Zucker und Salz nur in Maßen

Petra Kott klärt über die richtige Ernährung im Alter auf und rät,

Warum ältere Menschen anders essen sollten und welche zehn Regeln die Deutsche Gesellschaft für Ernährung zum Thema vorschlägt, berichtete die Ernährungsberaterin Petra Kott gestern auf Initiative des Sozialen Netzes Trebur im Café Wunderbar.

Die Vielfalt der Lebensmittel genießen und dabei vor allem auf regionale und saisonale Produkte zurückgreifen. Zucker und Salz in Maßen zu sich nehmen oder auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben. Diese und andere Ratschläge zum Thema Ernährung im Alter gibt Petra Kott am Donnerstagnachmittag bei ihrem Vortrag im Café Wunderbar. „Das Thema Ernährung ist vor allem für ältere Menschen wichtig“, berichtet die zertifizierte Ernährungsberaterin. Denn „mit dem Alter geht der Grundumsatz jedes Menschen zurück. Behält man die alten Essgewohnheiten bei und bewegt sich nicht ausreichend, nimmt man zu.“ Der Grundumsatz sei die Anzahl an Kalorien, die ein Mensch in Ruhe verbrauche, so Kott. Dabei sei der Grundumsatz bei Männern von Natur aus etwas höher als bei Frauen.

„Im Durchschnitt geht der Umsatz in Ruhe mit zunehmendem Alter um 300 bis 500 Kalorien zurück. Das liegt einfach daran, dass der Stoffwechsel langsamer arbeitet“, erklärt Petra Kott den aufmerksam zuhörenden Besuchern im Café Wunderbar.

Viele ältere Menschen bemerkten dies auch und nähmen weniger Nahrung zu sich. „Das ist auch in Ordnung, so lange die Ernährung ausgewogen ist“, stellt die Referentin, die sich selbst lakto-vegetarisch ernährt fest. „Viele Menschen leiden im Alter an einem Mangel. Das wird durch Krankheiten, Medikamente oder eine Mangel-Ernährung hervorgerufen.“ Besonders der Mangel an Vitamin D, B12, E, Vitamin C und den Mineralstoffen Calcium und Magnesium sei ausgeprägt. „Dabei kann man bereits mit 300 Millilitern Milch seinen Tagesbedarf an Vitamin B decken“, so Kott weiter. Der Vitamin D Mangel entstehe vor allem, weil die älteren Menschen oft nicht mehr so viel hinaus gingen. „Vitamin D produziert der Körper selbst wenn wir in die Sonne gehen. Das Vitamin kann man nur in ganz geringen Mengen durch die Nahrung zuführen.“ Petra Kott empfiehlt den Anwesenden, sich mit Hilfe eines Blutbildes in einer Arztpraxis einen Überblick über ihren Vitamin- und Mineralhaushalt zu verschaffen. Denn bei einem bestehenden Mangel drohten Krankheiten wie die Osteoporose. „Hier sind wir beim Calcium in Kombination mit Vitamin D. Diese Mineralstoffe sind wichtig, damit die Knochen nicht porös werden. Die besten Calciumlieferanten sind Milch, Joghurt, Käse aber auch Brokkoli, Grünkohl oder Fenchel“, führt Kott aus und fügt hinzu: „Außerdem muss das Skelett mit mäßiger aber regelmäßiger Bewegung belastet werden, um die Knochen zu stärken.“

Osteoporose sei kurioserweise die einzige Erkrankung, bei der sich Übergewicht positiv auswirke, bemerkt die Referentin. Denn im Fettgewebe werden die nach den Wechseljahren übermäßig vorhandenen männlichen Hormone in Östrogen umgewandelt, was wiederum den Knochen stärke. Osteoporose sei, wie oft angenommen, keine reine Frauenkrankheit, betont Kott. „Das kann auch Männer betreffen.“

Zum Thema Trinken mahnt Petra Kott an, dass es wichtig sei, mindestens 1,5 Liter nicht-alkoholische Flüssigkeit am Tag zu sich zu nehmen. „Ideal ist dabei natürlich Wasser und andere energiearme – das heißt zuckerfreie – Getränke. Limonaden und andere zuckerreiche Getränke können Übergewicht hervorrufen. Alkoholische Getränke sollten nur in kleinen Mengen konsumiert werden.“

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