Annie, die Enkelin von Walter Heinz, hat sichtlich Spaß auf dem neuen Trampolin. Foto: Anna Grösch
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Annie, die Enkelin von Walter Heinz, hat sichtlich Spaß auf dem neuen Trampolin.

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Kinder toben zwischen Birnbäumen

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Der Treburer Obst- und Gartenbauverein macht sich frühlingsfit - Neue Angebote für die Kleinen

Langsam beginnen die Bäume im Lehrgarten des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) in Trebur grün zu werden. Der Frühling ist schon da an diesem Apriltag, auch wenn das wechselhafte Wetter der vergangenen Tage noch Schnee gebracht hatte. Der OGV hat jedoch schon längst mit den Vorbereitungen auf den Frühling begonnen. Und nicht nur dafür, es gibt einige Neuerungen, die besonders für kleine Besucher und Familien interessant sind.

Walter Heinz, der zweite Vorsitzende des Vereins, gibt eine kleine Führung in dem weitläufigen Gelände inmitten von Schrebergärten am Riedweg nahe des Sportplatzes. Auf einer Wiese stehen Reihen von Obstbäumen, einige Pflanzen sind noch so jung, dass sie sich erst noch dazu entwickeln müssen. Heinz erklärt die Kunst des Veredelns, bei dem auf eine Baumwurzel ein Edelreiser angebracht wird.

Genmaterial soll erhalten werden

Die Wurzel, die sogenannte Unterlage, bestimmt, wie groß und kräftig der Baum einmal wird. Der Trieb, der auf sie aufgesetzt wird, bestimmt, welche Sorte dort einmal wächst.

Erst vor einigen Tagen hat Walter Heinz einen Kurs für seine Mitglieder gegeben, wie sie ihre Bäume richtig veredeln. Teilweise stehen diese schon seit mehr als 20 Jahren in Trebur. "Wir wollen von jedem Baum das Genmaterial erhalten", berichtet er. "So geht nichts verloren, auch wenn der Baum einmal sterben sollte." Auch deshalb üben die Mitglieder des OGV, wie man die verschiedenen Obstsorten erhält. Das geht auch noch durch das sogenannte Pfropfen, bei dem ein Ast an einen anderen Baum angebracht wird.

Angeeignet hat sich Heinz sein Wissen durch Kurse und Fortbildungen. "Das ist mein Hobby." Nach und nach sei er hineingewachsen. Fünf Mitgliedern seines Vereins hat er die Kunst des Veredelns vor Kurzem gelehrt, diese durften auch selbst Hand anlegen.

Rund 150 Bäume waren es mal im Garten des OGV, seither sind einige gefällt worden, erzählt Heinz. Aber die Neuen sind ja bereits in Arbeit. Äpfel, Birnen und Quitten, aber auch exotischere Früchte wie Goji- oder Aronia-Beeren gibt es in dem Garten zu sehen. Der ist allerdings nicht nur zum Pflanzen und Ernten da, sondern auch für die Menschen. Neue Mitglieder will der Verein gewinnen, wegen der hohen Altersstruktur auch vermehrt junge Menschen und Familien ansprechen.

Um dieses Ziel zu erreichen, gibt es ein paar Neuerungen und Pläne. Auf dem großen Trampolin hinter der Vereinshütte springt schon vergnügt Heinz' Enkelin Annie herum. Auch eine Schaukel mit Kletterseil, Leiter und Rutsche ist bereits gekauft und wird vermutlich im Mai geliefert. Geplant ist auch ein Toilettenwagen.

Daneben gibt es Hochbeete, die in ihrem früheren Leben einmal Transportkisten waren. Nun haben sie die perfekte Höhe, damit Tomaten, Erdbeeren oder Gurken darin wachsen können und auch Kinder in der Lage sind, zu sehen, was dort wächst. "Es ist uns wichtig, dass man auch sieht, dass es Obst und Gemüse nicht nur im Supermarkt in Schalen zu kaufen gibt", sagt Heinz.

Auch unter Nachbarn im Schrebergarten hilft man sich. Die Nachbarin von nebenan schaut mal nach den Pflanzen im Hochbeet, auch mit einem Imker sei man im Gespräch zur Zusammenarbeit. Jeden zweiten Dienstag treffen sich die Mitglieder im Vereinsgarten, bei dem es immer etwas zu tun gibt. Normalerweise richtet der OGV dort auch seine Feste aus. "500 bis 800 Besucher hatten wir teilweise hier drin", berichtet Heinz. Durch die Pandemie hat sich die Anzahl der Gäste im Garten wesentlich verringert, an rauschende Feste ist fürs Erste sowieso nicht zu denken.

Engagierte Mitglieder gesucht

Auch die Vereinsorganisation musste in den vergangenen Monaten zurückgestellt werden. Geplant ist die Jahreshauptversammlung für den 10. Juli dieses Jahres. Ob die stattfinden kann, ist noch unklar. Je nachdem, wie die Lage sich entwickelt. Der OGV freut sich trotzdem über engagierte neue Mitglieder und ist auch für neue Ideen und Vorschläge offen. Interessierte können einfach eine E-Mail an Walter Heinz unter OGV-Tre bur1895eV@t-online.de schreiben. Anna Grösch

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