Simone Walter berät

Was kommt nach der Schule?

Viele junge Menschen wissen auch kurz vor dem Schulabschluss noch nicht, was sie beruflich machen wollen. Um ihnen bei der Berufs- und Ausbildungsfindung zu helfen, bietet Simone Walter von der Kinder- und Jugendförderung professionelle Beratung an. Manchmal sogar persönlich.

Den Hauptschulabschluss oder die Mittlere Reife in der Tasche, aber keine Ahnung was jetzt kommt? In diesem Dilemma befänden sich einige der Jugendlichen, die sie in der Jobinfothek berate, gibt Simone Walter von der Kinder- und Jugendförderung zu. Simone Walter betreut die Jobinfothek seit etwa acht Jahren. Das Angebot gebe es jedoch schon seit mehr als zehn Jahren in Trebur. Vor allem nähmen es Schüler der Mittelpunkt-Schule in Anspruch. Dabei sei es auch nicht wichtig, ob sie in Trebur oder beispielsweise in Bauschheim wohnten.

„Ich führe jedes Jahr im Frühsommer in Kooperation mit der Mittelpunktschule ein Bewerbungstraining für die Schüler der achten Klasse durch, die kurz vor dem Hauptschulabschluss stehen. Dabei üben wir neben dem Bewerbungsschreiben und dem Erstellen einer Bewerbungsmappe auch den richtigen professionellen Umgang am Telefon oder das Verhalten bei einem Jobinterview ein“, berichtet Simone Walter.

Einiger dieser Jugendlichen suchten sie im Anschluss noch zu einem persönlichen Beratungsgespräch auf. „Da mache ich auch mal individuelle Dinge mit den Jugendlichen.“ Walter gibt ein Beispiel: „Gibt ein Schulabgänger an, dass er Computerkenntnisse hat, höre ich nochmal genau nach. Das würde ein Personaler auch tun. Oft stellt sich dann heraus, dass der Jugendliche die Angabe beschönigt hat. Damit er tatsächlich schließlich etwas über die Hardware eines Computers lernt, lasse ich ihn hier auch mal ein altes Gerät aufschrauben und genauer untersuchen.“

Viele der Jugendlichen, die die Jobinfothek aufsuchten, seien auch regelmäßiger Besucher des Kinder- und Jugendhauses. „Es ergibt sich dann auch oft einfach, dass die Kinder mehr über Ausbildungsstellen wissen möchten“, so Walter. Eine dritte Gruppe seien die Jugendlichen, die von ihren Eltern zu einem Beratungsgespräch geschickt würden. „Dabei ist es oft schwierig herauszufinden, ob die Person freiwillig zu mir gekommen ist“, gibt Walter zu.

Ja nach Anliegen der Jugendlichen rufe sie auch hin und wieder spontan bei einem Unternehmen an und erkundige sich nach Ausbildungsstellen oder Praktikumsplätzen. „Da gibt es in der Beratung keine festgelegte Regel. Ich entscheide immer individuell mit dem jungen Menschen was der nächste Schritt sein kann.“ Probleme bei der Wahl der Ausbildung lägen oft darin, dass die Jugendlichen eine falsche Vorstellung von einem Beruf hätten.

Walter höre von Unternehmen vermehrt, dass Jugendliche immer weniger motiviert und diszipliniert seien. „Das liegt jedoch auch zum Teil daran, dass sich die Berufsbilder im Moment rasant verändern und dass sich damit die Anforderungen mancher Betriebe zu sehr hochschrauben“, stellt die Mitarbeiterin der Kinder- und Jugendförderung fest.

Trotzdem, gibt Simone Walter zu, bemerke sie auch eine Zunahme der Zahl von Auszubildenden, die ihre Lehre einfach als zu langweilig und anstrengend empfinden. „Deshalb empfehle ich oft, erst einmal durch ein Praktikum in einem Beruf hinein zu schnuppern. So ist es leichter zu sagen: Das ist nichts für mich. Wenn man die Ausbildung erst begonnen hat, macht sich ein Abbruch der Lehre nicht positiv im Lebenslauf.“

Bei der Auswahl der Auszubildenden achteten die Personaler gar nicht so sehr auf die klassischen Fachnoten, sondern eher auf Beurteilungen der schulischen Mitarbeit und auf die Zahl der unentschuldigten Fehlstunden, sagt Simone Walter. „Es geht dabei eben auch um Verlässlichkeit. Das ist den Unternehmen oft wichtiger, als eine Eins in Mathe“, meint Walter. Feste Zeiten für ihr Beratungsangebot hat Simone Walter nicht. Die Gespräche können montags und donnerstags individuell vereinbart werden. Informationen gibt es unter: per E-Mail an: jobinfothek@gmx.de oder unter der Telefonnummer: (0 61 47) 14 06.

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