Bürgermeister Jochen Engel (links) sowie die beiden Foodsharing-Aktiven David Lopez und Antje Woddow freuen sich, dass es jetzt auch in Trebur einen Fairteilerschrank gibt. Foto: Ralph Keim
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Bürgermeister Jochen Engel (links) sowie die beiden Foodsharing-Aktiven David Lopez und Antje Woddow freuen sich, dass es jetzt auch in Trebur einen Fairteilerschrank gibt.

Nachhaltigkeit

Kostenlose Lebensmittel für alle

Ein Fairteilerschrank steht jetzt am Eingang zum Treburer Rathaus.

Trebur -Jetzt hat auch Trebur seinen ersten Fairteilerschrank. Er steht direkt am Eingang des Rathauses der Kerngemeinde und hat allerhand an Lebensmitteln zu bieten: Obst und Gemüse, Süßigkeiten, Backwaren, Müsli, Nudeln und mehr. Bestückt wird der Schrank vom Verein Foodsharing Groß-Gerau, jener Organisation, die Lebensmittel vor dem Wegwerfen und gezieltem Vernichten bewahrt und sie allen Bürgern kostenlos zur Verfügung stellt - eben über Fairteilerschränke.

Bürgermeister Jochen Engel (Freie Wähler) freut sich, dass solch ein Schrank jetzt auch in Trebur steht, eben genau neben dem Eingang des Rathauses. "Die Initiative erging aus der Gemeindevertretung", erinnerte er bei der offiziellen Übergabe an den entsprechenden Prüfantrag der Freien Wähler, der auf breite politische Zustimmung stieß.

Standort optimal gewählt

Der ausgemusterte, von einem Großunternehmen aus der Region zur Verfügung gestellte Aktenschrank war schnell aufgebaut. Ebenso flott war er mit Lebensmitteln bestückt. "Der Schrank in Trebur ist unsere siebte Verteilerstelle im Landkreis", berichtete David Lopez, zweiter Vorsitzender von Foodsharing Groß-Gerau, am ersten Tag des "Fairteilerschranks", der sozusagen rund um die Uhr geöffnet ist.

Wie bei jeder Verteilerstelle, so gilt auch in Trebur: Jeder darf sich bedienen. "Sei es der Bedürftige, der Anwalt - oder auch der Bürgermeister", schmunzelte Lopez Richtung Jochen Engel, der sich nicht zweimal bitten ließ. Und genauso kann auch jeder Bürger mit dazu beitragen, dass der Schrank stets gut gefüllt ist. "Wer beispielsweise länger in Urlaub fährt, kann hier Obst und Gemüse einstellen, statt es wegzuwerfen."

Der neue Standort in Trebur sei laut Lopez optimal: Am Rathaus sei werktags eine hohe Zahl an vorbeikommenden Bürgern gesichert. Das Vordach sorge zudem dafür, dass Regen keinen Schaden anrichten kann. Im Sommer biete es Schatten.

Grundsätzlich kann ein Fairteilerschrank mit allen Lebensmitteln bestückt werden, die nicht ausdrücklich gekühlt werden müssen. "Und das gilt auch im Winter, wenn es ziemlich kalt ist", betonte Lopez. Aber definitiv nicht gestattet ist alles, was mit Alkohol zu tun hat. Mit Alkohol gefüllte Pralinen haben im Foodsharing-Schrank ebenfalls nichts zu suchen. "Schließlich können sich ja auch Kinder und Jugendliche bedienen." Allerdings sollen auf ausdrücklichen Appell von David Lopez auch keine Kleidungsstücke am und im "Fairteiler" abgelegt werden.

Schränke werden täglich kontrolliert

Auf alle Fälle kümmern sich Aktive von Foodsharing um den Schrank, beispielsweise Antje Woddow, die auch in Trebur lebt. "Wir kontrollieren, reinigen und bestücken bei Bedarf täglich jeden Schrank", erläuterte sie. Darauf lege das Gesundheitsamt größten Wert. Was die beiden Foodsharing-Aktiven besonders freut: Vandalismus und Vermüllung ist bei und an den Verteilerkästen bislang kein Thema.

Vom kleinen Laden bis hin zum Großkonzern - aus diesen Quellen schöpfen die Foodsharing-Aktiven, um die Schränke täglich zu bestücken. Und angesichts von Verordnungen und Kaufgewohnheiten der Konsumenten werde keine dieser Quellen wohl so schnell versiegen, sind die Foodsharing-Aktiven überzeugt.

Fairteilerschränke stehen mittlerweile in Ginsheim, in Gustavsburg, in Bischofsheim, in Rüsselsheim, in Groß-Gerau, in Nauheim und jetzt auch in Trebur.

Die konkreten Standorte sind über die Facebookseite von Foodsharing Groß-Gerau nachzulesen. "Unser Ziel ist, dass wir bald in jeder Kreis-Kommune einen Verteiler haben", erläuterte Lopez. Da jeder Schrank an jedem Tag angefahren werden muss, ergebe sich für die derzeit kreisweit rund 120 Aktiven jetzt schon jede Menge Arbeit.

Ralph Keim

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