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Bürgermeister Jochen Engel versteht die Bedenken der Landwirte, sieht aber mit dem in Hessenau geplanten "Wohnen am See" keineswegs Existenzen bedroht.

Bauvorhaben

"Existenzen wohl kaum in Gefahr"

Bürgermeister nimmt Bedenken zum geplanten "Wohnen am See" ernst. Dort sehen vor allem Landwirte das Bauvorhaben kritisch.

Trebur -Der Plan schlägt noch immer hohe Wellen: Im Ortsteil Hessenaue sollen in der Feldstraße mit "Wohnen am See" vier sogenannte Doppelhäuser mit jeweils zwei Wohneinheiten entstehen. Dagegen wehren sich allerdings nicht wenige Bewohner aus Hessenaue. Sie haben Unterschriften gesammelt und diese an Bürgermeister Jochen Engel (Freie Wähler) überreicht. In Gesprächen fiel nicht selten der Begriff "Bedrohung der Existenz", was besonders die Landwirte umtreibt. Auch die "einzigartige Struktur" des Ortsteils sei in Gefahr, so die Meinung der Kritiker.

Bei einem Termin an Ort und Stelle versucht Bürgermeister Engel, die Aufregung zu dämpfen: "Ich glaube nicht, dass mit dem Bauvorhaben Existenzen bedroht sind", unterstreicht der Rathauschef. Hintergrund der Befürchtung: Die mit einer Landwirtschaft nun einmal verbundenen Geräusche und Gerüche könnten die Neubürger zu rechtlichen und gerichtlichen Schritten hinreißen lassen.

Geprägt von der Landwirtschaft

"Es muss über den Investor gewährleistet sein, dass die künftigen Bewohner der neuen Häuser am See genau wissen, dass sie in einen stark landwirtschaftlich geprägten Ortsteil ziehen", bekräftigt Engel. Es dürfe nicht geschehen, dass gegen die ortsansässige Landwirtschaft vorgegangen wird. Dies müsse vorab kommuniziert und in den entsprechenden Verträgen festgehalten werden.

Eine weitere Befürchtung der Landwirte müsse man allerdings ernstnehmen: "Es muss gewährleistet sein, dass der gegenüber ansässige Landwirt mit seinen Fahrzeugen und Maschinen problemlos von seinem Grundstück fahren kann und dass geparkte Autos den hier herrschenden landwirtschaftlichen Verkehr grundsätzlich nicht behindern", betont Engel angesichts der nicht gerade breiten Feldstraße. Bürgermeister Engel spricht damit die zusätzlichen Autos an, die mit dem Zuzug der Neu-Hessenauer verbunden sein werden. Auch diese Angelegenheit müsse geklärt sein, bevor die neuen Bewohner einziehen.

Kein Verständnis hat Engel gegenüber möglichen Bedenken, "Wohnen am See" könnte vielleicht ausschließlich an "wohlhabende Städter" gehen. Weder die Verwaltung noch die Politik könne und wolle darauf Einfluss nehmen.

Grundstück in Privatbesitz

Das betreffende Grundstück, das von einem kleinen See geprägt ist, befindet sich in Privatbesitz und wird an drei Seiten von Feldern beziehungsweise Äckern umsäumt. "Dieser landwirtschaftliche Grund und Boden steht für das Bauvorhaben nicht zur Disposition", erläutert Engel.

Um Platz für die an der Feldstraße gelegenen geplanten Wohnhäuser zu schaffen, müssen etliche Bäume und Sträucher gerodet werden. Auch die nicht von außen zu übersehenden Gartenhaus-ähnlichen Hütten müssten verschwinden. Das Roden der Bäume und Sträucher darf allerdings nur außerhalb der Brutzeit vorgenommen werden. Bürgermeister Engel erinnert noch einmal daran, dass die Gemeindevertretung bislang alle notwendigen Schritte hin zu einem Bebauungsplan zwar intensiv diskutiert, aber auch mehrheitlich abgesegnet habe. Der Unmut der Bewohner von Hessenaue habe jedoch die CDU dazu veranlasst, Bauprojekte im ländlichen Ortsteil Hessenaue genauer zu überdenken. Der finale Beschluss der Gemeindevertretung zu "Wohnen am See" sollte bald im neuen Jahr erfolgen. Bei einer Zustimmung steht dem Bebauungsplan und der Erteilung der Baugenehmigung nichts mehr im Wege. Ralph Keim

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