Bäckermeister Gerd Abels bezieht die Biskuiteier mit Schokolade. Foto: Johanna Thaben
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Bäckermeister Gerd Abels bezieht die Biskuiteier mit Schokolade.

Genuss

Regionale Spezialität für die Ostertafel

Biskuiteier von Bäcker Abels sind jetzt besonders gefragt

Neben Rüblikuchen, Osterlämmern aus Rührteig und Hefekränzen kommen im Kreis Groß-Gerau zu Ostern auch Biskuiteier auf die Kaffeetafel. Sie sind eine regionale Spezialität, weiß Bäckermeister Gerd Abels. Luftiger Biskuitteig, gefüllt mit Himbeer-Johannisbeer-Marmelade, ummantelt von Zartbitterschokolade: fertig ist das etwas andere Ostergebäck.

In Trebur gibt es diese Spezialität schon seit mindestens 50 Jahren. Doch woher kommt dieser Brauch eigentlich? "So genau kann ich das gar nicht sagen", gesteht Abels. Während der 25 Jahre seiner Selbstständigkeit habe er sie schon immer im Sortiment gehabt. "Und davor hatten sie meine Eltern bestimmt auch 25 Jahre lang im Programm." Er vermutet, dass Biskuiteier vor allem von Bäckern in Trebur angeboten werden, wisse aber auch von Verkaufsstellen in Groß-Gerau.

Als Geschenk beliebt

Es seien vor allem die älteren Kunden, die die Spezialität kennen und nachfragen. "Die bringen die Biskuiteier gerne zusammen mit unserem Osterbrot als Geschenk mit." So gehen am Tag gut 100 Biskuiteier über die Ladentheke, schätzt Abels. Um die Osterfeiertage nehme die Nachfrage dann für gewöhnlich sogar noch etwas zu.

Aus seinem Rezept macht der Bäckermeister kein Geheimnis. In den Teig kommt lediglich Mehl, Stärke, Zucker und Ei, aber kein Fett in Form von Butter oder Margarine. "Deshalb sind die Biskuiteier so fluffig und können ohne Probleme eine Woche lang aufgehoben werden", erklärt er. Die Zutaten kaufe er, wo es möglich ist, regional ein. Beispielsweise kommen die Eier vom Bauer Wolf aus Trebur, die Marmelade vom Spargel- und Erdbeerhof Hirsch und das Mehl vom Bauer Lukas von der Hessenaue. Doch nicht alle Rohstoffe könne er regional beziehen. Dazu zählt zum Beispiel die Schokolade für die Ummantelung, denn immerhin benötige er davon allein für die Biskuiteier 25 Kilogramm in der Woche.

Bodenständig statt ausgeflippt

Damit die Teighälften der späteren Eier schön locker bleiben und nicht zerlaufen, sei es wichtig, dass die Feuchtigkeit beim Backen entweichen kann. Der Ofen in seiner Backstube habe dafür eine spezielle Vorrichtung. Doch auch ohne dieser stehe einem guten Ergebnis nichts im Wege. "Einfach einen Kochlöffel in die Backofentür klemmen", rät er. Dadurch könne der Dampf ebenfalls entweichen, und das Ergebnis sei das gleiche.

Während es zur Fastnachtszeit Kreppel mit den verschiedensten Füllungen gibt, beschränkt sich Abels bei den Biskuiteiern auf eine einzige Variante. "Ich bin ein Mensch, der einfache Sachen bevorzugt. Bei mir muss es nicht immer ausgeflippt sein", schränkt er ein. Schließlich habe er zur Osterzeit genügend Alternativen im Sortiment. Dazu zählt zum Beispiel das Osterbrot, eine eigene Kreation. Die Grundlage dafür ist ein Quark-Hefeteig, in den getrocknete Aprikosen und Feigen sowie Walnüsse gegeben werden.

Und natürlich darf der klassische Osterkranz aus Hefe nicht fehlen. Grundsätzlich brauche man keine "Angst" vor dem Backen mit Hefe haben. "Der wichtigste Faktor ist Zeit", rät Abels den heimischen Hobby-Bäckern. Er empfiehlt, den Hefeteig über Nacht ruhen zu lassen und erst am nächsten Tag weiterzuverarbeiten. Dann erziele man das beste Ergebnis.

Über das Ostergebäck von Gerd Abels könnten sich hin und wieder auch die Kunden der Tafel freuen. "Wir versuchen zwar so zu kalkulieren, damit nichts übrig bleibt, aber das gelingt nicht immer. Dann geht der Rest an die Tafel", berichtet der Bäckermeister. Im Verkauf kostet ein Biskuitei dagegen 2,30 Euro. Und noch etwas verrät Abels: Nach Ostern verschwinden die Biskuiteier nicht komplett aus dem Sortiment, sie verändern lediglich ein wenig die Form. Dann sind es keine Ovale mehr, die er mit Marmelade füllt und Schokolade überzieht, sondern Herzen als kleine Aufmerksamkeit zum Muttertag. Johanna Thaben

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