Matthias W. Send vom Natur-pur-Institut, Erster Beigeordneter Jan Bachmann (Mitte) und Anne Koszela-Stadion vom Fachbereich Umwelt freuen sich, dass es innerorts von Trebur so schön blüht. FOTO: Ralph Keim
+
Matthias W. Send vom Natur-pur-Institut, Erster Beigeordneter Jan Bachmann (Mitte) und Anne Koszela-Stadion vom Fachbereich Umwelt freuen sich, dass es innerorts von Trebur so schön blüht.

Natur

Nicht nur Insekten fühlen sich hier wohl

In der Kommune gibt es mittlerweile etliche Blühwiesen

Die sogenannte Blühwiese ist in aller Munde. In Zeiten, in denen die Versiegelung vormals begrünter Areale oder natürlicher Flächen auch in Deutschland immer noch zunimmt, muss der Mensch korrigierend eingreifen. Ob zehn, 50 oder mehrere hundert Quadratmeter, ob im öffentlichen Raum oder auf Privatgrundstücken - statt unbebaute Flächen verwildern zu lassen oder pflegeleicht mit Rollrasen zu "verschönern", muss man nur ein wenig Saatgut ausstreuen und schon hat man wenige Monate später eine üppig blühende Wiese.

Auch die Gemeinde Trebur fördert solche Blühwiesen und beteiligt sich am UN-Projekt "Blühendes Südhessen" des gemeinnützigen Natur-pur-Instituts des regionalen Energieversorgers Entega. Ein sichtbares Ergebnis ist die 450 Quadratmeter große Blühwiese in der Kleinen Grabengasse nahe des Rathauses.

Heimische Arten bevorzugt

Dort machte sich gestern Erster Beigeordneter Jan Bachmann (Freie Wähler) und Matthias W. Send, Vorsitzender der Geschäftsführung des Instituts, ein Bild von dem wertvollen Biotop, in dem sich Bienen und sogar die Wildbienen wohlfühlen. Denn Saatgut gibt es in jedem Baumarkt, aber nicht jedes Saatgut passt. "Unpassend wäre beispielsweise Saatgut für typisch nordamerikanische Pflanzen", erläuterte Anne Koszela-Stadion vom Fachbereich Umwelt bei der Gemeindeverwaltung.

Vielmehr sollten es Pflanzen sein, die hierzulande heimisch sind und von denen beispielsweise auch die Bienen was haben. "Daher erstellte hier in Trebur im vergangenen Sommer die von unserem Institut beauftragte Naturgartenplanerin Eva Distler die Planung", ergänzte Matthias W. Send. Im Herbst seien die ersten Biotope angelegt worden. Inzwischen gebe es an fünf Standorten Blühwiesen mit rund 1900 Quadratmetern. Vom Institut gibt es sogar für jede Wiese ein "Insektenhotel" dazu, außerdem ein Informationsschild.

Hinzu kommen die zahlreichen von den Landwirten angelegten Blühwiesen und nicht zu vergessen die Naturgärten der Bürger. "Das Insektensterben und der Rückgang der Singvögel zeigen, dass wir etwas für den Erhalt der Artenvielfalt tun müssen", unterstrich Erster Beigeordneter Bachmann.

Zum Nachmachen animieren

"Wir wollen die Natur zurück in den urbanen Raum holen und artenreiche Lebensräume schaffen. Außerdem möchten wir die Bevölkerung sensibilisieren und zum Nachahmen anregen", ergänzte Matthias W. Send, der darauf hinwies, das Entega auf seinen unternehmenseigenen Flächen ebenfalls Blühwiesen anlegt.

Send machte darauf aufmerksam, dass sich interessierte Kommunen aus ganz Südhessen beim Natur-pur-Institut melden können. Neben der fachlichen Unterstützung durch Naturgartenplanerin Distler finanziert das Institut die komplette Planungs- und Beratungsleistung und gibt einen Zuschuss von 500 Euro für gebietsheimische Pflanzen und Saatgut. "Derzeit haben sich 23 Kommunen angemeldet. In 17 Kommunen wurden bereits Flächen umgestaltet, bis heute rund 20 800 Quadratmeter", so Send.

Ralph Keim

Weitere Informationen gibt es unter www.naturpur- institut.de/bluehendes-sued hessen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare