Wie das Posieren für ein Handyfoto gelingt, zeigt Alina Kiehl (rechts), als sie sich von Fotografin Iryna Korenkova ablichten lässt.
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Wie das Posieren für ein Handyfoto gelingt, zeigt Alina Kiehl (rechts), als sie sich von Fotografin Iryna Korenkova ablichten lässt.

Fotografie

Nauheim: So entsteht das perfekte Bild für Instagram

  • VonRainer Beutel
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So wirds was mit den Likes bei Insagram: Teilnehmerinnen lernen Grundlagen im Foto-Kurs.

Nauheim - Täglich werden unzählige Fotos mit dem Handy geschossen, auch und vor allem von Menschen, die sich über soziale Medien mitteilen. Über die Qualität solcher Aufnahmen lässt sich streiten. Bei der Sport- und Jugendförderung hat Fotografin Iryna Korenkova einer Gruppe von Mädchen gezeigt, auf was sie achten sollten, damit aus den Handy-Schnappschüssen prima Bilder werden.

Bis auf eine Jugendliche meldeten sich im Kulturbahnhof X-Presso alle Teilnehmerinnen, als sie gefragt wurden, ob sie einen Account bei der Online-Fotoplattform Instagram besäßen. "Kein Problem", meinte Iryna Korenkova, gerne helfe sie, einen entsprechenden Zugang einzurichten. Für die anderen Jugendlichen gehört das bildlastige Netzwerk längst zum Alltag, wie sie bekannten. Sie posten Fotos, wann immer sie dazu Lust haben.

Aber wie sehen die Bilder aus? Was können sie besser machen? Wie funktioniert es, dass eine Aufnahme oft angesehen und gemocht wird und andere unter den Abermillionen Fotos im Nichts verschwinden? Und ist das mit den Selfies? "Ich wüsste gerne, wie ich mich richtig in Pose setze", sagte eine Anwesende dazu.

Trebur: Es braucht keine teure Kamera

Dass sich junge Menschen mit solchen Themen gerne beschäftigen, hatte sich Alina Kiehl schon gedacht. Sie absolviert bei der Kinder- und Jugendförderung ein Freiwilliges Soziales Jahr.

Dazu gehört ein eigenständiges Projekt, das organisiert und veranstaltet werden will. Kiehl entschied sich für einen Fotoworkshop mit Iryna Korenkova, der den Titel "Insta-Photo-Feed" trägt. Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren hatte sie dazu eingeladen, sechs meldeten sich an. Korenkova stellte klar, dass es keiner teuren Kamera bedürfe, um ein gutes Foto zu schießen.

Sie zeigte eine Reihe von Bildern, die sie vor einiger Zeit aufgenommen hatte und ließ ihre Zuhörerinnen raten, ob diese mit dem Smartphone oder mit eine Profi-Apparat geschossen worden seien. In den meisten Fällen lagen die Tipps daneben. Die Fotografin erklärte, worauf es ankommt, erklärte die Besonderheiten von Tiefenschärfe, Lichtführung und Fokussierung und ging auf Farben und Bildkompositionen ein.

Sie führte die Interessentinnen außerdem an die Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung heran und zeigte, mit welcher Körperhaltung, Mimik und Gestik eine abgelichtete Person am ehesten zur Geltung kommt. Dabei erklärte sie sogar Feinheiten wie das Kreuzen der Beine, um beim Posen die weibliche Linie besser hervorzuheben.

Was an einem Foto gut und weniger geeignet erscheine, erklärte sie an etlichen Beispielen. Nach dem theoretischen Teil konnten die Teilnehmerinnen ihre erworbenen Kenntnisse gleich ausprobieren, anschließend wurden ihre Fotos analysiert und besprochen.

Sie sollten beispielsweise Muster und Strukturen aufspüren und im Bild einfangen. Auch auf sogenannte Flatlays ging Iryna Korenkova ein, wobei sie ihre Schülerinnen nicht nur schulte, wie sie diese Fotos flach von oben aufnehmen können, sondern wie sie ein Arrangement von schönen oder interessanten Gegenständen überhaupt erst einmal auswählen und dann sehenswert zu einem Motiv arrangieren.

Trebur: Wissen und Kenntnisse teilen

Die Fotografin spornte an, kreativ zu werden und beschrieb sich selbst als gutes Beispiel. Sie fotografiere seit zehn Jahren "professionell als Unternehmerin", häufig als Hochzeitsfotografin und für soziale Medien. Mit ihren Bildern bediene sie Experten und Blogger, außerdem sei sie im Bereich Porträtfotografie unterwegs. Mit ihr als Referentin hatte Alina Kiehl offenkundig ins Schwarze getroffen. Zwischen den jungen Frauen und Iryna Korenkova entwickelte sich rasch eine Bindung, die über das übliche Lehrer-Schüler-Verhältnis herausging.

Die Fotografin teilte eigenes Wissen und Kenntnisse bereitwillig auf sympathische und leicht verständliche Weise. Auch für Organisatorin Alina Kiehl verlief das Projekt erfolgreich. Sie konnte sogar selbst einiges lernen. Nach ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr wolle sie aber trotzdem nicht Fotografin werden, "sondern Automobilkauffrau". Dazu kam sie durch ihre Kontakte, denn in ihrer Freizeit fotografiere sie gerne Autos und Motorräder. von Rainer Beutel

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