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Wie funktioniert das mit dem ökologisch verträglichen Leben? Sandra Wolf und Jan Paul Stich wollen es gemeinsam mit den Treburern herausfinden.

Umwelt

Mit dem Öko-Treff die Welt retten

Sandra Wolf und Jan Stich haben den Öko-Treff Wurzelwerk gegründet. Mitmachen kann jeder, der sich für Klima- und Umweltschutz, Flora, Fauna, oder Mobilität interessiert.

Trebur -Den Planeten retten - diese und keine andere Aufgabe haben sich Sandra Wolf und Jan Stich aus Trebur auf die Fahne geschrieben. Weil das erfahrungsgemäß gemeinsam und mit vielen besser geht, haben sie vor gut einem Monat den Treburer Öko-Treff Wurzelwerk gegründet.

Der Name ist Programm: Aus dem Kleinen ins Große, quasi als Graswurzelbewegung, soll Veränderung entstehen - und zwar so, dass jeder ganz einfach mitmachen kann, der sich für Klima- und Umweltschutz, Flora, Fauna, oder Mobilität interessiert. Dass die Schritte in ein nachhaltig geführtes Leben nicht immer leicht sind, weiß Jan Stich, und genau aus diesem Grund sei die Gruppe aus der Taufe gehoben worden.

"Die Möglichkeit zum Engagement ist in mehrfacher Hinsicht da. Aber bei vielen gibt es vielleicht Bedenken, einen ökologischen Lebensstil finanziell oder zeitlich nicht umsetzen zu können", so Stich. Der Öko-Treff, der derzeit erst einmal nur digital als Facebook-Gruppe existiert, soll auf lange Sicht auch als eine Art Stammtisch realisiert werden und eine niedrigschwellige Austauschsmöglichkeit bieten.

Niedrigschwelliger Zugang

Stich, der bereits Erfahrung mit der Nachhaltigkeitsvermittlung in Form des Podcasts Wolpertinger hat, hält es mit den Fridays-for-Future-Aktivisten, die im Unterschied zur klassischen Umweltbewegung ihren eigenen Defiziten stärker in die Augen sähen. "Menschen sind keine Heiligen", rezitiert er deren Credo.

"Diese Einstellung finde ich bewundernswert, denn die nimmt Menschen mit, die ökologisches Handeln vielleicht noch nicht in ihrer Lebenspraxis umsetzen." Stich ist erst vor zwei Jahren nach Trebur gezogen und sieht in seinem neuen Wohnort großes Potenzial, was ein Umdenken angeht: "Trebur ist ein ,sweet spot', um ökologisch zu leben."

Es gebe viele landwirtschaftliche Betriebe, die Rüsselsheimer Solidarische Landwirtschaft (Solawi) ganz in der Nähe und viele Einzelhandelsgeschäfte, die sich mit Nachhaltigkeit auseinandersetzen; nicht zu vergessen den Nabu, der sich stark für Naturschutz engagiert. Auch die Infrastruktur sei eigentlich gut: Mit dem Fahrrad ist alles schnell erreichbar, zwei Bahnhöfe sind nicht weit entfernt.

Aber: "Das Thema Ökologie ist in der allgemeinen Treburer Facebook-Gruppe noch unterbesetzt", fand er damals. Über die Rüsselsheimer Bio-Solawi lernte er Sandra Wolf kennen, ebenfalls Treburerin und Nabu-Mitglied. "Wir hatten vereinsintern schon darüber nachgedacht, einen Öko-Stammtisch zu gründen", berichtet Wolf.

Die zwei bündeln schließlich ihre Ideen und gründen das Wurzelwerk. Es soll eine von allen getragene Austauschplattform sein, die frei von Vorurteilen und offen für jeden ist, auch von außerhalb Treburs. "Mit Ökologie müssen wir uns alle beschäftigen - auch durchaus kritisch", sagt Jan Stich.

Er und Wolf, aber auch einige der mittlerweile rund 80 Gruppenmitglieder geben dafür regelmäßig Input in die Gruppe in Form von Beiträgen, Meldungen, Ideen und Fragen.

Alle können mitmachen

"Man muss am Anfang natürlich ein bisschen ankurbeln, damit sichtbar wird, was es hier bereits alles so gibt, und was vielleicht noch fehlt", sagt Wolf. Dabei setzen sie natürlich auch auf die Partizipation der Mitglieder, die als großer Schwarm ihr Wissen untereinander teilen können. "Dann zeigt sich auch oft: Man muss das Rad nicht neu erfinden, oft gibt es schon Anknüpfungspunkte, und der Einstieg fällt leichter."

Dass politische Strukturen für das Gelingen alternativer Lebensentwürfe unerlässlich sind, wissen auch Wolf und Stich. "Aber wenn man nicht bei sich selbst anfängt, von unten also nichts kommt, kann auch oben nichts passieren", findet Wolf.

"Fridays for Future betonen immer, dass der Einzelne nicht so wichtig ist. Das ist gleichzeitig richtig und falsch." Die Einzelverantwortung in der Aufgabe zur Rettung des Planeten werde teils zu stark gewichtet, "aber am meisten Einfluss hat man immer noch auf das eigene Leben."

Beide Treburer hoffen jetzt auf eine erfolgreiche Etablierung ihrer Gruppe und letztlich auch darauf, einen Teil zum gemeinsamen Ziel beizutragen: die Rettung des Planeten Erde. Stella Lorenz

Auf Facebook aktiv

Wer sich für Klimaschutz und ökologisches Leben interessiert, Fragen hat oder sich einfach einen Überblick verschaffen möchte, kann das auf Facebook tun (Suche: Wurzelwerk Treburer Öko-Treff). "Alle sind willkommen", betonen die Organisatoren.

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