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Jennifer Rodrigues (links) und Jessica Schäfer freuen sich, dass der Betrieb im Flohzirkus wieder läuft, machen sich aber Sorgen um die Finanzierung. Foto: Maraike Stich

Kinderbetreuung

Spender gesucht: Vorkindergarten aus Astheim muss wegen Corona Muddi-Basar ausfallen lassen

  • vonMareike Stich
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Der private Vorkindergarten Flohzirkus sucht dringend Spender, damit er seine Kosten decken kann. Zum zweiten Mal ist der Muddi-Basar Corona-bedingt ausgefallen.

Astheim -Eigentlich hatten sich die Verantwortlichen vom Astheimer Flohzirkus gefreut, dass sie ihren Muddi-Basar nach der Absage im Frühjahr nun endlich anbieten können. Die aktuell erfolgte Einstufung des Kreises Groß Gerau als Corona-Risikogebiet machte ihnen allerdings erneut einen Strich durch die Rechnung.

"Wir haben es uns nicht leicht gemacht, aber nach Abwägung aller Punkte sind wir zu dem Entschluss gekommen, den Basar wieder abzusagen", erklärt Nina Pfeifer vom Flohzirkus-Team. Das sei keine leichte Entscheidung gewesen, schließlich finanziere sich der Verein des Vorkindergartens in privater Trägerschaft zum Teil aus den Erlösen der Basare.

Die jetzt wieder mögliche Vermietung der Räume für Privatfeiern könne das nicht kompensieren, zumal auch hier derzeit strengere Richtlinien gelten. Dennoch, seit dem 16. Oktober sind Feiern im Flohzirkus für bis zu zehn Personen aus zwei Haushalten wieder möglich. Angesichts der Beschränkungen seien aber zum Beispiel private Kindergeburtstage in den Räumen nicht realistisch.

Regelbetrieb läuft wieder

"Im Moment kompensieren wir gar nicht", bringt es die erste Vorsitzende des Flohzirkus', Jennifer Rodrigues, auf den Punkt. Man habe nur die Mitgliedsbeiträge in der Kasse, diese deckten die monatlichen Fixkosten jedoch nicht. Und das werde auch noch im nächsten Jahr so sein, wenn der Beitrag pro Kind und Tag um 2,50 Euro höher sei. In der aktuellen Situation könnten eigentlich nur noch Spenden helfen, sind sich Rodrigues und Vorstandskollegin Jessica Schäfer einig.

Trotz der klammen finanziellen Situation sei der Regelbetrieb wieder gut angelaufen. Die Corona-Maßnahmen ließen sich gut umsetzen. Das regelmäßige und gründliche Händewaschen sei schon vor Corona ausgiebig trainiert worden. Etwas bedauerlich findet Pfeifer die Verpflichtung zur Nutzung von Einmalhandtüchern aus Papier. Leider sei es nicht erlaubt, dass jedes Kind täglich ein neues, frisch gewaschenes Handtuch von zu Hause für sich mitbringe. "Der viele Papiermüll ist nicht so schön", bedauert die junge Mutter.

Die Eltern würden ihre Kinder mit Mundschutz bringen und abholen, dagegen gebe es auch keinen Widerstand. "Die Eltern sind weitestgehend entspannt", beschreibt Pfeifer. Das tägliche Fiebermessen und die Dokumentation seien kein großer Aufwand. Etwas umständlicher sei hingegen das regelmäßige Desinfizieren aller Gegenstände, "das braucht Zeit, und die Desinfektionsmittel sind teuer".

Die Kinder hätten sich schnell an die neuen Regeln gewöhnt. Da es im Flohzirkus nur eine Gruppe gebe, habe sich für sie allerdings auch wenig geändert. Vor allem sei man derzeit froh, dass der Betrieb wieder angelaufen sei und es für die Kinder kaum Einschränkungen gebe. Nun hoffe man, dass alle Maßnahmen dazu beitragen, dass kein Corona-Fall auftrete, denn dann müsste man die Einrichtung wieder komplett schließen. Maraike Stich

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