Seit Jahrzehnten wird bei Geinsheim Sand und Kies abgebaut, inzwischen durch Dyckerhoff. Das Unternehmen plant bereits die nächste Auskiesung.
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Seit Jahrzehnten wird bei Geinsheim Sand und Kies abgebaut, inzwischen durch Dyckerhoff. Das Unternehmen plant bereits die nächste Auskiesung.

Tagebau

Kommt bald die nächste Auskiesung?

Die Firma Dyckerhoff will eine weitere Fläche von rund 80 Hektar erschließen.

Trebur -Im Ortsteil Geinsheim geht ein Schreckensgespenst um: Auskiesung. Dahinter steckt das Vorhaben der Firma Dyckerhoff, bei Geinsheim bis zu 80 Hektar - und damit auch ganz nahe an Hessenaue heran- als neue Fläche für die Gewinnung von Sand und Kies zu erschließen, also auszukiesen.

Neu ist das Thema allerdings nicht. Denn bereits seit zehn Jahren beschäftigt sich das Unternehmen mit diesem Thema und hat beim zuständigen Bergbauamt den für einen Abbau notwendigen Antrag gestellt. An Fahrt gewonnen hat das Vorhaben allerdings jetzt, da im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens die Anhörung der Betroffenen läuft, darunter auch die Kommune Trebur.

Diese Stellungnahme und weitere umfangreiche Unterlagen liegen den Gemeindevertretern jetzt vor und wurden im Ausschuss erörtert und diskutiert. Für die Erarbeitung der Stellungnahme habe die Kommune bereits Gespräche mit Dyckerhoff geführt, informierte Bürgermeister Jochen Engel (Freie Wähler). Inzwischen gebe es einen rechtlich abgestimmten Entwurf der Stellungnahme. "Die Kommune Trebur ist in diesem Verfahren nicht Entscheider, sondern lediglich betroffen und kann daher eine Stellungnahme abgeben", bekräftigte Engel.

Zusätzlicher Transportverkehr

Ein zentraler Punkt sei die zu erwartende Verkehrsbelastung. Geinsheim dürfe nicht noch mehr von Transportbewegungen belastet werden, bekräftigt die Verwaltung. Daher sei zu begrüßen, dass ein Teil des ausgekiesten Materials über den Rhein abtransportiert werden soll. Doch dieser Transportweg soll wohl nicht von Anfang an genutzt werden. Da zudem seitens Dyckerhoff dazu eine Verbindlichkeit zu Menge oder Quote fehle, will die Kommune genau dies einfordern und festschreiben lassen. Zu befürchten sei sogar, dass die Ortsdurchfahrt von Geinsheim mit täglich bis zu 90 und mehr Fahrzeugbewegungen zusätzlich belastet werde.

Dass diese Aussichten bei der Geinsheimer Bevölkerung und besonders bei der Initiative gegen weitere Auskiesung nicht gut ankommen, kann man sich vorstellen. Entsprechend vielen auch die im Ausschuss geäußerten Bedenken aus. Wichtig sei beispielsweise, dass die Standsicherheit der Deiche nicht beeinträchtigt werde. Entsprechende Gutachten hätten dies jedoch bereits entkräftet, erläuterte im Ausschuss Anne Koszela-Stadion vom Fachdienst Umwelt und Bauleitplanung. Aus der Landwirtschaft kommt die Befürchtung, dass zu viel an den von ihnen genutzten Flächen wegfalle. Als nächster Schritt im Verfahren stehe die Offenlage an, im Rahmen derer auch der Bürger Eingaben machen kann, erläuterte Bürgermeister Engel weiter. Als Vorstufe der Klage gebe es dann noch das Mittel der Beschwerde. Laut Engel habe die Kommune darauf verzichtet, das Vorhaben pauschal abzulehnen. Der Rathauschef setze mehr auf Verhandlung und nicht auf Konfrontation. Ein gutes Beispiel dafür sei die erst kürzlich mit Dyckerhoff getroffene Vereinbarung, dass die angelaufene Verfüllung des Kiebertsees zum Ende des Jahres beendet wird. Engel strebt auch an, die aktuell noch angedachte Fläche von 80 Hektar zu verkleinern, besonders in Richtung Hessenaue. "Sollte sich der Verhandlungsweg doch als der falsche herausstellen, bleibt uns immer noch der Rechtsweg." Sollte es zur Auskiesung kommen, müssen sich die Bürger aktuell auf mehr als 50 Jahre einstellen.

Doch bis Dyckerhoff auskiesen darf, dürften noch gut drei Jahre, wenn nicht gar fünf vergehen, lautet die Einschätzung der Verwaltung. In diesem Zusammenhang zeigte sich die Politik realistisch: Man werde das Vorhaben nicht verhindern können. Man könne nur versuchen, das Beste für Trebur herauszuschlagen.

Themenwechsel: Lebensmittel verschenken, statt wegwerfen - das steckt hinter Foodsharing. In Rüsselsheim gibt es regelmäßig Ausgaben direkt an die Bürger. In der Opelstadt sowie in Ginsheim-Gustavsburg und Bischofsheim stehen zur Selbstbedienung außerdem Verteilerkästen, die von Foodsharing-Aktiven mit Lebensmitteln bestückt werden, die beispielsweise Lebensmittelmärkte zur Verfügung gestellt haben. Aber auch jeder Bürger kann einen Verteilerkasten bestücken oder sich bedienen.

Verteilerschränke für Lebensmittel

Kerstin Albrecht und Antje Woddow vom Verein Foodsharing Groß-Gerau referierten dazu im Ausschuss, um für die Idee des Teilens von Lebensmitteln in Trebur zu werben. Denn der Verein hätte durchaus Interesse, auch in der Großgemeinde einen oder mehrere Verteiler aufzustellen. Dass die beiden Foodsharing-Aktiven im Ausschuss sprachen, geht auf einen Prüfantrag der Freien Wähler zurück. Wie Bürgermeister Engel informierte, stehe die Kommune bereits in Gesprächen mit Foodsharing, was mögliche Standorte angeht.

Wie Bürgermeister Engel im Ausschuss noch mitteilte, habe die Kommune 25 000 Euro über das Schwimmbadinvestitionsprogramm Swim für das Freibad erhalten. Das Geld soll in die Sanierung der Beckenumrandung fließen, was allerdings erst nach dem Ende der Freibadsaison angegangen werden soll. 40 000 Euro habe die Kommune für den Treburer Kultursommer bekommen. Ralph Keim

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