Der Ortsausgang der Kerngemeinde Trebur Richtung Geinsheim. Hier könnte die Umgehungsstraße von der L3012 abzweigen. FOTO: Foto: Ralph Keim
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Der Ortsausgang der Kerngemeinde Trebur Richtung Geinsheim. Hier könnte die Umgehungsstraße von der L3012 abzweigen. FOTO:

Verkehr

Schon jetzt ein 15 Millionen-Projekt

Bürgerinformation zur Ortsumgehungsstraße mit mehr als 140 Teilnehmern

Für Bürgermeister Jochen Engel (Freie Wähler) ist es das wichtigste Infrastruktur-Vorhaben für Trebur: Die Rede ist von der geplanten Ortsumgehungsstraße für die Kerngemeinde, über die seit vielen Jahren diskutiert wird. Fortschritte waren jedoch in all den Jahren kaum sichtbar. Für Bürgermeister Engel war es daher nach seinem Amtsantritt wichtig, deutliche Bewegung in das Großprojekt zu bringen, angefangen mit einem Neustart.

Da das Großprojekt die personellen Ressourcen der Treburer Verwaltung über Gebühr strapazieren würde, wurde die Konstruktionsgruppe Bauen aus Kempten mit ins Boot genommen. Deren für die Umgehungsstraße zuständiger Mitarbeiter Dominik Leix gab am Mittwochabend bei einer Online-Informationsveranstaltung mit mehr als 140 Teilnehmern ein Update.

Verbunden mit einem Gutachten

Derzeit stehe eine Neukartierung von Flora und Fauna an, verbunden mit einem Gutachten, auch was den Artenschutz angeht. "Das ist notwendig, um in diesem Bereich Rechtssicherheit zu haben." Es liegt in der Natur der Sache, dass eine Ortsumgehung mit Straßenverkehr und deren Veränderungen zusammenhängen. "Daher ist eine neue Verkehrsuntersuchung notwendig", kündigte der Fachmann an.

Weitere Untersuchungen, beispielsweise zum Lärmaufkommen und zum Baugrund, sollen ebenfalls noch ausgeschrieben und vergeben werden. Nicht unmöglich sei beispielsweise auch, dass sogenannte Bodendenkmäler unter dem Trassenverlauf schlummern, etwa von den Römern oder Kelten.

Alles das werde sich bis Ende des Jahres, Anfang des neuen Jahres abspielen. Die konkrete Planung werde ebenfalls bald ausgeschrieben. Die Planung werde sich an mehreren möglichen Trassenverläufen orientieren, die bereits seit einigen Jahren vorliegen.

Den gesamten planerischen Zeithorizont bezifferte Leix auf etwa zwei Jahre. Im Rahmen des dann folgenden Planfeststellungsverfahren gebe es die obligatorische öffentliche Anhörung, der die ebenfalls notwendige Erörterung folge. Ziel sei eine für alle Beteiligten erträgliche Lösung. Bis der notwendige Planfeststellungsbeschluss erfolge, könnten weitere 18 bis 20 Monate ins Land gehen.

Summe hat sich verdoppelt

Auch auf die möglichen Kosten ging Dominik Leix kurz ein: 2006 lag die grobe Schätzung bei mindestens 7,3 Millionen Euro. Diese Summe habe sich inzwischen auf 15 Millionen Euro verdoppelt. Auf Nachfrage von Christiane Böhm (Linke) bestätigte Bürgermeister Engel, dass die Kommune bis zum Neustart des Projekts 200 000 bis 300 000 Euro investiert habe, danach weitere 200 000 Euro. Ebenfalls auf Nachfrage von Christiane Böhm, bekräftigte Dominik Leix, dass die Ortsumgehungsstraße nicht nur für die Großgemeinde Trebur Bedeutung, was wiederum bei den Untersuchungen Eingang finde.

Eng verknüpft ist die Ortsumgehungsstraße mit dem geplanten Gewerbegebiet "Am Bessheimer Weg". Da beide Vorhaben sowohl fachlich als auch räumlich ineinandergreifen, ist ein regelmäßiger Austausch beider eingebundenen externen Planungs- und Entwicklungsbüros für den weiteren Projektablauf vorgesehen. Dabei handelt es sich um die Konstruktionsgruppe Bauen für die Ortsumgehungsstraße und die ZSE Immobilien GmbH, die im Namen der Kommune das geplante Gewerbegebiet realisieren soll.

Wie Leix weiter informierte, gebe es zur Ortsumgehung eine monatliche Aktualisierung. Geplant seien weitere öffentliche Infotermine. Die Bürgerinfo vom Mittwoch ist auch jetzt noch auf dem Youtube-Kanal der Gemeinde Trebur unter dem Suchbegriff "Bürgerversammlung Ortsumgehung" zu finden. ralph keim

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