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Walter Heinz weiß genau, wo er die Astschere ansetzen muss. Er liebt es, die Obstbäume im Lehrgarten zu pflegen. Dazu gehört nicht nur die Ernte, sondern auch der fachmännische Winter- und Sommerschnitt. Fotos: Dorothea Ittmann

Umwelt

Mehr Vielfalt im Lehrgarten

Walter Heinz möchte die Anlage des Obst- und Gartenbauvereins für Familien attraktiver machen.

Trebur -Er liebt es, im Garten zu arbeiten - am liebsten widmet sich Walter Heinz den Obstbäumen, aber auch Sträucher und Rankenpflanzen haben auf dem weitläufigen Gelände des Treburer Obst- und Gartenbauvereins (OGV) in der Kleingartenanlage am Malzrain ein Plätzchen gefunden. Heinz bückt sich und streicht über die grünen Blätter einer Aronia-Beere, auch Apfelbeere genannt. Eine eigene Aufzucht, sagt Heinz, die er zwischen zwei Apfelbäume gepflanzt hat. Im Spätsommer trage der Strauch dunkel-violette Beeren. "Das ist eine Power-Frucht, sie ist sehr gesund." Zwischen den Obstbäumen gibt es noch mehr zu entdecken - Johannisbeersträucher mit roten, weißen und schwarzen Früchten, aber auch verschiedene Kräuter.

"Ich will etwas Vielfalt in den Garten bringen", sagt Heinz. Außerdem soll die Anlage Familien mit Kindern gefallen. "So können die Kinder zwischendurch Beeren pflücken. Das macht ihnen bestimmt Spaß." Der 60-Jährige Rüsselsheimer ist zweiter Vorsitzender im OGV Trebur und gehört zu den jungen Vereinsmitgliedern. Der Altersdurchschnitt liege bei etwa 75 Jahren. Deshalb möchte Heinz den Verein für jüngere Menschen attraktiver gestalten. Ideen hat der Frührentner viele und auch schon manches davon umgesetzt.

Neben dem Eingang haben die Mitglieder Blumenbeete angelegt, die den Lehrgarten im Frühjahr und Sommer schmücken. Forsythie und Flieder wachsen entlang des Zauns. Ein Laubengang trennt den Garten in zwei Hälften, rechts die alten ausladenden Obstbäume, links die jüngeren Anpflanzungen in ordentlichen Reihen stehend, gerade einmal mannshoch. Äpfel hängen keine mehr an den Ästen; die wurden bereits gekeltert. Rund 800 Kilogramm hatten die Aktiven geerntet. "Die Ausbeute war dieses Jahr nicht so gut", sagt Heinz. Vermutlich aufgrund des trockenen Sommers.

Exoten auf der Anlagen

So mancher alte Obstbaum musste weichen. Auf die lichten Stellen hat der Vorsitzende Feigenbäume gesetzt. Noch sind sie hüfthoch, aber kleine Früchte hängen schon daran. Das kühlere mitteleuropäische Klima mache der Pflanze nichts aus. Genauso winterfest sei die großblättrige Kiwi, die hinter dem Vereinshaus am Spalier wächst. Ein grünes Blätterdach aus Weinranken bedeckt die benachbarte Pergola.

Seit einem Jahr steht im hinteren Teil des Lehrgartens ein Hochbeet. Es ist mit Tomaten, Erdbeeren und Kräutern bepflanzt; erntereife gelbe Kürbisse zieren im Oktober das Beet. Die kniehohen Beete seien auch für Kinder interessant, meint Walter Heinz. Vor dem Geräteschuppen möchte er für sie eine Schaukel aufbauen. Dafür brauche der OGV allerdings erst eine Genehmigung von der Gemeinde, die Verpächterin des Grundstücks ist.

Feste mit bis zu 500 Besuchern

Das Gelände sei ideal für größere Zusammenkünfte. Eine "Bratwursthütte" und eine Grillhütte stehen ebenfalls auf dem Gelände. Küche, Zapfanlage und Biertischgarnituren sind vorhanden. "Früher wurden hier Feste mit bis zu 500 Besuchern gefeiert", erinnert sich Heinz, der seit 26 Jahren Mitglied im Verein ist. In diesem Jahr hätte der OGV sein Jubiläum feiern können - 125 Jahre. Corona-bedingt sei die Feier ausgefallen.

Aber Walter Heinz schaut lieber nach vorne. Bei der nächsten Mitgliederversammlung, voraussichtlich im Januar 2021, werde er mit der ersten Vorsitzenden Hedda Lanzendörfer die Ämter tauschen. Als erster Vorsitzender wolle er dann den OGV Trebur weiter umgestalten. Der Verein trifft sich jeden zweiten Dienstag im Monat von 14 Uhr an im Lehrgarten. Am Mittwoch, 14. Oktober, kommen die Mitglieder um 18 Uhr zum Stammtisch im Eigenheim zusammen. Heinz gibt im Sommer und Winter Schnittkurse. Bei Fragen steht Walter Heinz unter (0 61 42) 16 16 15 oder per E-Mail an wa_heinz@t-online.de zur Verfügung. Dorothea Ittmann

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