur. Tatsächlich? Nein, Fehlanzeige.

Im Gegenteil: Manche Einrichtungen bleiben weiter für Gäste vor Ort geschlossen. Denn zumindest die Betreiber der Weinstube "Zimtkorken" und vom "Café zu mir" wollen warten, bis sie grundsätzlich Gäste bewirten können - draußen wie drinnen.

Trebur: Warten auf Stufe zwei

"Wir haben vor unserem Café einfach zu wenig Fläche", erklärt Susan Bormann vom "Café zu mir". Draußen Bewirtung, innen keine Bewirtung - das lohne sich nicht. Das sieht auch Anke Kugies so: "Wir haben uns deswegen entschlossen auf die Stufe zwei zu warten", erklärt die "Zimtkorken"-Inhaberin ihre Entscheidung.

"Stufe zwei" bedeutet, dass bei einer dauerhaften Inzidenz von unter 50 (der Landkreis Groß-Gerau hatte an Pfingstmontag 91,8) die Gäste im Außenbereich ohne Test, im Innenbereich mit negativem Test Platz nehmen dürfen.

"Wir sind eine kleine Weinstube. Wir sind eine kleine Einkehr, um gemütlich zusammen zu sitzen, mit Freunden einen schönen Abend zu haben", fasst Anke Kugies das Flair ihrer Weinstube nahe der Evangelischen Kirche der Kerngemeinde zusammen.

Der aktuell verbundene Aufwand mit Kontrolle und Dokumentation (Schnelltests, Impfbescheinigungen, ärztliche Genesenen-Bescheinigung) konterkariere das Bild einer gemütlichen Weinstube, wo es um ungezwungene Geselligkeit gehe.

Mit der allgemeinen Corona-Politik geht Anke Kugies inzwischen hart ins Gericht: "Hier sind leider nicht nur Dinge falsch beurteilt worden, sondern es sind auch wirklich schwere Fehler gemacht worden." Sie ist der Meinung, mit den Zwangsschließungen seien private Treffen provoziert worden.

Die wiederum hätten die Infektionszahlen nach oben getrieben, was bei "gesicherten Treffen" mit entsprechenden Hygienemaßnahmen so nicht passiert wäre, wie sie sagt.

Das Lokal "Zum Grundstein" im Ortsteil Hessenaue bleibt bis Anfang Juni geschlossen, die ASV-Gaststätte am Oberwiesensee sollte inzwischen geöffnet haben. "Wir hatten mehr als sieben Monate keine Gäste, da kommt es auf einige Tage weniger nicht an", lautet der Tenor.

"Wir wollen am 5. Juni öffnen, bei schönem Wetter auch schon etwas früher", kündigte Gloria Schmitt vom "Grundstein" auf Nachfrage dieser Zeitung an.

Trebur: Genesen, geimpft oder Schnelltest

Vor einem Jahr hieß es für die Gäste: Kontaktdaten hinterlassen. Im zweiten Corona-Sommer kommt dazu die Versicherung, zweimal geimpft oder genesen zu sein - sofern es zutrifft. Ansonsten muss vor dem Bier und dem Rumpsteak mit Pommes bekanntlich ein negativer Schnelltest vorgezeigt werden, der nicht älter als 24 Stunden ist.

Daher steht ab dem 6. Juni jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag, jeweils von 11 bis 16 Uhr, vor dem "Grundstein" ein Testzentrum. "Das haben wir veranlasst, das Gesundheitsamt hat es selbstverständlich genehmigt", erläutert Gloria Schmitt, die in den vergangenen mehr als sieben Monaten mit einem eher mäßigen To-Go-Geschäft zurechtkommen musste.

Vor Corona zählte die Gaststätte des Angelsportvereins zu den beliebtesten Ausflugslokalen der Region. Besonders an Vatertag ging hier bei schönem Wetter die Post ab. Auf Nachfrage bestätigte Udo Wilhelm,

Zweiter Vorsitzender des Angelsportvereins, dass man ab Pfingstmontag - unter den aktuellen Vorgaben - wieder öffnen werde. Der Außenbereich biete ausreichend Platz. Die große Party werde es am Oberwiesensee allerdings vorerst nicht geben. Von Ralph Keim

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